Torta pasqualina redux - Ostertorte

Zufälle gibt es. Ich habe gestern Mangold gekauft, und nachdem ich ausnahmsweise im Jane Grigson's Vegetable Book - unter Swiss chard - kein inspirierendes Rezept gefunden habe, bin ich in meiner französischen Ausgabe vom Silberlöffel unter bette – das französische Wort für Mangold, das übrigens „blätt“ ausgesprochen wird, obwohl ohne „l“ geschrieben – fündig geworden, und zwar, sehr passend zum Jahreszeit, habe ich da ein Rezept für eine Ostertorte entdeckt, mit Mangold und Eierfüllung.

Blätterteig habe ich nur in kleinen Ecken als Vorrat, weil ich bis heute in Düsseldorf keinen Butterblätterteig in Kreise gefunden habe, also habe ich das Rezept statt für 12 wie im Buch für zwei gemacht, in individuellen Portionen, und mit einer weiteren Änderung: Ricotta hatte ich nicht, also habe ich ein bisschen Naturjoghurt und Crème Fraîche genommen. Ich gebe aber hier meine Übersetzung des Originalrezepts, und nicht meine Adaption.

Torta Pasqualina (aus La Cuillère d'argent )

Für 12 Pers.
Butter für die Form
600g Mangold
10 Eier
300g Ricotta
2 EL frisch geriebener Parmesan
2 EL Semmelbröseln
20cl Sahne

1 EL Majoran
400g Blätterteig in 4 sehr dünnen Kreisen
Mehl für die Arbeitsplatte
Olivenöl

Salz und Pfeffer

Backofen auf 200°C vorheizen und eine große Tortenform buttern.
Mangold 10 Minuten lang im kochenden Salzwasser blanchieren. Abtropfen (A.d. B.: gründlich) und grob hacken. In einem Schüssel vier Eiern schlagen. Die Ricotta durch einen feinen Sieb drücken und zu den Eiern, dem Parmesan, den Semmelbröseln und die Sahne hinzufügen. Salzen, pfeffern, Mangold und Majoran dazugeben. Einen der 4 Blätterteigkreise in die Form ausdehnen: Die Ränder müssen über den Formrand liegen. Mit Olivenöl bepinseln. Einen zweiten Kreis drauflegen. Die Hälfte der Mangoldfüllung darauf verteilen.
Sechs Löcher in der Füllung machen, die mit sechs gebrochenen Eiern gefüllt werden.

Salzen, pfeffern und mit dem Rest der Mangoldfüllung bedecken. Die Oberfläche gleichmäßig streichen. Den dritten Blätterteigkreis drauflegen, mit Olivenöl bepinseln, und den vierten Kreis legen. Die Ränder zusammen kleben, mit einem Gabel einige Löcher formen, und eine Stunde lang im Backofen backen. Warm oder kalt essen.

Was mir aufgefallen ist:
Die Füllung allein würde ich auch essen. Sie ist saftig, würzig, schmeckt mir einfach sehr.

Beim Essen hat es mich an den monegassischen Barbagiuan erinnert, eine Art frittierter, großer Mangoldblätter-Ravioli. (Kein Witz, es gibt wirklich einfache, lokale kulinarischen Spezialitäten in Monaco, nicht nur eine beeindruckende Sterne-Restaurant-Ansammlung.)

Kommentare:

lamiacucina hat gesagt…

eine gute Idee, die Torte gleich in Portionenförmchen zu backen, werd ich mir merken, die Torte steht auch schon lange auf meiner Liste. Schöne Ostern !

Barbara hat gesagt…

Eine richtige Ostertorte mit Mangold - lecker! Ich liebe Mangold! :-)

Gleich mal schauen, ob man ihn zu kaufen kriegt. Das ist hier immer schwierig, deshalb pflanze ich ihn meist selbst an...

Bolli hat gesagt…

Ach nee, wie lecker!!!!!!!!!!

Ich finde das eh besser, die torta in kleinen Portionen zu machen, dann lâsst sie sich einfacher anschneiden......

Frag doch mal bei Deinem Bäcker nach, ob er keinen guten Blätterteig hat, wenn ich ganz guten haben will, dann gehe ich zu Kayser und in Köln zu Fassbender, aber manb muss immer telefonisch vorbestellen.

Véronique hat gesagt…

Schöne Ostern wünsche ich auch. Es ist noch nicht ganz vorbei. :-)

Barbara: Kein Mangold? Wirklich? Ist es zu kalt bei Dir, vielleicht? Ich weiss, dass es in der Provence beliebt ist, ist es vielleicht Klimabedingt?

Bolli: Danke für Dein Tipp. Es geht also doch auch in Deutschland... Wie Du Dir vorstellen kannst, war ich aus Frankreich daran gewöhnt, Blätterteig und Brotteig (für hausgemachte Pizza), beim Bäcker zu holen. Hier habe ich einmal versucht, bei Hinkel, der beste Bäcker der Stadt: Haben sie nicht! Dann bei Otto Bittner (ich glaube, dass war ein Tipp von Hinkel; es ist eine alte, bekannte Konditorei), und habe von einer vermutlich erfahrene, alte Verkäuferin hören müssen, dass Blätterteig gar nicht aus Butter zu herstellen sei. Im Ernst. Ich habe seitdem aufgegeben, werde aber Dank Dir wieder auf die Suche gehen.

kulinaria katastrophalia hat gesagt…

Gibt es ein Rezept für die frittierten Mangoldblätterteigtaschen oder noch besser fotografisch darstellen ;-)

Véronique hat gesagt…

@kk: Fotografieren werde ich sie vielleicht im Herbst, wenn ich dazu komme. Bis dahin musst Du mit diesem Link auskommen: http://www.msnbc.msn.com/id/12528876/ . Das Rezept mit Kürbis, wie es dargestellt wird, gibt es auch; sie kommt aber so weit ich weiss eher von Nizza. Die Form ist aber gleich.