Clafoutis aux pruneaux

Anfang der Woche habe ich eine sehr kurze Arbeitspause benutzt, während ich einige Tage in Berlin gearbeitet habe (ja, an all den schönen Tagen gearbeitet, inklusive Wochenende und Feiertag; ich bin noch nicht darüber hinweg, dass ich dadurch DEN Sommer 2011 verpasst habe), um mir das Angebot an fast ausschließlich reduzierte Kochbücher der benachbarten Buchhandlung zu prüfen. Interessanterweise waren darunter Bücher, die ich in Düsseldorf selten oder gar nicht gesehen hatte, und noch weniger herunter gesetzt. Extrem schnell haben drei davon den Besitzer gewechselt, und nur das Gewicht hat mich davon abgehalten, ein Viertes zu kaufen. Bei aller Spontaneität – Müdigkeit-bedingt - muss ich bei der Auswahl bei klarem Verstand gewesen sein, denn ich habe nach meiner Rückkehr direkt Rezepte gesehen, die ich sofort umsetzen wollte und ein paar habe ich jetzt auch nachgekocht.

Eine davon ist diesen Dörrpflaumenclafoutis aus Eric Kaysers „Kultige Küche“, der mich direkt interessiert hat... und gleichzeitig leicht irritiert. Das Erste, das mir aufgefallen ist, ist der deutsche Titel: Warum wurden aus französischen Dörrpflaumen (Pruneaux) Pflaumen gemacht? und das Zweite war ein Zutat, das ich noch nie in einem französischen Kochbuch gesehen hatte. 30G Vanillepuddingpulver... Ich konnte wirklich nicht glauben, dass es im Original so gestanden haben könnte. Und siehe da, im Original steht 30g Maisstärke und ein Teelöffel Vanillezucker. Anscheinend hat aber der Verlag gewusst, dass man bei solchen exotischen Zutaten den deutschen Verbraucher überfordern würde und hat das Rezept direkt vereinfacht. Hier folgt leider die trèèèèès komplizierte Version.

Dörrpflaumenclafoutis (aus Kaysers kultige Küche: Extravagant und cool - 60 neue Kreationen)

Für 4 Pers.

200ml Milch
2 Eigelb
2 Eier
30g Stärke
1 TL Vanillezucker (ich habe Vanillemark benutzt)
30g gemahlenen Mandeln (ich nehme geröstete, gemahlene Mandeln für mehr Geschmack)
250g Crème Fraîche
2EL Pflaumenschnaps (bei mir hausgemachten Kernobstschnaps aus Obst der Garten meiner Eltern)
120g Zucker (bei mir braun)
100g entsteinte Dörrpflaumen (Auch etwas das „Lost in Translation“ wurde? Im Original steht 300g; ich habe 200g benutzt)

Die Eier und die Milch verschlagen. Die Stärke, die Vanille und der Mandelpulver vermengen. Beides in eine Schüssel geben und gut verrühren.

Die Crème Fraîche und den Schnaps hinzufügen und den Zucker unterrühren.

Den Ofen auf 180°C vorheizen.

Die Dörrpflaumen in eine mit Backpapier ausgelegte Backform geben (Antihaft beschichtet und gebuttert bei mir) und den Teig vorsichtig über die Dörrpflaumen gießen. Etwa 40 Minuten im Ofen backen. Der Clafoutis muss am Ende der Backzeit fest sein.


Was man noch wissen kann:
Sehr fest wird ein Clafoutis nie, aber die Stücke sollten sich schon halten.
Clafoutis lassen sich gut einfrieren. Die Hälfte ist bei mir jetzt in der Tiefkühltruhe.
Bei mir waren sowohl Mandelpulver und Zucker braun, was die untypische Farbe für einen Clafoutis erklärt.
Herbstlich-lecker finde ich es. Perfekt an einem kalten, verregneten Tag.

Kommentare:

ostwestwind hat gesagt…

OMG! Exotische Zutaten wie Stärke und Vanille, so etwas kannst du tatsächlich in Deutschland bekommen und es stammt nicht aus Bielefeld.

Ich bin wirklich schwer beeindruckt!

Isabell von kuechenplausch.de hat gesagt…

Erstmal herzlichen Glückwunsch zu deinen neuen Kochbüchern. :)
Ich habe mir heut eins bestellt, das von Valentinas-Kochbuch empfohlen wurde. Es ist für die Weihnachtsplätzchen-Zeit, die jetzt so gaaaanz langsam auf uns zukommt. :D
Das Rezept das du nachgekocht hast, hört sich auch sehr lecker und passend zu der Jahreszeit an.
Liebe Grüße und noch einen schönen Sonntag Nachmittag!
Isabell