Crêpes für die Chandeleur

Heute, wie alle Jahre wieder am 2. Februar, feiert man in Frankreich die Chandeleur (in Mexiko, Kanada und USA feiert man auch), ursprünglich ein Fest bei den Römern und bei den Kelten, bei den sich ein Papst abgeguckt, und es in Maria Lichtmess mutiert hat. Der 2. Februar ist seit eh und je vielerorts in der Welt der Tag, an dem Weihnachtsbaum und Weihnachtskrippe entfernt werden, wie auch am Petersplatz in Rom.
Dieser Feier ist in Frankreich besonders beliebt, nicht, weil die Franzosen besonders fromm sind – und ich vermute, die meisten wissen gar nicht, was an dem Tag gefeiert wird – sondern weil man an dem Tag Crêpes isst. In den Vorschulen werden auch passend dazu Chandeleur-Lieder gelernt: Ich hätte gerne auf eine verlinkt, aber ich habe keine mp3 gefunden.
Da in meiner Familie Crêpes nicht nur am 2. Februar gegessen wurden – es war ein beliebtes Sonntag Abendessen bei uns, und es gab dann immer welche für das Frühstück am nächsten Tag, für die wir schneller aufgestanden sind – brauche ich wirklich kein Buch aufschlagen, um sie zu machen, aber es gibt viele Versionen.


Crêpes

Für ein komplettes Crêpe-Essen für 6 Pers.:
1 Liter Milch
450g Mehl
6 Eier
Salz, und wenn alle Crêpes süß gegessen werden, braune Zucker
1 EL Butter
Butter für die Pfanne
Füllungen nach Wunsch

Aus den Zutaten mit Hilfe eines Stabmixers den Teig machen, und am besten ein Paar Stunden oder Übernacht im Kühlschrank lassen.
Crêpes in der Crêpe-Pfanne backen, die mit ein bisschen Butter eingefettet wird, am besten mit Küchenpapier, damit nur ein dünner Film hinterbleibt. Welche Temperatur für das Backen richtig ist, hoch auf jeden Fall, entdeckt man beim backen schnell genug, aber ein Tipp: Die Crêpe muss singen (=Der Teig muss beim Kontakt mit der Oberfläche der Pfanne Geräusche von sich geben).


Was man noch wissen kann:
Ein wichtiger Tipp in dieser Krisenzeit: Am Tag der Chandeleur sollte man versuchen, die Crêpe aus dem Handgelenk zu drehen, während man in der anderen Hand eine Münze hält, denn es macht reich, wenn es gelingt. Die Trefferquote ist auch mit Sicherheit höher als beim Lotto.
Für mich ist die allerbeste, unschlagbare süße Füllung, Vergeoise brune, ein dunkelbrauner, feuchter Zucker aus Nordfrankreich und Belgien, mit ein bisschen Sahne. Vergeoise finde ich hier nicht, dafür aber der britische Tate & Lyle Dark Brown Sugar, der große Ähnlichkeiten hat.
Für diese Crêpes habe ich ausnahmsweise die Milch erhitzt und Tee darin ziehen lassen, deswegen die leichte Beige-Farbe.
Crêpe-Teig hält im Kühlschrank in einer Flasche ein paar Tage.

Kommentare:

Bolli's Kitchen hat gesagt…

vielleicht sollte ich bei Dir Nachhilfe nehmen?

Comme il faut....

Eva hat gesagt…

Wie schon bei Bolli kann ich auch hier nur sagen: diesem Fest wäre ich nicht abgeneigt!:-)

Barbara hat gesagt…

So sehen perfekte Crêpes aus - das Rezept habe ich mir gleich abgespeichert, aber ich ahne schon, dass ich auch Nachhilfe brauche. :-)

Véronique hat gesagt…

@Bolli: Du machst eine richtige Blockade, wenn es um französischen Süßspeisen angeht, die mit bestimmten Feiertage zu tun haben, oder? ;-) Bûche de Noel, Galette des Rois, und jetzt Crêpes (obwohl es diesmal anscheinend nichts mit dem Geschmack zu tun hat). Kaiserschmarrn gefällt mir aber auch sehr!

@Eva: Du darfst ruhig heute Abend mitfeiern!

@Barbara: Lass Dich nicht von einer Exildeutsche verirren: Crêpes machen ist wiklich einfach. So sehr, dass ich, wie man sieht, Schwierigkeiten habe, das Prozess zu beschreiben. Am besten gleich viel Teig machen, und üben, bis es selbstverständlich ist.