Gâteau des Rois

Das erste Rezept auf diesem Blog, eigentlich überhaupt dern Grund, warum ich diesen Blog vor zwei Jahren gestartet habe, war eine Galette des Rois mit Schokolade. Mir schmeckt heute eigentlich am Besten die klassische Galette, mit Mandelcrème gefüllt, aber, da ich dieses Jahr zwei Mal dazu komme, einen Dreikönigskuchen zu machen, habe ich mich für den ersten der Beiden für den altmodischen Gâteau des Rois entschieden, der bis Ende der 70er oder Anfang der 80er Jahre die einzige Version war, die ich kannte, und die es nur eine Woche lang beim Bäcker und Konditor gab. Heute findet man das Galette schon ab Anfang Dezember – das verstehe ich im Ernst gar nicht - und bestimmt bis Ende Januar, deswegen habe ich kein Problem damit, einige Tage nach dem 6. Januar einen Dreikönigskuchen zu backen, und zu essen. Und ehrlich gesagt meine Gäste auch nicht.
Dieser Gâteau des Rois ist etwas, was man früher besonders in Südfrankreich gegessen hat. Deswegen ist für mich das Orangenblütenwasser unter den Zutaten sehr wichtig, währen ich auf Rhum und Vanille verzichten kann. Ich habe das Rezept auf Meilleur du Chef gefunden, und halbiert, und obwohl es dann angeblich für 4 Personen sein soll, haben alle vier noch ein Stück fürs Frühstück noch gehabt, also für 6-8 ist es eigentlich genug.

Gâteau des Rois
500g Mehl
10g Salz
125g Zucker
115g Butter (Raumtemperatur)
170g Eier (mehr als drei bei mir; das vierte habe ich geschlagen, und den Rest für die Oberfläche des Kuchens aufbewahrt)
60g Milch + Wasser
15 frische Hefe
Rum
Vanille-Extrakt
Orangenblütenwasser
Kandiertes Obst (Angelika, Kirschen, Feigen, Clementinen, nach Wahl; sie stellen die Edelsteine der Krone dar)
Hagelzucker
1 Fève (Bohne)
Wasser und Milch auf 30-40°C Grad erwärmen, und die Hefe darin auflösen.
Im einem großen Schüssel das Mehl geben, in der Mitte den Salz, der Zucker, die Eier. Wasser-Milch-Hefe dazu geben und zu einem Kugel formen. Rum, Vanille und vor allem Orangenblütenwasser dazu geben.
Die Butter in kleine Stücke dazu geben und zu einen homogenen Teig kneten.
48 Stunden lang „in der Kühle“ aufgehen lassen (da passiert nicht viel).
Drücken, und in Krone formen. Bohne darin verstecken.
Bohnen aus dem 21 Jh. entdecken Bohnen aus dem Anfang der 1990er Jahre.
Warten, bis der Teig verdoppelt ist. Mit Eigelb bestreichen. Mit kandiertem Obst und Hagelzucker dekorieren.

Bei 180°C backen, bis eine schöne goldene Kruste entsteht. (Bei mir ca. 30 Minuten)


Was mir eingefallen ist:
Der Teig ist dichter als bei der Brioche. Beim nächsten Mal würde ich den Kuchen Nachmittags mit einem Kakao servieren, wie die Spanier es machen. Oder mit Konfitüre. Als Nachtisch kann es einem umhauen.
Das kandierte Obst habe ich in einer großen Boutique, die mit schön präsentierten Süßigkeiten (Kekse, Bonbons, Caramels, usw.) gefüllt war, im schönem Uzès in Südfrankreich gekauft. Zu meiner Überraschung habe ich wenige Tage später in Brügge ein Boutique mit selber Deko, Name und Produkte entdeckt... Mittlerweile weiß ich, dass „La Cure Gourmande“ eine Kette ist, die bis ins Barcelona vertreten ist. Das Gute: Wenn ich nach Frankreich, Belgien oder eben Barcelona reise, kann ichdadurch relativ leicht zu kandiertes Obst kommen, wobei gute Konditoreien so was auch anbieten.

Aktuelle Dreikönigskuchen-Kollektionen, genau wie die jährlich wechselnden "Bûche" zum Weihnachten, sind in Frankreich bei den großen Patissiers Pflichtprogramm. Sogar Karl Lagerfeld hat schon mal für Lenôtre ein Bûche entworfen, wenn auch er vermutlich keine Scheibe davon gegessen hat. Ein Besuch auf diese Seiten lohnt sich: Ladurée, mit eher klassischen Gâteau und Galette, aber Sammelbohne in Porzellan; bei Dalloyau wird das Galette mit geröstete Mandarine und kandierte Orange abgeschmeckt, und die Bohne kann als Schmuck getragen werden; bei Pierre Hermé ist es eine Brioche mit Crème Mousseline mit Passionsfrucht, kandiertes Obst und Crumble; bei Christophe Michalak finde ich kein Galette, aber die Weihnachtskollektion lässt sich sehen; und bei gestern verstorbene Lenôtre eine Fusion zwischen Macaron und Galette. Ehrlich gesagt, wenn ich das sehe, bekomme ich schon ein bisschen Heimweh...

Kommentare:

bolliskitche hat gesagt…

kann man auch noch im Mai essen....

je veux dire qu'on n'a pas besoin de date pour manger un tel ou tel gâteau...

Véronique hat gesagt…

Kann man, aber im Mai habe ich in der Regel Lust auf andere Rezepte als im Januar. Die Seltenheit ist häufig der halbe Spaß.