Marillenknödel à la Bolli

Bis gestern hatte ich noch nie Marillenknödel gesehen - wahrscheinlich verbringe ich doch nicht genug Zeit auf Kochblogs - und noch weniger welche gegessen. Heute Abend ist es schon ganz anders, denn nachdem ich gestern die Anleitungen bei Bolli's Kitchen entdeckt habe, wie immer klar und einfach, bin ich zum Markt gegangen, habe dort sechs Aprikosen ausgesucht, alle gleich groß und gleich reif, und habe bei der nächsten Gelegenheit das Rezept probiert. Eben. Ich habe für sechs nicht wirklich kleine Aprikosen das Rezept halbiert. Ansonsten, einzige Änderungen: Statt Vanille kam bei mir Macha in den Teig; Ich habe japanische Semmelbrösel ("Panko" = wortwörtlich Brotmehl) aus der Tüte benutzt

und vermutlich mehr karamelisiert, und die Entkernung habe ich auch japanisiert, mit Kochstäbchen.

Das klappte auch wunderbar. Die Zuckerwürfel habe ich im hausgemachten Eau de Vie meines Vaters getunkt, auch eine hervorragende Idee. Die Vorbereitung fand ich wirklich nicht schwierig: Danke an Katia und ihre österreichischen Freunden für die Erklärungen.

Hoffentlich werden sich mehr daran trauen, denn es lohnt sich wirklich.

Clafoutis fraises-coco

Dass ein Clafoutis ein bestimmter Kirschkuchen ist, aber dass andere Obstkuchen auf selber Basis auch so genannt werden, habe ich schon mal erklärt, und einige Rezepte gibt es hier auch schon.

Ich hatte letzte Woche deutsche Erdbeeren gekauft, zwar aus dem Markt und ausnahmsweise mit Namen (Elsanta), aber nach den Erdbeeren, die ich in Frankreich wenige Wochen zuvor gegessen hatte (Mara des Bois, Gariguette und Ciflorette), waren sie mir zu fade, um roh auf eine Tartelette zu landen. Und so habe ich sie in einen Clafoutis verarbeitet, mit Kokosnussmilch statt Kuhmilch vorbereitet. Da die erste Version, trotz nicht ganz zufriedenstellenden Aussehen, sehr gut geschmeckt hat, habe ich jetzt eine zweite Serie produziert, diesmal in kleine Formen. Die Präsentation ist weiterhin nicht Top, was sowohl auf die Temperatur meines Backofens als auch auf die Zusammensetzung des Teigs zurückzuführen sein könnte, aber es schmeckt immer noch sehr gut und lässt sich auch ins Büro als Nachtisch mitnehmen, was mir sehr entgegen kommt. Das Rezept habe ich aus dem Blog Péchés Mignons genommen, und leicht abgeändert.


Clafoutis Fraises-Coco

Für über 12 Muffin Förmchen oder einen 20x30cm Gratinform


500g Erdbeeren
100g Mehl
100g Zucker
3 Eier
10cl Sahne
35cl Kokosnussmilch
50g + 10g Butter

Backofen auf 180°C vorheizen.
Eier, Zucker und Mehl zusammen schlagen. 50g Butter, geschmolzen oder sehr weich, dazu geben, und unter ständigem schlagen die Kokosnussmilch und die Sahne dazu geben.
Die geputzte Erdbeeren in den Formen verteilen. Den Clafoutis-Teig darüber verteilen, und 25 bis 30 Minuten backen. Kalt servieren.

Was man noch wissen könnte:
Im ursprünglichen Rezept war 25cl Kokosnussmilch und 20cl Sahne; da der Geschmack der Kokosnuss nicht dominiert, habe ich die Proportion geändert. Kokosnussflocken kann man auch mit Sicherheit hinzufügen.
Vanille und beim zweiten Mal ein bisschen Rum habe ich auch dazugegeben.

Tarte aux pralines roses

Ich bin leicht – ahem - aus dem Rhythmus gekommen, und dabei wollte ich dieses Rezept bereits für das Mandel-Event und dann für das Jubiläum von Kochtopf posten. Nachträglich, also wirklich spät, alles Gute zum 4. Geblogstag und vielen Dank für deinen Einsatz, Zorra, denn ohne Dich wäre die deutschsprachige Kochblogosphäre wirklich um vieles ärmer.

Folgende Tarte ist eine Spezialität aus Lyon, in der ein Hauptzutaten vorkommt, den man so weit ich weiß nur in Frankreich findet, und dort auch nicht überall.Pralines roses sind Mandeln mit rosa-gefärbtem Zucker ummantelt. Sie werden als ganze Pralines verkauft, um sie dann in Brioches de Saint-Genix zu benutzen, oder auch bereits gebrochen, für die sehr beliebte Tarte. In Paris findet man die Pralines bei G.Detou; in Lyon zum Beispiel bei Bahadourian in Les Halles, nicht weit von der Gare de la Part-Dieu, und in der Savoie sollte man sie auch relativ leicht finden. Für diejenigen, die mal Richtung Südfrankreich mit dem TGV fahren, und in Lyon Part-Dieu umsteigen, lohnt es sich, deswegen eine richtige Pause einzulegen: Les Halles ist der Ort, wo Köche wie Bocuse (na ja, in seinem Alter wohl nicht mehr, aber anderen schon) täglich einkaufen. Und ganze Pralines kann man auch in dem Bahnhof selbst kaufen.Das Rezept habe ich aus dem schönen - nicht nur optisch - Blog Epices et Compagnie entnommen.


Tarte aux pralines roses (nach Epices et Compagnie)

Mürbeteig:
200g Mehl
100g Butter
½ TL Salz
5cl kaltes Wasser

Füllung:
300g Pralines roses (am besten Bruch, ansonsten mit einem Hammer oder Mörser zerkleinern)
300g dickflüssige Crème Fraiche

Den Mürbeteig vorbereiten, und zur Seite legen, eventuell eine Stunde im Kühlschrank.
Den Backofen vorheizen, auf 180°C.
Die Crème Fraîche und den Bruch von Pralines roses in einen Topf geben, und langsame erhitzen, bis die Zucker sich aufgelöst hat. Dann 15 Minuten reduzieren lassen, und dabei ab und an umrühren. Die Mischung wird leicht dickflüssiger.


In der Zwischenzeit der Mürbeteig in einer Tarte-Form 10 Minuten blindbacken.
Die rosa-farbene Mischung darin geben, und 15 Minuten backen.
Kalt werden lassen, und anschließend ins Kühlschrank stellen.
30 Minuten vor dem Verzehr herausnehmen.



Was man noch wissen sollte:
Entgegen der Erwartungen ist diese Tarte ein eher leichtes Dessert. Das wurde mehrmals bestätigt, ist also mehr als meine subjektive Meinung, im Ernst.






Außerdem sorgt ihre ungewöhnliche Farbe leicht für Begeisterung, und das bei, sobald man die Pralines hat, wenig Aufwand.