Crique ardéchoise

Als ich vor kurzem einen Artikel (SZ oder FAZ?) über diverse Formen der Reibekuchen gelesen habe, ist mir eingefallen, dass ich die Crique aus der Ardèche, die in Frankreich über die Grenzen des Départements hinaus bekannt ist, noch nicht verbloggt habe.
Vorab muss aber einiges geklärt werden. Auch wenn das Département Ardèche nicht sonderlich groß ist, gibt es bei der Crique wie in anderen Bereiche auch, mehrere Varianten. Geriebene Kartoffeln, Salz, und Knoblauch (zumindest „für die Pfanne“) sind der gemeinsame Nenner. Dann fangen die Unterschiede an: Die „reiche“ Version wird mit Eiern angereicht, und in Butter gebraten; Öl wird in der südlichen Hälfte des Départements bevorzugt; Petersilie kommt häufig in der Vorbereitung vor. Was absolut, aber wirklich gar nicht geht sind Zwiebeln oder Käse: Nicht, dass es nicht lecker ist, aber das hat in einer Crique nichts zu suchen, und die Crique-Polizei wacht.
Die Version der Familie meiner Mutter ist die Kargste, die man sich vorstellen kann. Nicht, dass die Familie für die dortigen Verhältnisse arm war, oder dass es an Eiern und Butter gefehlt hat, eher denke ich, hat es mit Erinnerungen an schwierigeren Zeiten und vielleicht mit der Erbe der Hugenotten zu tun, die es vor 400 Jahren in der Familie gab, und die lieber gearbeitet und gelesen haben, als reicher Kost zu sich zu nehmen, bevor sie schnell umkonvertieren mussten. Die Crique wird häufig als Beilage für Geschmack-intensivere Gerichte, außen vor der „Civet de Chèvre“ (Ziege in einer Sauce, die teilweise aus ihrem Blut erstellt wird) serviert. Ansonsten wird sie gerne zu einem grünen Salat gegessen, als schnelle Mahlzeit. In „unserer“ Version kommt übrigens nicht mal Knoblauch vor, aber das hat damit zu tun, dass die meisten Verwandte dieser Seite Knoblauch nicht sonderlich mögen.

Crique ardéchoise

Für 4 Personen:
800g-1kg mehlige Kartoffeln
Salz

(Knoblauch, entweder gepresst, oder auf die Pfanne gerieben)
Butter
Olivenöl

Die Kartoffeln reiben, salzen, und abtropfen lassen.
Butter und Öl in einer Pfanne erhitzen. Den abgetropften Kartoffelraspel in die heiße Pfanne geben, und zu einen großen „Kuchen“ formen und leicht pressen.
Beidseitig backen, bis die äußeren Schichten Farbe annehmen. Es bedarf ein bisschen Übung, um zu wissen, wann die Crique durchgekocht ist. Wichtig ist, dass sie nicht zu dick sein sollte: Bei größeren Mengen einfach mehrere Criques nacheinander vorbereiten.

Was man noch wissen kann:
Wenn man es versäumt, die Raspeln sofort zu salzen, entsteht eine wunderbare erdige Farbe; einige Trüffelscheiben dazu – nach dem Backen - für den Basalt, und schon hat man eine traumhafte Landschaft auf dem Teller. Nicht wahr?
Wenn man nur Öl benutzen will, nimmt man traditionell eine neutrale Sorte, statt Olivenöl.
In Lyon gab es mal, in den 80er Jahren, ein Restaurant („Le Persil Bémol“), das versucht hat, die Crique als Grundlage für Pizza-ähnlichen Gerichte zu benutzen. Ich glaube nicht, dass es sich durchgesetzt hat, jedoch finde ich das Konzept gar nicht so verkehrt.

Weihnachten vor Weihnachten

Frischer Trüffel aus dem Markt in Richerenches



Jakobsmuschel mit Trüffel gefüllt. Genial! Danke Katia.
Rühreier mit Trüffel. Auch perfekt.
Crique mit Trüffel, mit einem grünem Salat serviert. (Rezept der Crique folgt).
Kein Trüffel-Nachtisch, aber Safran Panna Cotta mit Rosenwasser-Granatapfel
Allen Lesern wünsche ich frohen Weihnachten!