Tartelettes aux myrtilles

Vor langer Zeit habe ich hier erwähnt, dass die Tarte aux myrtilles, also eine Tarte im französischen und nicht oetkerischen Sinne, mit Blaubeeren, zu meinen Lieblingsgerichte - ja, nicht nur zum Lieblingsdesserts - gehört. Allerdings habe ich seitdem ich in Deutschland wohne äußerst selten welche gegessen, denn ich habe ein kleines Problem: Ich habe in meinen Jahren in Frankreich nur wilde Blaubeeren gegessen, und kann immer noch nicht viel mit den für mich ziemlich geschmacklosen Kulturheidelbeeren anfangen. Zum Glück habe ich eine Mutter, die nach wie vor, wenn auch in viel kleineren Mengen, denn die Produktion in der Ardèche nimmt rapide ab, Blaubeeren einmacht, und mir schon mal ein oder zwei Gläser gibt. Für eine große Tarte reichen diese kleinen Gläsern nicht, aber aus einem Viertelliter Glas habe ich 9 kleine Törtchen machen können.

Tartelettes aux myrtilles

Für 9 Tartelettes im Muffin-Silikonformen

Teig
200g Mehl
100g Butter (Raumtemperatur)
1 EL Zucker
1 Prise Salz
Wasser

Füllung
1 Glas eingemachte, möglichst wilde Blaubeeren, inklusiv Saft
3 EL Zucker (nur wenn die Blaubeeren nicht gesüßt waren)
1 EL Butter

Mehl, Zucker, Salz, und Butter in Stücke mit einem Gabel mischen, bis die Mischung wie sehr groben Sand, fast noch Kies, aussieht. lauwarmes Wasser hinzufügen und kneten, bis die Konsistenz gut ist. Wenn es genug Zeit gibt, der Kugel Teig in Frischhaltefolie für ein paar Stunden im Kühlschrank stellen.


Kurz vor dem Backen, die Blaubeeren abtropfen lassen, und den ganzen Saft auffangen.
In der Zwischenzeit, die Silikonformen buttern, und der Teig in Kreise formen, à la Bolli in den Formen drücken, den Boden mit einem Gabel leicht stechen, und bei 180°C im 20 Minuten Backofen blind backen.

In der Zwischenzeit den Blaubeerensaft mit der Zucker zum kochen bringen, und leicht reduzieren lassen: es wird ein Sirup entstehen. Leicht kühlen lassen, und die Butter hinfügen. Rühren, bis die Masse glatt ist.


Wenn die Tartelettes-Böden gebacken und bereits leicht gekühlt sind, die Blaubeerensirupmasse in den Böden verteilen. Sie sollte wenn kühl dickflüssig sein. Darauf die Blaubeeren selbst verteilen. Kühl stellen, aber mindestens 15 Minuten vor dem Verzehr rausnehmen.


Was man wissen sollte:
Auch gut abgetropfte eingemachte Blaubeeren verlieren noch Saft: Die Füllung aus dem eingedickten Saft dient dazu, eine wasserdichte Schicht zwischen Boden und Beeren zu bilden.
Ich liebe Silikonformen, besonders Muffin-Silikonformen.

Matcha Chiffon Cake

Nein, ich bin nicht völlig weg vom Netz, und ich habe auch nicht übersehen, dass das 3-Jahre-Jubiläum von Zorras Blog-Event jetzt gefeiert wird, logischerweise mit Kuchen. Und da ich es wirklich sehr schön finde, dass es Blog-Events gibt, und immer wieder Leute, die sich Monat für Monat um die Organisation kümmern, nehme ich sehr gerne an der Feier teil.

Mein Beitrag: ein Matcha Chiffon Cake. Ich esse regelmäßig diese amerikanische Kreation (mit irreführenden französischen Namen), die in Japan sehr beliebt ist, aber nachgebacken hatte ich sie bis gestern nicht. Die passende Form – ein gelochtes Zylinder mit absolut gerade Wänden - habe ich nicht, und hier auch noch nie gesehen, also habe ich eine Kastenform genommen. Serviert habe ich ihn mit Erbeeren.

Matcha Chiffon Cake (nach Matcha Chiffon Cake with Chocolate Chips von Happy Home Baking)

Zutaten, für meine Kastenform angepasst (ein Teil des Teigs landete aber in Silicon Muffin-Formen, da es doch zuviel wurde)

2 EL Matcha (und nicht 2 Teelöffel, wie ich es gemacht habe…)
60ml Milch
4 Eidotter
40g Zucker
40ml Öl (Raps im meinem Fall)
80g Mehl mit Backpulver angereicht

4 Eiweiß
½ TL Natron (hatte ich nicht)
100g Zucker

Eiweiße von Eidotter trennen, und zu Raumtemperatur bringen.
Eidotter und Zucker zusammen mischen, bis die Zucker geschmolzen ist. Milch und Öl dazu geben, und rühren, bis die Masse homogen ist. Die vorher miteinander gemischte Mehl/Matcha/Backpulver Mischung dazu geben, und unterrühren bis der Teig die Mischung aufgenommen hat.
Die Eiweiße (mit Natron) separate schaumig schlagen. Die Zucker in drei Male dazugeben, unter ständigem Schlagen, bis die Eiweißmasse steif ist.
Eiweißmasse unter den Teig vorsichtig rühren, bis der Teig einheitlich ist.
Den Teig in die nicht gebutterte Form geben, und die Oberfläche glätten.
In dem auf 170C vorgeheizten Ofen backen, bis die Oberfläche braun ist, und beim pieksen mit einem Messer keine Feuchte Rückstände zu sehen sind.
Die Form umstürzen, und den Kuchen so kühlen lassen. Wenn er kühl ist, aus der Form nehmen.


Was man noch wissen kann:
Wenn man die richtige Menge Matcha benutzt, ist der Kuchen grüner und schmackhafter.
Der Kuchen ist fast wolkenleicht. Den kann man mit gutem Gewissen jederzeit essen. :-)
In Düsseldorf kann man bei Bakery My Heart auf der Marienstrasse Chiffon Cake Stücke kaufen. Vom Tag zu Tag können die angebotenen Versionen anders sein. Meine Lieblingssort wird mit Earl Grey Tee gemacht, aber es gibt manchmal welche mit Kastanien oder süße rote Bohnen.