Tarte au haddock et aux poireaux

Anfang März war ich wieder in Südfrankreich, bei wunderschönem Wetter. Während man buchstäblich kilometerlange Spaziergänge machen konnte, ohne ein Mensch zu treffen (zum Glück sind die Jäger jetzt nicht mehr unterwegs), war der Nachteil dieser Saison, dass man noch nicht allzu viel Eßbares in den Gärten finden konnte:


Oder besser:

Ja, Porree gab es noch reichlich, neben, nicht abgebildet, Feldsalat und Roquette (Rucola)... und hier und da wilde Büschel von Löwenzahn, die aber schon ihre Blumen getragen hatten, also nur noch für Suppen gut waren, was mich sehr gefreut hat. (Hier in der Stadt weiß ich nicht, wo ich ein Handvoll pflücken könnte, das nicht von Hunden „markiert“ wurde. Nein, Kulturlöwenzahn ist kein Ersatz.)
Bei einer meiner letzten Besuche bei meinen Eltern hatte meine Mutter eine sehr leckere Tarte mit geräuchertem Schellfisch (Haddock) und Lauch vorbereitet. Ja, Haddock ist ein Fisch, das in Gefahr ist, zu verschwinden: Greenpeace hat es auf seiner roter Liste, und wwf listet nur einige Herkunfte als nicht komplett bedenklich. Grünes Licht geben sie auch nicht . Eine andere geräucherte Fischsorte würde bestimmt auch gut passen. Aber die Zeit, die ich mit meinem Eltern verbringe, ist zu kurz, um lange und vor allem entspannte Diskussionen über die Herkunft vom Fisch zu haben... Da ein Poissonier jeden Sonntag auf dem Wochenmarkt vom Nachbardorf verkauft, wurden dort prompt ca. 300g Haddock gekauft, und die leckere Tarte wieder gebacken. Es ist eine Mischung aus zwei Rezepte aus französiche Zeitschriften, und ich habe einfach meine Mutter über die Schultern geschaut um ihr Rezept notiert.

Tarte au haddock et aux poireaux (Rezept meiner Mutter)

Für eine Tarte (durchmesser ca. 26cm)

Mürbeteig
200 Weizenmehl
100g Butter
1 Prise Salz
Wasser

+ 1 Eiweiß (optional)

(oder Mehl, Wasser und Öl, bis der Teig die richtige Konsistenz hat)

Füllung:
ca. 300g Haddock (Schellfisch, geräuchert, oder eine andere Sorte Räucherfisch)
Milch
3 Lauchstangen
20g Butter
3 Eier
150ml Sahne
Wenig Salz, Pfeffer

Den Mürbeteig vorbereiten und mindestens 10 Minuten kalt stellen.
Gleichzeitig den Haddock in einem Topf mit Milch bedecken, zum kochen bringen, und fünf Minuten in der heiße Milch ziehen lassen.


Abtropfen. Bei Bedarf Haut und Gräte entfernen.
Den Backofen auf 180°C Grad vorheizen.
Den Mürbeteig in die Form ausrollen, und 15 Minuten blind backen. Mit Eiweiß bepinseln und erneut drei Minuten backen.
Den Lauch putzen, fünf Minuten blanchieren, und in Scheiben geschnitten ca. 10Minuten in einer Pfanne mit der Butter „schmelzen“ lassen.
Sahne, Eier und Pfeffer schlagen, wenig salzen.
Die Hälfte des Lauch auf den Tarte-Boden legen, dann den Fisch in Stücke (dieser blättert schön ab),
und den Rest Porree. Sahne-Eier Mischung darauf geben und 30-35 Minuten backen.


Am besten warm servieren.

Was mir eingefallen ist:
Mittags mit Feldsalat aus dem Garten, Abends nach einer Löwenzahnsuppe (Löwenzahn + ein Kartoffel + Salz; optional mit pochiertem Ei), schon hat man den Großteil des Essens fertig.

Fotonachschub:

Knabberzeug (ja, meine Mutter ißt schon mal ein Veilchen beim Spazieren; Ich habe lieber Kleebumen.)

Bald richtig Knabberzeug: Einer der vielen Mandelbäume, die gerade blühen. (Übrigens ein Zeichen dafür, dass es keine Trüffel mehr gibt.)

Kommentare:

Afra Evenaar hat gesagt…

Was hab ich alles gelernt in diesem Beitrag! Danke.

Bolli's Kitchen hat gesagt…

tu étais en Ardèche, non?

Rien à manger, j'ai vu un chat....mais je préfèrre le haddock!!!!

Véronique hat gesagt…

@Afra: Was denn? ;-)

@Bolli's Kitchen: Oui, j'étais en Ardèche! Eingekauft habe ich zum Beispiel hier http://www.youtube.com/watch?v=Frq8VvSfz3Q

Polly hat gesagt…

Direkt heut abend nachgemacht, allerdings mit Räucherforelle, war sehr lecker!

kulinaria katastrophalia hat gesagt…

Löwenzahn ist super und einfach bei den meisten nur verkannt, wenn er blüht, dann ist doch aber die Blüte wunderbar zu verkonsumieren (nussiger Geschmack!).

ps. und auf dem Feld liegt doch ein leckerer Braten ;-)

Véronique hat gesagt…

@Polly: Das freut mich wirklich sehr!
@KK: Manche finden Löwenzahn dann zu bitter für einen Salat. Geschmacksache. Was der Braten angeht: auch Geschmacksache. ;-)