Citrons confits - Eingelegte Zitronen

Diese leckere eingelegte Zitronenscheiben, die man zu Fisch, Hühnergerichte, aber auch zu vegetarische Gerichte servieren kann, habe ich bereits im August gemacht, und es bisher nicht geschafft, darüber zu berichten. Ich vermute aber, dass der jetzige Zeitpunkt der richtige ist, das Rezept mitzuteilen, denn es kann ein gutes essbares Weihnachtsgeschenk werden, benötigt aber einige Wochen Wartezeit bis zum Verzehr.
Es ist eine Nordafrikanische Spezialität, und so war ich überrascht, nachdem ich vergeblich versucht habe, fertige hier in Düsseldorf zu kaufen, kein Rezept dafür in meinem kleinen Buch über die marokkanische Küche zu finden.
Dafür habe ich unerwartet (ich kannte nur gewürzlosen Versionen) ein Rezept am Ende vom “Handbuch der Gewürze” gefunden, das dritte Buch über Gewürzen, das ich mittlerweile besitze.
Es ist natürlich nicht so umfangreich wie die Referenz im Web zu dem Thema, und die Übersetzungen der Gewürznamen, die bei jedem Produkt mitgeteilt werden, sind nicht immer korrekt (“Anis de la Chine” für Sternanis habe ich noch nie gehört und ist grammatikalisch hinkend. Man spricht eigentlich von Badiane oder Anis étoilé.) Dafür sind im Buch viele praktische Anwendungen (Rezept für Gewürzmischungen und 100 Rezepte von Vorspeise bis Nachtisch und Eingelegtes), viele Abbildungen, die einem helfen können, wenn nicht etikettierten Gewürze auf dem Regal sind - das kommt wohl nicht nur bei mir vor, oder? - und sogar Information über Anbau und vermutete medizinische Wirkung. Das Buch schlage ich viel häufiger auf, als ich erwartet hätte, was für ein Kochbuch immer ein gutes Zeichen ist.
Eingelegte Zitronen auf marokkanische Art (aus dem Handbuch der Gewürze)
6 schöne, unbehandelte Zitrone, mit dicker Schale, gewaschen
6 EL Meersalz
2 EL schwarze Pfefferkörner
4 Lorbeerblätter
6 grüne Kardamomkapseln
1 Zimtstange (habe ich weggelassen)
Sonnenblumenöl (ich habe mildes Olivenöl benutzt)

Einmachgläser
Zitronen längs vierteln, in ein Sieb schichten und dabei jede Lage mit Salz bestreuen. Für zwei Tage über einer Schüssel abtropfen lassen.
Die Zitronenviertel mit Pfeffer, Lorbeerblättern, Kardamom und Zimt (oder ohne), sehr eng in ein bis zwei Einmachgläser schichten.
Mit dem Sonnenblumenöl bedecken. Das Glas fest verschließen. Vor der Verwendung 3-4 Wochen stehen lassen.
Was man noch wissen kann:
Ein Rezept für die üblichere Version, in Salzwasser eingelegt, findet ihr bei Zorra, da.
Ich habe nur eine dicke Zitrone eingelegt, die gerade in einem Viertelliter Glas gepasst hat.
Das Ergebnis ist sehr aromatischen Zitronenscheiben, die an Bitterkeit und Säure verloren haben. Sie können ganz oder gehackt serviert werden, und farblich sind sie auch sehr interessant, finde ich:

Kommentare:

Bolli hat gesagt…

ich hoffe, jetzt kommt die Tajine....

einfachkoestlich.com hat gesagt…

Also gut, dann werde ich das auch mal probieren.
In Kolja Kleebergs VAU-Kochbuch gibts ein Rezept für süß eingelegte Zitronen, das bei mir allerdings überhaupt nicht funktioniert. Wahrscheinlich braucht man dazu die süßen Amalfi-Zitronen. Hier erhältliche Biozitronen sind meist viel zu sauer und vor allem ist das Weiße unglaublich bitter.

Véronique hat gesagt…

@Bolli: Vielleicht, vielleicht...
@Franz: Wenn Du Zitrusfrüchte magst, empfehle ich ein Besuch dieser Seite http://olharfeliz.typepad.com/cuisine/agrumes_les_parfums_d/
(und die restlichen vom selben Autor), auf eigene Gefahr, denn die hiesigen Märkte und Gärten werden auf einmal sehr deprimierend und lustlos wirken...

Aleks hat gesagt…

Das klingt wirklich fantastisch... ich habe mal im Djerba-Urlaub so etwas Ähnliches gegessen und war hin & weg!
Danke für dieses Rezept, werde ich, denk ich, bei Gelegenheit selbst mal ausprobieren... :)
Toller Blog übrigens, habe ich heute entdeckt und bin schon seit ner ganzen Weile am Stöbern :)

Simone hat gesagt…

Das Zitronen-Confit hört sich verdammt lecker an! Hab auch schon die ein oder andere Erfahrung mit bitteren Zitronen gemacht. Habe zum Beispiel ein super Rezept für eine italienische Ricotta-Zitronen-Tarte, die ausschließlich mit Amalfi-Zitronen gelingt! Die Amalfis bring ich mir deshalb immer aus dem Urlaub mit und mache ein Kompott daraus, das man dann als Belag für die Tarte benutzen kann.

Lina Jehle hat gesagt…

das ist toll !!!