Gâteau des Isles

Kurz vor Weihnachten habe ich von meinem Eltern, die derzeit dort sonnen und wandern, ein Paket voller Obst aus La Réunion erhalten, das zwei Tage zuvor geschickt worden war, wie auch ein Topf Litschihonig, Obstbrot, und ein Kalender, der mit lokaler Schönheiten geschmückt ist (früher wurde eine lokale Tageszeitung vom Verschickungstag hinzugefügt, was mir besser gefiel):

Das kann man sich übrigens schicken lassen, auch wenn man keine Verwandten auf dem Insel hat, über http://www.colipays.com/ . Auch in den Jahren, wo meine Familie Weihnachten zusammen in Frankreich feiert, lassen wir uns Litschis, die zum Weihnachten Hochsaison haben, schicken, wie die Bewohner in La Réunion es auch an ihre Verwandten und Freunden tun, die in die „Métropole“, der Brocken Frankreich, der in Europa liegt, ausgewandert sind. Und diese Litschis werden im Nu verputzt, trotz der großen Menge.
Für mich in Düsseldorf war das Aufessen schon ein bisschen schwieriger, und während ich drei sehr leckere Mangos problemlos über ein paar Tage essen kann, sieht es mit Ananas schon anders aus. Also habe ich mit einem diesen Kuchen gemacht, aus diesem kleinen Buch, in dem sich fast 40 Rezepte für klassische lokale Desserts befinden:


Der Ananaskuchen ist leicht, schmackhaft und saftig, und laut den Testern, ich inklusiv, wirklich gelungen.

Gâteau des Isles (aus Savoir cuisiner créole: Desserts - Réunion)
Für 6 Pers.

1 frischer Ananas oder 1 Dose Ananas
4 Eier
60g Butter
180 + 120g Zucker
180g Mehl
1 Päckchen Backpulver
nach Wunsch Puderzucker

Die Ananas schälen, in mittleren Scheiben schneiden, und den Saft auffangen.
In einem Schüssel die Eier und 180g Zucker intensiv verrühren, bis die Masse hell wird. Mehl und Backpulver dazu geben und verrühren.
Eine Form buttern. Die Ananasscheiben halbieren und abtropfen, dabei den Saft auffangen.
Ofen auf 6 (180°C) vorheizen.
Die Form mit der Hälfte der Scheiben belegen. Die Hälfte des Teigs darüber verteilen, dann den Rest der Scheiben und den Rest des Teigs.
Ca. 40 Minuten backen.


Karamell aus 120g Zucker, 40g Butter und Ananassaft vorbereiten. Auf den umgekippten verteilen, solang es heiß ist.



Vor dem servieren mit Puderzucker bestauben, oder nicht.

Was mir aufgefallen ist:
Weil ich wenig Saft hatte, habe ich in das Karamell ein paar Tropfen Orangenöl gegeben. Ansonsten habe Karamell wie üblich gemacht: Zuerst nur die Zucker karamellisiert, und erst dann den Saft und die Butter dazu gegeben. Ich hätte es fast so essen können, so gut hat er geschmeckt. Bei dem Kuchen dringt er zwischen die Scheiben ein bisschen nach unten, und kreiert saftige, leckere Marmorierungen.

Kommentare:

Nathalie hat gesagt…

Das Buch habe ich letztes Jahr von unserem Réunion-Urlaub mitgebracht, ich muß es langsam auch mal angreifen, und daraus etwas backen/kochen.

bolliskitchen hat gesagt…

ach, da wäre ich jetzt auch lieber als im verschneiten-verregneten grauen Paris!

Lecker Dein Kuchen, muss ich mal ausprobieren!

Liebe Grüsse,

ostwestwind hat gesagt…

Sieht sehr appetitlich aus, dein Kuchen!

Véronique hat gesagt…

@ Nathalie: Das Buch ist da sehr populär... oder das einzige, vielleicht? Hast Du auch das Buch zu den Vorspeisen und Hauptspeisen? Die Rezepte sind meistens recht einfach, nur an die Zutaten kommt man nicht immer.

@ Bolli: Über 30°C laut frischen Nachrichten, aber manchmal kurze, heftige Schauer... Und hier in Ddf -13°C heute Nacht, und maximal -5°C morgen...

@ Ulrike: Zum Glück ist Kuchen backen meistens viel einfacher als Brot backen. :-)

Barbara hat gesagt…

Bei -9 Grad träumt man sich nach Réuninon... :-)

Ein schöner Kuchen, der bringt richtig Sonne auf den Bildschirm!