Tartignole

Durch Google erfahre ich erst heute, dass eine Tartignole eine Spezialität aus dem französischen Norden ist. Bis dahin war es für mich ein sehr einfaches Rezept aus einer der Rezept-Broschüren des CEDUS (Centre d’Etudes et de Documentation du Sucre, also Zentrum für Studium und Dokumentation des Zuckers), die meine Mutter mindestens ab Anfang der 80er Jahre gehabt hat, wenn nicht schon in den 70ern, und die ich schon besitze, seitdem ich in Deutschland wohne. (In Frankreich wird übrigens heute noch in Zeitschriften für Zucker geworben, dafür längst nicht mehr für Zigaretten, und "le sucre" hat seine eigene Webseite: http://www.lesucre.com/ .)


Was mich dazu bewegt, dieses sehr einfache Rezept zu bloggen, ist das, entgegen meiner Erwartungen, diese Tartignole, die dort blind verkostet wurde, ziemlich begeistert hat. Dabei ist es, wie Ihr gleich sehen werdet, eine Art Pfannekuchen mit Obst (kein bestimmtes Obst). Oder laut einer Freundin, ähnlich wie Kaiserschmarrn.
Und ein anderer Grund ist das Gartenblog-Event des Monats, mit einem Thema, das wieder ganz geschickt ausgesucht wurde, und zwar Pflaumen.

Tartignole (nach CEDUS-Broschüre „Dessert en un clin d’oeil“ – „Nachtisch in einem Augenblick“)

Für 6 Personen:
150g Mehl
½ TL Backpulver
2 Eier
1 Glas Wasser (ich habe 150ml benutzt)
50g Butter
100g Zucker (hier Rapadura; in dem Rezept gibt es 50g extra zum Streuen auf die Seiten des Kuchens, beim Drehen in der Pfanne; mir ist es so süß genug)
200g Mirabellen, 200g Zwetschgen, entkernt und halbiert oder geviertelt


Aus Mehl, Backpulver, Eier und Wasser eine Art dickflüssiger Pfannekuchenteig vorbereiten.
Butter in eine Pfanne schmelzen lassen, Obst und Zucker dazu geben, und unbedeckt kochen, bis das Obst fast komplett gar ist.


Der Teig in die Pfanne geben, und verdeckt fünf Minuten kochen lassen, dann auf der anderen Seite auch fünf Minuten verdeckt fertig kochen. Warm oder kalt essen, mit oder ohne extra Zucker.


Was man noch wissen sollte:
Der Name dieser sehr einfachen Spezialität wird auch als Adjektiv benutzt, und hat dann die Bedeutung von uninteressant oder lächerlich. Das sage ich so zur Info, weil ich gerne meinen Beitrag zur Völkerverständigung leiste, und vermeiden will, dass einer der Leser bei seiner nächsten Reise in Frankreich missverstanden wird.

Kommentare:

Barbara hat gesagt…

Tartignole - wieder was gelernt! :-)

Gefällt mir sehr gut, liest sich lecker und sieht so richtig zum Anbeißen aus!

Kirsten hat gesagt…

Ich liebe einfache Rezepte - und ganz besonders, wenn sie so lecker klingen wie dieses hier.

Julia hat gesagt…

ooh, das wird bald mal probiert! danke für deine beiträge zur völkerverständigung :D lese ich immer gerne!