Châtaignes au lait - Kastanien in Milch

Ein sehr einfaches Gericht, das bei uns während der Saison immer wieder vorkam, und von allen Familienmitglieder sehr beliebt war. Da Kastanien in der Ardèche von September bis November (je nach Sorte - allein dort soll es 65 geben... - und Lage gesammelt werden, und lieber frisch gegessen werden, wenn man sie nicht kühl und trocken lagern kann, war es ein Gericht, das wir - zurück in der Stadt - im Herbst gegessen haben. Ich finde aber jetzt noch in manche Supermärkte in Düsseldorf frische Kastanien, und man kann zur Not das Rezept auch mit Vakuumverpackte vorbereiten, also ist es nicht zu spät, die sehr einfache Einleitungen zu posten.

Châtaignes au lait

150-200g frische Kastanien pro Person
warme Milch
Salz

Die erste Haut der Kastanien schälen und die Kastanien je nach Grösse 20 bis 30 Minuten in gesalzenem Wasser kochen.
Kastanien färben richtig ab, und ja, die Farbe kommt von der dünnen zweiten Haut, nicht von der Schale
Die Milch erwärmen.
Die abgetropfene Kastanien in einer Schüssel auf den Tisch stellen. Eine leere Schüssel für die zweite Haut hinstellen. Jeder Esser mit einem Suppenteller, einem Löffel, einem Messer und Küchenpapier (Kastanien färben ab!) ausstatten. Jetzt soll jeder soviel Kastanien schälen, wie er will, in seine Suppenschüssel geben, und wenn genug drin ist, mit warmeübergiessen und essen.


Was man noch wissen kann:
Meine durch und durch Ardéchoise Mutter isst ihre Kastanien in Gemüsesuppe. Das ist damit zu erklären, dass sie im Vergleich zu meinem genauso durch und durch Ardéchois Vater, für wem nur die Milch-Version in Frage kommt, in viel besseren Verhältnisse groß wurde als er (auch wenn das aus heutigem Sicht sehr relativ ist), der aus den deutlich ärmeren und kargeren Cévennes kam. Für mein Vater waren die Kastanien in Milch das ganze Abendessen, während bei meiner Mutter mit Sicherheit etwas Anderes folgte, wenn nicht ein Hauptgericht wenigstens Käse und Brot, gefolgt von Obst oder Nachtisch. (Wir Kinder wollten auch immer die Milchversion. Aber Käse und Nachtisch danach natürlich...)
Eine andere beliebte oder wenigstens häufig aufgetischte Version in der Kindheit meines Vaters ist der Cousinat (ausgesprochen "Kusina"), bei dem man ganze getrocknete Kastanien (cruses genannt) über Nacht in Wasser eingeweicht hat und mit einem Stück Speck - mein Vater beteuert, es sei bei ihm zu Hause stets ranziges Speck gewesen - in Milch gekocht hat.

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