Katalanisches Hühnchen mit Quitten-Allioli

Ich gehe äußerst selten in diese mir nah gelegene Kochbuchhandlung, denn ich kann nicht ohne etwas eingekauft zu haben wieder herauskommen. Besonders gefährlich für mich: Neben deutsche Kochbücher haben sie auch interessante französische und englische Exemplare, auch von den ich noch nie etwas gehört habe. So bin ich vor mindestens einem Jahr Besitzerin von „Crazy Water, Pickled Lemons“ von Diana Henry geworden.

Das Buch ist eine Ansammlung von Rezepte aus dem Mittelmeer, Mittelosten und Nordafrika inklusiv, die nicht nach der klassischen Speiseart (Vorspeise, Dessert, usw.) sondern nach subjektiven Hauptmerkmal sortiert sind. Es fängt mit einem Kapitel wo trockene Gewürze die Hauptrolle haben, dann kommen die stärkeren mediterrane Kräuter Lavendel (ich sage jetzt nicht wieder, was ich dazu denke), Rosmarin, Thymian und Oregano. Nüsse haben ihr Kapitel, typisches Obst auch (Feigen, Quitten, Granatapfel und Datteln), sowie Blumen und noch einiges. Die Autorin war mal Fernsehproduzentin bei der BBC und hat unter anderem mit Hugh Fearnley-Whittingstall gearbeitet.
Sehr schnell war mir folgendes Rezept aufgefallen, das mir als sehr originell und sehr interessant vorkam. Ich habe es endlich nachkochen können, werde ich mit Sicherheit wiederholen (die Quittenallioli separat auch – kann man den übrigens einfrieren?; einfach zu Kartoffeln ist es bestimmt auch sehr lecker), und bevor zuviel Zeit – wie so häufig – vergeht, wird es gebloggt.

Katalanisches Hühnchen mit Quitten-Allioli (aus „Crazy Water Pickled Lemons: Enchanting Dishes from the Middle East, Mediterranean and North Africa“ von Diana Henry)

Für 4-6 Pers.

1,7kg Brathühnchen
Olivenöl
Salz

Füllung:
½ Zwiebel, mittelgroß, klein geschnitten
70g Pancetta
1 EL Olivenöl
25g Pinienkerne
300g Schweinehack
75g Brotkrumen
1 kleines Ei, geschlagen
Blätter von 4 Thymianzweige
2 EL gehacktes Petersilie (glatt)
Frisch geriebener Muskatnuss
Salz, Pfeffer

Allioli:
1 große Quitte, gepellt, entkernt und in Stücke geschnitten
2 Knoblauchzehen
½ TL Salz
75ml mildes Olivenöl
Zitronensaft
1 TL Weißweinessig
1 EL flüssiger Honig

Zuerst die Füllung vorbereiten. Den Zwiebel mit der Pancetta in dem Öl anbraten, bis sie goldfarben sind. In einen mittelgroßen Schüssel geben, und die Pinienkerne in der Pfanne anbraten, bis sie anfangen, leicht braun zu werden. In den Schüssel geben, zusammen mit dem Hackfleich, die Brotkrume, das geschlagene Ei, der Thymian, die Petersilie und die Gewürze. Alles gut zusammen mischen.
Den Ofen auf 180°C vorheizen. Das Hühnchen innen und außen spülen, mit Küchenkrepp trocknen und füllen. Das Hähnchen auf einem Blech platzieren, mit ein bisschen Olivenöl und Salz und ca. 1,5 Stunden rösten.
Für die Allioli werden die Quittenstücke zunächst im Wasser gerade bedeckt gekocht, bis sie zart werden. Es kann bis 30 Minuten dauern. Abtropfen. Die Knoblauchzehen halbieren, wenn vorhanden den grünen Keim entfernen. In einem Mörser den Knoblauch mit dem Salz pürieren, dann die Quittenstücke dazu geben, und weiter verarbeiten, bis sie auch püriert sind. Das Öl langsam zu dem Püree geben Dann ein Spritzer Zitrone, den Essig und den Honig zur Mischung geben. Kühl stellen.

Das Hühnchen zerlegen, servieren, und die Allioli dazu anbieten.


Was man noch wissen kann:
Ich habe dazu Reis serviert, in seiner einfachsten Form.
Ich bin mediterraner als ich dachte: Nicht jeder, der am nächsten Tag arbeitet, ist bereit am Abend zuvor großzügige Mengen von Allioli zu essen... Ahem.

Wenn ich beim Thema Bücher bin: Ich habe entdeckt, dass das Buch von Fumiko Kono, von dem ich auch begeistert bin (Entenmagret mit Kastanienhonig und Apfelsaft hatte ich gebloggt), in deutsch erschienen ist. Man hat zwar jetzt aus ihr eine japanische Amélie in Paris gemacht, aber was soll's: Die Rezepte sind die selben:

Kommentare:

anie's delight hat gesagt…

So ein Rezept für die Quittenaioli hat meine Großmutter aus Frankreich, wo sie jahrelang lebte, mit gebracht und ist von jeher meine Lieblingsaioli. Mit dem Huhn zusammen sicher megalecker.

Christina hat gesagt…

Ogottogott, ich habe mir gerade mal den Link zu dieser Kochbuchhandlung angeschaut, bin ich froh, dass das so weit weg ist, ich würde da glaube ich jeden Monat mein komplettes Gehalt auf den Kopf hauen! ;-) Das Rezept klingt auch sehr lecker.

Véronique hat gesagt…

@Anie: Katalonien liegt auch teilweise in Frankreich. Das vergesse ich aber selbst häufig.
@Christina: Du hast auch bestimmt gesehen, dass man auch Online kaufen kann. Zum Glück steigt deutlich das Risiko erst beim durchblättern. ;-)