Alternativ zu Raclette: Kartoffeln “Madame Tochon”

Dieses einfache und leckere Rezept habe ich, neben vielen anderen, die ganz meinen Geschmack entsprechen, im “Kochen wie auf dem Lande - Frankreich” gefunden.

Was mich aber bei dem Buch ein bisschen überrascht hat, ist das der Name des Autors in der deutschen Version klein gehalten wird.

Marc Veyrat ist immerhin einer der bekanntesten Köche Frankreichs (auch wenn er schon Mal durch seine Art und seinen Hut irritieren kann), mit 3 Michelin Sternen und japanischen Sponsoren, die ihm den Rücken frei halten. Der Herr produziert eine Art Alpen-Molekularküche mit Wildpflanzen und viel Lokales (Ein Menübeispiel findet man da). Was in diesem Buch zu finden ist, hat mit Molekularküche nichts zu tun, und Selbstpflückung von Wildpflanzen ist auch keine Voraussetzung, sondern wird bodenständige Landküche angeboten, wo Kartoffeln und (Alpen)-Käse nicht zu kurz kommen, sowie bodenständig-kreative Rezepte wie Kohlwickel mit Kürbisfüllung, Lachs in der Folie mit Melissenbutter, Geschmortes Rindfleisch mit Sardellen, und einiges mehr.

Das kalte Wetter hat mich aber zuerst dazu geführt, zunächst ein einfaches Kartoffel-Käse Rezept zu probieren, das voll gepunktet hat, Dank sehr gutem Käse. Und wozu braucht man denn einen sperrigen Raclette-Ofen, wenn man folgendes machen kann?

Kartoffeln “Madame Tochon” (aus Kochen wie auf dem Land - Frankreich)

Für 4 Personen

800g Kartoffeln
300g Reblochon
4 Scheiben roher Schinken

1 Glas Perlzwiebeln
1 Glas Cornichons
Grobes Salz, Pfeffer aus der Mühle

Die Kartoffeln unter fließend kaltem Wasser abbürsten und 10 Minuten in Salzwasser garen. Die Rinde des Reblochon entfernen und den Käse in Würfel schneiden. Den Ofen auf 240°C vorheizen.

Die Kartoffeln der Länge nach halbieren und vorsichtig einen Teil des Fruchtfleischs herauslösen. Die Aushöhlungen mit dem Käse füllen und kräftig mit gemahlenem Pfeffer würzen. Die Kartoffeln wieder zusammensetzen und in Alufolie wickeln.

Im Ofen 30 Minuten backen und sofort servieren. Den Schinken, die Perlzwiebeln und die Cornichons separat dazu reichen.

Was man noch wissen kann:
Die Blätter auf meinem Teller sind blanchierte Kohlrabiblätter, bestimmt ganz im Sinne von Marc Veyrat, habe ich mir eingebildet. Kleinere schmecken besser, aber größere sind auch in kleinen Mengen gut, wenn man den relativ harten “Zweig” nicht mit isst.


Reblochon ist bestimmt seit der 90er Jahre eines der meist konsumierten Käsen Frankreichs, seitdem die Tartiflette, eine Art Kartoffel-Reblochon Gratin aus der Savoyen, in Mode gekommen ist. Den gibt es hier bei z.B. in Bio-Supermärkte. Raclette-Käse ist zwar fester, aber sollte in dem Rezept auch gut passen.

Kommentare:

bolliskitchen hat gesagt…

Reblochon, ça me fait penser à la tartiflette.....

Ta recette est mal was andres!

einfachkoestlich.com hat gesagt…

Und ein knackiger grüner Salat geht auch gut dazu. Und natürlich ein frischer und fruchtiger Weißwein.
Frische Kartoffeln mit warmem Käse sind auch für mich immer ein Genuss.
Man kann auch die ganzen Käse langsam erhitzen, wenn sie z. B. in einer Schachtel aus Holzspänen angeboten werden. Manchmal gibt es sie auch portionsweise in kleine Keramikschälchen verpackt: Folie runter und ab in den Backofen.

rike hat gesagt…

Klingt richtig lecker! Aber da ist jetzt ja auch die Jahreszeit für. Blachierte Kohlrabiblätter werde ich mal probieren, ich habe die ganz zarten immer so gegessen.

Claudia hat gesagt…

Sieht sehr lecker aus!

Dass der Autor nicht so prominent genannt wird, ist umso verwunderlicher als das Buch in der dt. Erstausgabe "Die französische Landküche von Marc Veyrat" hieß. Kaleidoskop bringt ja immer die älteren Titel aus dem Christian-Verlag neu heraus. Für weniger Geld und mit einem weniger schönen Cover. Ansonsten ist der Inhalt identisch.

virginie hat gesagt…

que ne ferais-je pas pour un bout de roblochon fermier!Je me sens dejà transportée en Savoie !

Philip hat gesagt…

Super Rezept! Tolles Buch und wunderschöne Bilder!