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Breite Bohnen-Gemüse

Ich habe mir vor ein paar Monate einen neuen Reiskocher gekauft. Das alte chinesische Gerät, das mir eine Tante vor vielen Jahren aus La Réunion gebracht hatte, war so oft benutzt worden, dass ich angefangen habe, mir Gedanken über den Zustand des Reisbehälters zu machen... (Ich habe auch in letzter Zeit einiges über die Beschichtung von Kochtöpfe und -pfannen gelesen (hier (fr) und da (en))und bin einiges losgeworden.)
Ich habe mir kein teures japanisches Gerät zugelegt – 200 Euros sind auf der Immermanstraße keine Ausnahmepreis – sondern ein Zwischending mit mehrere Funktionen inklusive Timer, ähnlich wie manche Schmortöpfe, aber ohne Temperaturregler. Ein Dampfeinsatz gibt es auch, und es ist – unerwartet – was ich derzeit am Häufigsten benutze. Ich nehme es für eine falsche „Instant-Caponata“ (Gemüse (Tomaten, Zwiebel, Knoblauch, Paprika wenn vorhanden und Auberginen oder Zucchini) drin, und wenn alles gar ist, mische ich Essig, Öl und Kapern darunter: fertig), und habe heute mit breiten Bohnen etwas schnelles und ähnlich zufriedenstellend gemacht.

Breite Bohnengemüse
Für 1-2 Portionen
1 Handvoll breite Bohnen (ca. 300g, glaube ich)
1 mittelgroße Tomate
½ roter Paprika
2 mittelgroße Zwiebeln
2 Knoblauchzehe
2 TL Pimenton de la Vera (dulce)
Rosmarin (beim nächsten Mal Lorbeer)
gutes Olivenöl
Salz
Das Gemüse putzen, grob schneiden, und in den Dampfeinsatz geben, fest bleibende Zutaten (Bohnen) zuerst. Rosmarin, etwas Salz und Pimenton de la Vera darüber verteilen.
35 Minuten Dampfmodus programmieren und kochen (lassen).
Gemüse in eine Schüssel kippen, mit Öl und eventuell mehr Salz und Pimenton nachwürzen und Teil des Rosmarins darin hacken. Sofort servieren, aber kalt schmeckt es auch.
Was man noch wissen kann:
Breite Bohnen heißen auf Französisch "haricots plats", also flache Bohnen, und auf Englisch nicht "broad beans" (es sind dicke Bohnen), sondern flat beans. Ich schreibe es mal auf, weil ich plötzlich den korrekten Begriff in meiner Muttersprache nicht mehr gewusst habe...
Ich habe zum ersten Mal die edelsüße Version von Pimenton de la Vera benutzt, und bin richtig begeistert.
Ich habe am Wochenende auch zum ersten Mal Laphroaig ...gerochen, und bin ähnlich begeistert.
Das sieht nach Trend aus. Da war auch mal was.

Jambalaya

Vor 10 Tage habe ich plötzlich Lust auf Jambalaya bekommen, aber echtere Jambalaya, als was ich bisher gegessen hatte. Tatsächlich kannte ich bisher Jambalaya nur in der französischen Kinderversion, aus diesem guten Buch, mein erstes Kochbuch überhaupt:

Das einfache Rezept aus Zwiebeln, Kalbsschnitzelstreifen, Reis, Curry, Dosentomaten und Cocktail-Würstchen wurde in meiner Familie vor gut 30 Jahre der Renner, und die jetzige jüngste Generation liebt es ebenso. Persönlich hält sich meine frühere Begeisterung für Cocktail-Würstchen mittlerweile in Grenzen…
Seit längerem weiß ich aber, dass es Original mit Sicherheit anders vorbereitet wird – auch wenn es viele Variationen gibt - und ich habe mich für diese Version (auch vereinfacht und vermutlich auch nicht puristisch) entschieden, mit zwei Änderungen: Schrimps habe ich nicht benutzt, weil ich darauf nicht so scharf bin, und als Paprika habe ich einen sehr leckeren Pimentón de la Vera benutzt, leicht scharf und sehr angenehm geräuchert, der dem Gericht direkt eine andere Dimension verliehen hat, das dadurch bestens zum jetzigen „Räuchern gestattet“ Blog-Event passt, an dem man bis zum 15. Januar teilnehmen kann.
Hähnchen und Räucherwurst Jambalaya (nach dieser Version )
Für 4-5 Pers.
2 Hähnchenschenkel
1 gro
ße Hähnchenbrust
1 TL Pimentón de la Vera
3 EL Olivenöl

1 gro
ße Zwiebel, gewürfelt
1 grüner Paprika, gewürfelt
2 Selleriestangen, klein geschnitten
2 Knoblauchzehe, dünn geschnitten
1 Räuchermettwurst in Scheiben

1 gro
ße Dose Tomaten (ganz)
½ Liter Hühnerbrühe

1 Tasse (1/4 L.) Langkornreis (ich habe es mit Rotkornreis aus der Camargue gemischt)
2 TL Thymian
1 ½ TL Salz (habe Räuchersalz benutzt, aber weniger)
¼ TL schwarzer Pfeffer
¼ TL Tabasco
Die Hähnchenstücke waschen und trocken tupfen. Die Hähnchenbrust in Streifen schneiden. Mit dem Pimentón einreiben. Riechen.
Das Olivenöl in einem tiefen, breiten Topf erhitzen, und die Hähnchenstücke auf allen Seiten anbraten. Die Stücke wieder herausnehmen. Riechen.
Zwiebel, grüner Paprika, Sellerie und Knoblauch im selben Topf sautieren, ca. 10 Minuten, bis der Zwiebel weicher ist. Wurst, Tomaten, Brühe, Reis, Thymian, Salz, Pfeffer und Tabasco hinzufügen. Die Hähnchenstücke dazu geben, und so mischen, damit sie von der Flüssigkeit bedeckt sind. Zum kochen bringen, und 30 Minuten vor sich hin köcheln lassen, bis das Hähnchen gar ist. Riechen.
Sofort servieren, und die Gäste auch mal riechen lassen.

Was man noch wissen sollte:
Habe ich schon erwähnt, dass es besonders gut riecht? Und noch besser: Geschmeckt hast es auch. Wer mich nachahmen will und in Düsseldorf einkauft: Dieser Pimentón de la Vera habe ich am Carlsplatz in Düsseldorf gekauft.

Wer so was mag, wird sich bestimmt auch für das heute dokumentierte Gumbo-Rezept bei Küchenlatein interessieren.

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Wer es nicht weiß (ich nehme es immer ziemlich spät wahr…): Zum fünften Mal findet „Menu for Hope“ statt, eine internationale wenn auch sehr amerikanische Foodblogger-Aktion, mit der Geld für das Ernährungsprogramm der Vereinten Nationen gesammelt wird, diesmal für Lesotho. Bis zum 24. Dezember 2008 kann man da Lose à 10 US$ kaufen, mit der man an Verlosungen für zum Beispiel diese Preise (europäische Liste) teilnehmen kann. Italienliebhaber werden sehr wahrscheinlich etwas Interessantes finden, so wie Japanliebhaber (Gutschein für Bentozubehör, aber auch für japanisches Lebensmittel). Die Benutzung der Spendenseite ist einfach. Unter „Personal message“ kommt die Liste der Lose, die man kauft (vorher muss man die Code notiert haben), und man muss seine E-Mail Adresse für den Inhaber der Seite zugänglich machen, damit man benachrichtigt wird, sollte man gewinnen. Ich finde es eine gute Aktion.
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