Wie der „Opéra“ (eine regelrechte Opéra-Epidemie hat es in letzter Zeit im großen Teil der Blogosphere gegeben) ist der Fraisier, ein Kuchen bestehend aus Biscuit mit Crème und Erdbeeren gefüllt, der in den 60er Jahre kreiert worden ist, ein Klassiker in Frankreich. Anders als der Opéra wird er schon seit eh und je auch zu Hause gebacken. Mein erster Fraisier habe ich mit zartem 14 gemacht, für einen Muttertag, und heute noch kann ich mich daran erinnern, dass ich beinahe 5 Stunden daran gearbeitet hatte…
Vor kurzem war es wieder soweit (nicht mit dem 5 Stunden an einem Kuchen arbeiten, sondern mit Fraisier backen): Ich sollte zu eine Geburtstagsparty etwas Süßes bringen, und ich habe die Gelegenheit ausgenutzt, um diesen schon leicht kitschigen Kuchen zu machen. Nach einem Rezept habe ich im Internet gesucht, und folgendes gefunden.
Fraisier – Erdbeerkuchen (nach „Popeline's“ Rezept)
600g Erdbeer
Biscuit 9 Eier 225 g Mehl 225 g Zucker 1 TL Vanille (ich habe eine Vanilleschote lieber zu der Crème gegeben)
Crème Mousseline
9 Eidotter 350 g Butter 150 g Zucker 75 g Stärke
0,75 l Milch
Sirup 50 g Wasser 50 g Zucker
2 EL Erdbeersirup (bei mir Rosensirup)
Crème Mousseline:
Milch mit Vanille kochen.
In einem Schüssel die Eidotter mit dem Zucker schlagen, bis die Masse weisser wird, dann die Stärke und unter ständigem Rühren die heisse Milch hinzufügen. Zum kochen bringen und zwei Minuten unter ständigem Rühren kochen lassen. Vom Herd nehmen und 120g Butter dazu geben. Kühlen lassen.
Wenn die Crème kühl ist, die restliche Butter, bei Zimmertemperatur, schlagen, und zu der Crème geben. Die Mischung 5 Minuten lang schlagen und in dem Kühlschrank kühlen lassen. Die Crème muss fest genug sein.
Sirup:
Wasser und Zucker zum kochen bringen. Sofort aus dem Herd nehmen und den parfümierten Sirup dazu geben. Zur Seite stellen.
Biscuit:
Eiweiss von Eidotter trennen.
eidotter mit dem Zucker weiss schlagen, Mehl hinzufügen. Eiweiss steif schlagen, mit einer Prise Salz, und vorsichtig zu der Eier-Zucker-Mehl Masse geben.
Auf zwei Blech mit Backpapier geben, und bei 200°C 12 Minuten lang backen. (Ich habe lieber eine große runde Form benutzt, zwei Mal hintereinander) Das Biscuit ist gerade goldfarben, et weich. Abkühlen lassen.
Ein Biscuit auf den Kuchenteller legen, und mit Hilfe eines Pinsels mit der Hälfte des Sirups tränken.

Eine Schicht Crème Mousseline darauf verteilen. Die Erdbeeren darauf verteilen, vertikal.
Der Rest der crème zwischen und über die Erdbeer geben, aber ein Teil für die Finition aufbewahren.
Den zweiten Biscuit mit Sirup tränken und über den Kuchen legen. Zwei Stunden im Kühlschrank legen.

Die Dekoration ist Geschmacksache. Wer will, schneidet die Seiten. Oben kann beliebig glasiert oder mit Marzipan bedeckt werden. Ich habe mich für eine einfache, rustikale Version aus Erdbeerkonfitüre und zwei Blumen aus kandierten Rosenpetalenbruch, Matcha und Pfefferminzblätter entschieden.

Was man noch wissen sollte:
Der Kuchen ist nicht gerade leicht, entgegen was die Bloggerin, die das Rezept ursprünglich gepostet hat, erzählt, aber es ist typisch für die Zeit, in der es kreiert wurde. Mir schmeckt es auf jeden Fall, aber klar, nicht jeden Tag.
Neun Eiweiß habe ich in drei Tüten eingefroren, mit den sich zum Beispiel Macarons machen lassen.