Soufflé glacé au concombre

Als ich gesehen habe, dass Barbara, vermutlich direkt aus Ihrer Spielwiese, ein neues Gartenblog-Event vorgeschlagen hat, an dem ich es zeitlich schaffen sollte, teilzunehmen, habe ich mich zuerst gefreut, aber meine Begeisterung hielt nicht lange, denn mir fiel nichts ein, was ich mit Gurken oder Zucchini kochen konnte. Oder besser gesagt, alles was mir einfiel hatte schon dutzende Male gemacht, und ich mag eigentlich Abwechslung. Kurz darauf habe ich aber schon wieder eine Kochzeitschrift gekauft, wieder eine Französische, „Cuisine Bio – Le magazine du bon goût au naturel“, und habe drinnen ein Rezept gesehen, das mir als nachkochwürdig erschienen ist, obwohl ich bei der sehr schlichten Zutatenliste eher skeptisch über das mögliche Ergebnis war. Jetzt weiß ich aber, dass Gurken als geeistes Soufflé, serviert an einem schwülen Sommerabend köstlich sein können. Ja, richtig gelesen: Gurke. Köstlich.

Soufflé glacé au concombre (nach Cuisine Bio Nr. 20)

Für 4 Pers.
1 kg Gurke
4 Eidotter
250g Crème fraîche
Minze (hatte ich nicht, ich habe Koriander benutzt)
Salz

Gurken schälen, entkernen, und mit dem Stabmixer komplett zerkleinern. Das Gurkenfleisch durch ein Sieb abtropfen lassen, wenn notwendig leicht pressen.

Erste Überraschung: Gurkenwasser ist grüner als Gurkenfleisch.
Zweite Überraschung: Gurkenfleisch hat etwas Delikates. Man will schon jetzt, dass es später entsprechend schmeckt.

Eidotter schlagen, Gurkenfleisch und geschlagene Crème Fraîche hinzufügen. Salzen und abschmecken.
4 Ramequins mit Backpapier erhöhen und mit der Mischung bis über den Rand füllen. 3 Stunden in die Tiefkühltruhe einfrieren.

Vor dem Servieren mit Minzblätter und Gurkenscheiben dekorieren.

Was man noch wissen kann:
Auf dem Papierrand habe ich verzichtet, dennoch erinnert die Konsistenz der Mousse tatsächlich an die eines Soufflé.

Ich habe eine gute deutsche Gurke benutzt, mit einem kleinen Stück japanischer Gurke. Für mich unterscheiden sie sich optisch – die japanische Gurke ist schlanker, hat eine dornenartige Oberfläche und ist dunkelgrün -, preislich – die japanische Gurke kostet über €9/Kilogramm -, und geschmacklich aber nur, wenn die Haut mitgegessen wird.


Gerne würde ich Goya essen, die bittere Gurke aus Okinawa, die eines der Geheimnisse für die Langlebigkeit der Einwohner sein soll. Hat jemand je welche in Deutschland gesehen? Wo?

Und besonders für die französischsprachigen unter Euch erstaunliches über das treiben einer in Frankreich sehr bekannten, maskierten Gurke. "Goscinny versagte der Folge, in der die Gurke über 10 Seiten lang Steinen in einem japanischen Garten beim Wachsen zusieht, die Veröffentlichung." Ja, richtig gelesen. Gurke. Erstaunlich.

Kommentare:

Barbara hat gesagt…

Jetzt sehe ich Gurke in total neuem Licht - das ist ja interessant und klingt auch richtig lecker! :-)

bolliskitchen hat gesagt…

Wow, lecker!!! Klingt super raffiné!

Und, kann man auch sicher auch mit Zucchinis machen.........

Hande hat gesagt…

Ich frag nur nach, weil es so weiss ausschaut: Du meinst wirklich Ei-gelb, nicht Eiweiss? Ich werde dies auf jeden Fall diesen Samstag Abend für meine Dinner Party klauen! Bitte aufklären!

Véronique hat gesagt…

@Barbara: Schön, dass es Dir gefällt! Mir fällt erst jetzt ein, dass ich Dich als Event-Patin gar nicht erwähnt habe. Schande auf mich! Ich korrigiere das aber noch.

@Bolli: Mit Zucchini ist das bestimmt eine Idee, obwohl sie nicht so wässerig sind, also vermutlich mit anderer Densität.

@Hande: Es ist wirklich Eigelb. Kein Tropfen Eiweiß. Das Ergebnis sieht auch leicht gelb-grün aus. Ich bin gespannt über deine Eindrücke. Und neugierig: Was für ein Wein servierst Du denn mit so ein Gericht?

Hande hat gesagt…

Ich denke da an einem deutschen Riesling (aber nicht halb trocken, sehr wichtig!) oder einen norditalienischen sauvignon blanc. Endgültig entscheiden werde ich aber nachdem ich die "souffle" probiert habe...