Gâteau Moka à la cardamome

Dieser Kuchen ist in Frankreich so beliebt und vermutlich so alt, wie der kalte Hund in Deutschland, mit dem er Ähnlichkeiten hat. Er wird mit einer Buttercrème gemacht, mit Kekse, die wie Butterkekse aussehen, aber kein Butter beinhalten (früher hießen sie "Thé Brun"- jetzt "Thé LU"- und das Rezept für diesen Kuchen war auf jeder Packung gedruckt), und mit Kaffee. Dank einem geschickten Deal bin ich, gegen Verschickung eines Bayern-München Schals für eine entfernten Kusine, jetzt im Besitz einer großen Dose von den besagten "Thé LU" (und zwei handgeschriebene Rezepte, darunter diese), ohne die ich diesen Moka nie nach"backen" würde.

Gâteau Moka à la cardamome

24 Thé-Kekse
1 Ei
7 TL Zucker
60g Butter
1 große Tasse Kaffee, sehr stark und gekühlt, oder höchstens nur lauwarm
Kardamom (siehe unten)

Eigelb, Zucker und Butter mischen. Eiweiß steif schlagen, und unter der Ei-Zucker-Butter Masse mischen. Frisch gestoßene Kardamom aus dem Mörser dazu geben. Ein Tipp: Man kann die Crème mit dem Schneebesen schlagen.


Die Kekse kurz in den Kaffee legen. Sie dürfen nicht vollgesaugt sein, aber auch nicht ganz trocken bleiben. Mit ein bisschen Erfahrung weiß man, wie die richtige Dosis aussieht. Auf einem eckigen Teller vier Kaffee-Kekse in einem Viereck legen, mit Buttercrème bestreichen, und weiter schichten, bis alle Kekse verbraucht sind. Ich ende lieber den Kuchen mit einer Schicht Kekse, aber es ist frei überlassen. Die Seiten glätten, und mindestens zwei Stunden, aber viel besser eine Nacht, kühlen lassen. In Scheibe schneiden und am Besten zu Kaffee servieren.


Was man wissen sollte:
Die Kardamom ist ein plötzlicher Einfall von mir, und ich kann es bei solch ein Kuchen nicht Geniestreich nennen, aber es ist ziemlich nah. Normalerweise wird die Crème mit Vanille oder Kaffee abgeschmeckt, auch mit Rum, aber von diesen drei Möglichkeiten war ich gestern nicht begeistert. Dass Kardamom zu Kaffee gut passt, wusste ich. Und dass es in diesem Kuchen besonders gut passt ist jetzt bewiesen. Da es relativ wenig Crème gibt, darf man ruhig viel Kardamom - oder sonstige Gewürze - benutzen (1/2 TL in meinem Fall).
"Thé" Kekse beinhalten über 60% Mehl, pflanzliches Fett, Zucker, Milchpulver, Eier und nicht viel mehr. Mit Butterkekse wäre der Moka glaube ich zu reich (und es würde das gewisse etwas fehlen, das die meisten Franzosen seit ihrer Kindheit kennen); über Versuche mit Alternativkekse würde ich gerne lesen.

Kommentare:

bolliskitchen hat gesagt…

ich habe die Kekse noch nie hier gesehen, LU ja, aber nicht thé Lu...hhmm, werde mal nachhschauen, Moka muss ich nälich für JN machen, ich mag das aber gar nicht...
Sieht aber toll aus!

einfachkoestlich.com hat gesagt…

Gute Ideen für ein schnelles, köstliches Dessert find ich immer genial. Wird ausprobiert.

Eva hat gesagt…

Was für 'deutsche' Kekse könnte man alternativ verwenden? Klingt nämlich so gut, dass ich es gerne probieren würde!

Véronique hat gesagt…

@Bolli: Ein Tipp: Mein Vater wollte vor kurzem unbedingt Moka essen; meine Mutter hatte keine Lust einen zu machen, und jetzt ist anscheinend mein Vater Meister im Moka "backen". :-)

@Franz: Ich würde gerne wissen, welche Kekse Du nimmst, und wie der Kuchen dann schmeckt.

@Eva: Die Hürde der Kindheitserinnerung hast Du nicht, also kannst Du zunächst mit Butterkekse probieren. Ich würde gerne hören, wie es Dir geschmeckt hat.

mipi hat gesagt…

Das sieht ein bisschen wie eine französische Form von Tiramisu aus. Die Italiener würden jetzt wahrscheinlich behaupten, dass das Rezept seinerzeit von Katharina di Medici aus Italien nach Frankreich eingeführt worden ist ;-)