Leichtes Mangold Curry

Diese Improvisation ist eine Ableitung vom klassischen Kokosnussmilch/Tomaten/Zitronen Curry: Zwar habe ich ein oder zwei Rezepte aus den Feiertagen, die ich posten könnte, aber ich habe jetzt große Lust auf Gemüse, und viel weniger auf Sahne, Butter und Fleisch, und ich behaupte einfach, dass ich nicht die einzige bin. Zu weißem Fisch sollte es auch gut schmecken, denke ich.

Leichtes Mangold Curry

Für 2 Pers.
400g Mangold, geputzt, weiße Stiele in 1-2cm Stücke, Blätter in Streifen
1 Zwiebel, gewürfelt
Saft einer ½ Zitrone
4 EL getrockneter Kokosnussraspel
1 kleine Dose geschälte Tomaten
1-2 Knoblauchzehen
1-2 TL Brotgewürzmischung (Kümmel, Fenchel, Koriander)
2-3 Kapseln Kardamom
1 TL Ingwerpulver
1 TL Turmeric
2 EL Olivenöl
Salz

Optional: Petersilie oder Koriander

Aus dem Knoblauch und sämtliche Gewürze in dem Mörser eine Paste bilden.


Öl in einer Pfanne erhitzen, und die Gewürzmischung darin unter Rühren ein paar Minuten erhitzen. Zwiebel und Mangoldstielstücke hinzufügen, und unter Rühren 4-5 Minuten anbraten, dann den Zitronensaft und die Mangoldblätter dazugeben, rühren,
und nach eine Minute die Tomaten und den Kokosnussraspel hinzufügen. Zum köcheln bringen, und ca. fünf Minuten lang kochen. Erst jetzt mit Salz abschmecken, und servieren.


Was mir aufgefallen ist:
Es ist zwar anders, aber Kokosnussraspel ist ein praktischerer, und leichterer Zutat als Kokosnussmilch, finde ich.
Jedes Mal, wenn ich Mangold kaufe und vorbereite, danke ich Deutschland dafür, dass ich hier erfahren habe, dass nicht nur die Stiele* essbar sind, und dass man sie nicht zwangsläufig mit Béchamelsauce essen muss.
* Wenn man in meiner Familie – und allgemein in der Provence - den Schwein geschlachtet hat, hat man „Caillettes“, eine Art Fleischklösschen, das wir beim Nachbarn im Holzbackofen gebacken haben, und noch am gleichen Tag und über die nächsten meistens aufgegessen hat, vorbereitet. Sie werden warm oder kalt gegessen, in Scheiben geschnitten, wie Pastete. Manche machen sie „weiß“, mit Kartoffeln in der Fleischmischung, und andere „grün", mit Spinat und Mangoldblätter (bei "weisser" Mutter und "grünem" Vater - ich bin
offensichtlich das Produkt einer gemischten Ehe - gab es beides): Es ist meine einzige frühere Erinnerung an dem Verzehr von Mangoldblätter, oder, wie meine Rechtschreibprüfung jetzt vorschlägt, Skandalblätter...

Edit vom 27. März 2011:
Mittlerweile habe ich den wieder gekocht, mit weniger Gewürze (Ingwer, Kurkuma, Zitronenzeste), ohne Kokosmilch, und vor allem nach den Anleitungen von Franz in den Kommentaren, und es wurde sehr gut aber auch sehr bunt:

Kommentare:

einfachkoestlich.com hat gesagt…

Ich muss gestehen, dass ich erst vor etwa 2 Jahren herausgefunden habe, dass man Mangold überhaupt essen kann! :))
Mal im Ernst: sehr gut finde ich es, die Stiele und die Blätter getrennt zuzubereiten - Stielabschnitte in Olivenöl mit Knoblauch, Schalotte und wenig Brühe etwa 15 min. schmoren, Blätter kleinschneiden und in extrem gesalzenem Wasser sehr kurz blanchieren. Dann kann man wieder alles zusammenschütten und mit Gewürzen abschmecken.
Durch Zitronensäure wird das Blattgrün übrigens sehr schnell grau oder schwarz. Das kann man vermeiden, indem man nur Zitronenschalen-Abrieb verwendet.

Alles Gute und viel Freude am Kochen auch im neuen Jahr
wünscht Franz

Véronique hat gesagt…

Und schon wieder habe ich etwas nützliches über Mangold erfahren. :-) Deine Vorbereitungsart macht Sinn (und mit Zitronenschalen schmeckt es bestimmt sehr gut), hier hätte aber die Tomatensäure vermutlich auch die Blattfarbe geändert.
Frohes Neues Jahr von mir! (Die Freude am Kochen sollte bei mir schnell weiter wachsen, denn ich habe in den letzten Tagen einiges in meine Küche geholt, die dazu beitragen.)

Mingoumango (La Mangue) hat gesagt…

Une question bête, mais Mangold, ça correspond à quoi en français...?

Véronique hat gesagt…

@ Mingoumango: Ce ne sont pas des mangues (Mango ici), mais des bettes! Le nom est bien plus appétissant en allemand, n'est-ce pas?

Mingoumango (La Mangue) hat gesagt…

Merci ! Alors en fait, quand j'étais à Vienne, je mangeais des bettes sans le savoir. Et moi qui croyais ne pas aimer ça... ;-)

Véronique hat gesagt…

Toi aussi, tu ne connaissais que les côtes à la béchamel? :-)

Anonym hat gesagt…

hab das exotische Mangoldrezept gerade probiert: toll! Dass Kardamom, Koriander und Mangold so gut zusammenpassen, hätt ich nicht gedacht. Hab übrigends frischen Ingwer genommen.

Die Landprinzessin

Anonym hat gesagt…

Super leckeres Rezept, auch ohne Kokosraspel... ich habe noch Kürbis hinzugefügt - passt geschmacklich und auch optisch gut zu Mangold mit gelben und roten Stengeln.

Anonym hat gesagt…

Hmmm... das hat sehr gut geschmeckt.

Vielen Dank für das Rezept!
Anna