Cari aux œufs

Wieder ein interessantes Thema bei dem neuen Blog-Event, diesmal von der Hedonistin ausgesucht, bei der nicht nur Rezepte zu lesen sind, sondern auch Berichte zu Tierversuche
Curry also. Oder Cari, nach der alten französische Schreibweise, und der aktuellen Schreibweise in La Réunion, wo viele Einwohner indische Wurzeln haben.
Meine Curry-Einführung hat mit La Réunion nichts zu tun, sondern mit einem Buch von Madhur Jaffrey, das ich vor vielen Jahren von einem meiner Brüder aus… Australien geschickt bekommen habe. Damals kannte ich nur Curry als langweilige Curry-Pulver, mit dem man Reis gefärbt – und ein bisschen Geschmacklich geändert - hat. Nachdem ich einen guten Teil des Buchs gelesen hatte, wie ein spannender Roman, hatte ich beschlossen, ein komplettes indisches Essen zu kochen – nach französischem Muster, also Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise – inklusiv Brot, ohne je ein indisches Essen bis dahin gegessen zu haben… Ich weiß nicht mehr genau, wie es angekommen war: Das meiste war einfach ungewohnt, aber essbar, und die Carrot Halva hatte uns am besten geschmeckt. Darin waren wenigstens keine zu exotischen Zutaten.
Einige Jahre später habe ich die japanischen Kare kennengelernt, von japanischen Freunden vorbereiteten nicht japanischen Curries, häufig thailändisch, schaaaaaaaaaaaarf, und ab und an indischen in Restaurants gegessen. Das Curry-Kochen habe ich also hauptsächlich von Japanern, und dann von Büchern, gelernt, und ich bin dafür sehr dankbar, denn auch wenn der Kühlschrank fast leer ist, gibt es fast immer genug Zutaten, um einen leckeren Curry zu improvisieren, oder wie dieses Mal einen sehr präzise nachzukochen.

Curry mit Eiern (nach einem Rezept von „Cuisines et Vins de France“* Nr. 120)

Für 6 Personen:
12 grosse Eiern
3 Zwiebeln, fein geschnitten
1 Dose (1/2) passierte Tomaten
30cl Kokosmilch

2 Knoblauchzehen, fein geschnitten
1 3cm Stück Ingwer, fein geschnitten
2 TL Koriander, gemahlen

1 EL Paprika
1 EL Fenchelsamen
2 TL Kreuzkümmelsamen

1 EL Kurkuma
1 Stück Zimt (für mich optional)
Saft einer Limette
2 EL Öl
Salz

Die Eier in Salzwasser hart kochen (10 Minuten), Salzwasser weil dadurch das Eier Pellen viel leichter wird.
Mit dem Mörser die Pulver, den Kreuzkümmel, Knoblauch und Ingwer mixen, und mit 2-3 EL Wasser zu einer Paste verrühren.

Das Öl in einem Topf erhitzen. Die Fenchelsamen und der Zimt hinzufügen, und eine Minute lang leicht bräunen lassen, dann die Zwiebel dazu geben, und goldbraun werden lassen, unter ständigem Rühren. Danach die Gewürzpaste hinfügen und eine Minute lang rühren. Dann die passierten Tomaten. Fünf Minuten köcheln lassen, und nur ab und an rühren. Mit der Kokosmilch und 40cl Wasser strecken, salzen, rühren, und 20 Minuten köcheln lassen. Damit es ein sämige Sauce wird, ab und zu rühren.


Die Eier pellen, und halbieren. Den Limettensaft in die Sauce geben, rühren, eventuell abschmecken. Die Eier vorsichtig in die Sauce geben, und 3 Minuten lang erhitzen. Sofort servieren, am besten mit Pilawreis.

Was man noch wissen sollte:
* Ja, es gibt wirklich eine populäre französische Kochzeitschrift, die „Küche und Weine aus Frankreich“ heißt, und die im Moment 14 Tajines und Curry-Rezepte präsentiert. Unter Frankreich sind vermutlich alle Territorien zu verstehen, die mal unter französischem Einfluss waren.

Für die Neugierigen unter Euch: In diesem Kochbuch aus La Réunion gibt es Caris, oder Carrys, mit Boucané, Bichiques (Fischbrut), Camarons, Poissons rouges (für Franzosen aus der "Métropole" ist die Idee komisch, denn Poisson rouge steht normalerweise für Goldfisch, da aber für eine andere, lokale Fischsorte), ti-jacque au boucané (Jackfrucht heisst auf kreolisch Ti'Jacque), thon aux tomates arbustes, und einige

Kommentare:

Hedonistin hat gesagt…

Im Namen der Versuchstiere sage ich Danke. Die haben heute nämlich Ruhetag - dieses Rezept erprobe ich ausschließlich an mir selbst. :-)))

Bolli hat gesagt…

Kannte ich gar nicht, bislang!

Gefällt mir aber sehr, Cuisine et Vins lese ich auch manchmal, gut finde ich,d ass die eine rezeptdatenbank on line haben.

Iris hat gesagt…

Sehr schönes Rezept und apetitanregende Fotos! Currie gint's bei uns auch oft und mit meinen Mitbringseln vom Gewürzstand auf dem Karlsplatz können wir das jetzt sicher mal nachkochen.

Dazu ein elsässer Riesling, schön trocken vergoren...

Barbara hat gesagt…

Das ist ja ein schönes vegetarisches Curry - und interessante Geschichten dazu, gefällt mir gut. :-)

Als ich das Bild sah, bekam ich erst die Krise, mein Curry sieht nämlich ähnlich aus... ist aber von den Zutaten her doch verschieden, ich poste es nachher.

Spannend finde ich Fenchel und Limettensaft im Curry, toll!

Véronique hat gesagt…

@Hedonistin: Ich bin erleichtert. Ich habe schockierte Meldungen von Internet-Surfers erhalten, die auf die Link geklickt haben.

@Bolli: Ich habe nicht gewusst, dass CVF eine Online Datenbank hat. Danke für den Tipp!

@Iris: Danke für deinen Weintipp. Ich habe vielleicht so was noch, für das nächste Mal... CVF empfiehlt dazu un Pinot blanc d'Alsace, und ich habe mal in Frankreich einen Muscat de Hambourg gehabt, der damit gut passen soll, aber er scheint nicht so leicht zu finden... Nur ein Muscat de Frontignan habe ich, aber das will ich lieber nicht versuchen. :-)

@Barbara: Ich habe selber mindestens ein weiteres Eier-Curry Rezept. Noch mehr können nicht schaden, im Gegenteil: Ich liebe so was. :-)

Iris hat gesagt…

Muscat d'Hambourg ist eigentlich eine Tafeltraube - einen Wein nur damit habe ich noch nie gesehen:-)aber man lernt ja nie aus.