Clafoutis mit vegetarischer Milch

Fast alle Jahre wieder gibt es hier ein Clafoutis Rezept, und angefangen hatte ich, weise wie ich bin, mit der klassischen, eigentlichen Version, die für mich zwangsläufig an das French Open im Fernsehen erinnert, vor dem in meiner Familie praktisch jeden Abend einen ganzen Clafoutis verspeist wurde. Diesmal sind es zwei Rezepte - sowie die Kirschen im Markt und natürlich das French Open im Fernsehen - die mich dazu gebracht haben, folgendes nach zu backen. Ich habe zuerst bei Clotilde entdeckt, wie sie Hafermilch macht. Ich trinke selbst sehr selten Milch, und dann lieber Kuhmilch, aber beim Kochen und Backen habe ich nichts dagegen, ab und an auf Milchprodukte zu verzichten. (Ich habe bereits erwähnt, dass ich manchmal Hafersahne benutze.) Außerdem habe ich manchmal Lust, zu experimentieren. Ich habe gleich ein Liter vorbereitet: Die Hälfte davon ist in diesen Kuchen gelandet, die andere in die Tiefkühltruhe. Das Clafoutisrezept selbst habe ich bei Clea gefunden, die gerne Alternativzutaten benutzt (und auch Bücher darüber schreibt).


Clafoutis mit vegetarischer Milch (nach dem Clafoutis au lait d'amande von Clea)


Für 8 Pers.
3 Eier
50g weißer Mandelmus
100g heller Rohrzucker
100g Weizenmehl (T65 in Frankreich, was Teil von Typ 812 in Deutschland ist, aber ich habe 550 benutzt)
½ Liter vegetarische Milch (im Original Mandelmilch, in Deutschland Mandeldrink genannt; ich habe Hafermilch aus Hafergrütze gemacht, nach dem Rezept von Clotilde auf Chocolate und Zucchini)
500g Süsskirschen
Optional: geriebene Tonkabohne

Die Eier mit der Mandelmus und dem Zucker schlagen, bis die Mischung schaumig und homogen ist. Nach und nach das Mehl und die Milch dazugeben, und eventuell Gewürze.

Die Kirschen waschen und – bei mir stets NICHT entkernt – in eine Backform geben. Den Teig darüber verteilen.

Im heißen Ofen (180°C) 45-50 Minuten backen. Lauwarm oder kalt essen.

Was man noch wissen sollte:

Das Ergebnis ist von der Konsistenz her sehr zufriedenstellend, aber der Mandelgeschmack kommt nicht so stark durch, wie ich es erwartet hatte. Tonkabohne, Vanille oder Bittermandelextrakt, oder vielleicht Kirschwasser, würden sicherlich den Kuchen den fehlenden Kick geben. Mandelmilch schmeckt nicht so stark, dass der Geschmack entscheidend geändert gewesen wäre, denke ich.
Meine Version lässt sich gut aus der Form nehmen; das Original von Clea schien dafür nicht fest genug, was beim Clafoutis nicht unbedingt von Nachteil ist.
Für die Hafermilch habe ich kleine Flöckchen benutzt, weil ich geschälte Körner nicht gefunden habe (weder bei Basic noch im Reformhaus). Hat jemand eine Idee, wo ich sie finden könnte?
Ich habe französische Bio-Kirschen auf dem Markt gekauft, die ca. 20% günstiger als die konventionell produzierten (auch aus Frankreich) waren. Das wollte ich mal erwähnt haben.

Kommentare:

Bolli's Kitchen hat gesagt…

mit Mnadelmilch gerne, aber dieses Hafergemisch, non merci....quoique, ob man's merkt?

Véronique hat gesagt…

Hafer in dieser Mischung schmeckt man nicht. Man merkt nur, dass keine Kuhmilch drin ist. Ich muss auch mit Mandelmilch versuchen, glaube aber, dass es ziemlich dünnflüssig ist, und vermutlich nicht so viel bringt.

Marthe hat gesagt…

es gibt nackthafer, der wächst bereits spelzfrei und muss nicht mehr geschält werden.
normalerweise müsste basic den aber auch im sortiment haben. damit wird dein hafermilchergebnis ein wenig aromatischer und weicher auf der zunge als mit den flocken.

Véronique hat gesagt…

Danke für den Tipp, Marthe! "Nackthafer" kannte ich nicht.