Pickles von Zitrusfrüchte

Habe ich schon erwähnt, dass La cuisine du jardin eines meiner Lieblingsblogs ist? Wenn nicht, ist es wirklich Zeit. Ein Franzose in Südportugal berichtet darin über die unglaublichsten Gemüse- und Obstsorten, die bei ihm wachsen, und wie er sie vorbereitet, einlegt, und zu anderen Produkte zusammenfügt, die seiner Meinung nach am besten zusammen passen. Bei seiner Erfahrung und Kenntnisse kann man ihm sicher folgen, vorausgesetzt, man findet auch die wundersame Produkte, die bei ihm wachsen. Das ist nicht immer leicht, aber manchmal gibt es doch Rezepte, wie diese Pickles, die auch Deutschland-tauglich sind. So habe ich letzte Woche, Minuten nachdem ich das Rezept gelesen habe, bei „meinem“ Bio-Supermarkt Zitrusfrüchte eingekauft, und heute konnte ich schon die ersten essen. Da es bestimmt anderen interessieren kann, warte ich nicht, bis die Zeit der Zitrusfrüchte vorbei ist, um das Rezept zu posten.
Pickles von Zitrusfrüchte (La cuisine du jardin)



Bio Zitrusfrüchte nehmen: Kumquats, Orangen, Mandarinen, Bergamotte, Pomelos, usw.
Sämtliches Obst in der Größe eines halben Kumquats schneiden, und in sauberen Gläsern geben.
Mit Zitronensaft komplett auffüllen, 120g Salz pro Liter hinzufügen, und dicht verschlossen im Kühlschrank aufbewahren. Schon nach einer Woche kann man die ersten essen.






Zu Lauch und Brokkoli passen sie, nachdem sie einige Minuten im kalten Wasser entsalzen, und in kleinen Stücke geschnitten wurden, am besten, aber auch zu Fleischterrine oder in einer Sauce Gribiche anstelle von Cornichons und Kapern.


Was man noch wissen kann:

In meiner Mischung sind Kumquates, eine Orange, eine Clementine und ein bisschen Zitrone. damit habe ich zwei kleine Gläser gefüllt.

Ich habe sie zuerst in einer Chicorée-Salat probiert - es war gut, aber nicht umwerfend - und dann mit Brokkoli und Olivenöl, und das ist eine richtig gelungene Kombination.
Ein Rezept für Citrons confits habe ich auch schon gepostet.

Pastasotto mit Salbei

Risotto vorbereiten finde ich sehr entspannend, aber manchmal ein bisschen zeitraubend, zumindest unter der Woche wenn es flott gehen muss. Ein Pastasotto dagegen lässt sich je nach Pastasorte schneller machen, und hat trotzdem genau die selbe entspannende Qualität. Viel braucht man dafür nicht unbedingt zu haben: hier sogar nur frische Kräuter (aber guter getrocknete Thymian hätte ich auch genommen), Butter (Öl wäre aber auch gegangen), und ein Stückchen Käse (das im jetzigen Fall eigentlich optional ist).
Pastasotto mit Salbei

Für 2 Pers. (Hauptspeise):
250g Penne oder andere "kurze" Pasta
ca. 20 Blätter frische Salbei
30g Butter
ein bisschen Hühnerbouillon*, Wasser
30g Käse (hier Morbier)
Salz, Pfeffer



Butter erhitzen und die Salbei dazu geben, damit sie schon ein bisschen von ihrem Geschmack entfaltet. Pasta dazu geben, und Bouillon. Unter hoher Hitze ständig rühren, und mit Bouillon oder Wasser nach und nach nachgiessen, bis alle Nudeln von einer cremiger, perlmutt Sauce umhüllt sind. Käse darin schmelzen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Sofort servieren.





Was man noch wissen kann:
Mir hat es besser als die klassischen Pasta mit Butter und Salbei geschmeckt, denn die Nudeln schmecken einfach intensiver nach Salbei.
* Weil die Salbei sehr intensiv ist, braucht man in diesem Fall nicht unbedingt Bouillon. Ich habe aber vor kurzem aus den Resten eines gebratenen Huhns Bouillon gemacht, und Teil davon in Eiswürfeltüten eingefroren: vier Würfel sind in diesen Nudeln gegangen.
Andere Pastasotto-Ideen in deutsch findet man hier, da (gleich mehrere), oder auch da.

Crêpes für die Chandeleur

Heute, wie alle Jahre wieder am 2. Februar, feiert man in Frankreich die Chandeleur (in Mexiko, Kanada und USA feiert man auch), ursprünglich ein Fest bei den Römern und bei den Kelten, bei den sich ein Papst abgeguckt, und es in Maria Lichtmess mutiert hat. Der 2. Februar ist seit eh und je vielerorts in der Welt der Tag, an dem Weihnachtsbaum und Weihnachtskrippe entfernt werden, wie auch am Petersplatz in Rom.
Dieser Feier ist in Frankreich besonders beliebt, nicht, weil die Franzosen besonders fromm sind – und ich vermute, die meisten wissen gar nicht, was an dem Tag gefeiert wird – sondern weil man an dem Tag Crêpes isst. In den Vorschulen werden auch passend dazu Chandeleur-Lieder gelernt: Ich hätte gerne auf eine verlinkt, aber ich habe keine mp3 gefunden.
Da in meiner Familie Crêpes nicht nur am 2. Februar gegessen wurden – es war ein beliebtes Sonntag Abendessen bei uns, und es gab dann immer welche für das Frühstück am nächsten Tag, für die wir schneller aufgestanden sind – brauche ich wirklich kein Buch aufschlagen, um sie zu machen, aber es gibt viele Versionen.


Crêpes

Für ein komplettes Crêpe-Essen für 6 Pers.:
1 Liter Milch
450g Mehl
6 Eier
Salz, und wenn alle Crêpes süß gegessen werden, braune Zucker
1 EL Butter
Butter für die Pfanne
Füllungen nach Wunsch

Aus den Zutaten mit Hilfe eines Stabmixers den Teig machen, und am besten ein Paar Stunden oder Übernacht im Kühlschrank lassen.
Crêpes in der Crêpe-Pfanne backen, die mit ein bisschen Butter eingefettet wird, am besten mit Küchenpapier, damit nur ein dünner Film hinterbleibt. Welche Temperatur für das Backen richtig ist, hoch auf jeden Fall, entdeckt man beim backen schnell genug, aber ein Tipp: Die Crêpe muss singen (=Der Teig muss beim Kontakt mit der Oberfläche der Pfanne Geräusche von sich geben).


Was man noch wissen kann:
Ein wichtiger Tipp in dieser Krisenzeit: Am Tag der Chandeleur sollte man versuchen, die Crêpe aus dem Handgelenk zu drehen, während man in der anderen Hand eine Münze hält, denn es macht reich, wenn es gelingt. Die Trefferquote ist auch mit Sicherheit höher als beim Lotto.
Für mich ist die allerbeste, unschlagbare süße Füllung, Vergeoise brune, ein dunkelbrauner, feuchter Zucker aus Nordfrankreich und Belgien, mit ein bisschen Sahne. Vergeoise finde ich hier nicht, dafür aber der britische Tate & Lyle Dark Brown Sugar, der große Ähnlichkeiten hat.
Für diese Crêpes habe ich ausnahmsweise die Milch erhitzt und Tee darin ziehen lassen, deswegen die leichte Beige-Farbe.
Crêpe-Teig hält im Kühlschrank in einer Flasche ein paar Tage.