Thailändischer... Kohlrabisalat, oder Bloggen leicht gemacht

Blogs werden hauptsächlich von Bloggers kommentiert, während mir Leser ohne Blogs E-Mails schreiben. Meistens haben Sie Fragen (zu französische Produkte), Tipps (ich habe dadurch bereits Restaurants entdeckt), Anekdoten zu Frankreich, und manchmal auch Rezepte für mich. So habe ich im Dezember, nachdem ich ein Kohlrabirezept gebloggt habe, in dem ich erwähnt hatte, dass ich dieses Gemüse eigentlich selten vorbereitet und gegessen habe, einen außergewöhnlichen Tipp erhalten: Ein Leser, nennen wir ihn G., teilte mir mit, dass Kohlrabi ein guter Ersatz für grüne Papaya in einem thailändischen Salatrezept ist.


Das Rezept hatte er beigefügt, und ich habe sofort geplant, sie nachzukochen. Da ich weder Palmzucker noch eine richtige Mandoline bis dahin hatte, habe ich zuerst gefragt, ob man eine andere Zuckerart (Rapadura, Demerara, Braune Zucker habe ich unter anderem schon), und eine einfache Reibe benutzen dürfte. Nein war in beiden Fälle seine Antwort. Strenger Leser! Den Palmzucker habe ich sehr leicht beim asiatischen Geschäft gefunden, und bei knapp über 80 Cents die vier oder fünf Pastillen lässt sich das noch-eine-Zuckerart-gekauft-haben verkraften. Im selben Geschäft habe ich auch eine asiatische Mandoline gekauft, die ich seit Januar ungefähr alle zwei Tage benutze. Die zwei parallelen Schnitte, die ich mir im rechten Ringfingerkuppel gleich bei der ersten Benutzung geholt habe sind mittlerweile verschwunden, und dass sie scharf ist werde ich nicht so schnell vergessen.


Nach dem Originalname des Rezepts habe ich Online gesucht: Som Tam Thai ist es wahrscheinlich. Anscheinend kommen im Som Tam Thai außer Papaya manchmal auch grüne Bohnen und trockene Schrimps hinzu.


Som Tam Thai mit Kohlrabi (Rezept vom „Leser G.“)


1 Knoblauchzehe

1 bis 2 frische rote Chilis, falls nicht vorhanden kann man auch getrocknete nehmen (1 Chili scharf/2 Chilis sehr scharf)

1 Stück Palmzucker ca. 3 x 3 cm groß

den Saft von einer halben Zitrone oder Limette

thailändische Fishsauce

1 - 2 Kohlrabis je nach Größe

1 halbe Tomate gewürfelt (ca. 1 x 1 cm)

1 Hand voll "unbehandelter" (d.h. nicht gesalzen, ohne Schale und nicht geröstet) Erdnüsse - zur Not gehen auch die gesalzenen aus der Dose


In einem Mörser zuerst die geschälte Knoblauchzehe und die Chili zerdrücken. Zitronensaft und den zerstoßenen Palmzucker zugeben, dann rühren bis sich der Palmzucker aufgelöst hat. Nun mit Fishsauce abschmecken (ca. 2 Esslöffel), je mehr Fishsauce desto pikanter bzw. salziger.

Nun die Kohlrabis in Streifen schneiden und zwar mit einem Julienne-Schneider: Es sieht fast genauso aus wie ein Sparschäler und man kann damit Gemüse in Streifen schneiden (gibt es im Asia-Laden günstig zu kaufen).

Die Erdnüsse in einer kleinen Pfanne anrösten.

Kohlrabistreifen in den Mörser geben und mit dem "Dressing" vermischen, dann Tomatenwürfel und angeröstete Erdnüsse zugeben - fertig.

Falls man mit dem Geschmack noch nicht zufrieden ist, kann man ggf. mit Fishsauce bzw. Palmzucker nachwürzen.

Dies ist zwar auch kein europäisches Rezept, aber ein wirklich leckerer Salat der gut zu thailändischen Currys passt - und eben mit Kohlrabi ;-))

Was man noch wissen sollte:
Anders als übrig habe ich alles genau nach dem Rezept gekocht. Mir hat der Salat sehr gut geschmeckt, diesmal als Abendessen, und ich bin froh, dadurch eine neue Zutat kennen gelernt zu haben (Palmzucker). Ob der Geschmack von Kohlrabi im Vergleich zu grüner Papaya ist kann ich leider nicht sagen, denn ich habe keine Erinnerung an grüner Papaya, obwohl ich einige Erfahrungen in guten Thailändischen Restaurants hinter mir habe.
Anstatt einen Julienne-Schneider habe ich also eine Mandoline genommen, da man damit Stifte in drei Größen schneiden kann sowie Scheiben in unterschiedlichen Dicken. Ich kann schon sagen, dass es eine gute Investition ist, und beim Asiaten ist es nicht gerade teuer. Nur mit Käse kann sie nichts anfangen. Ja, ich weiß, ich bin vermutlich die erste, die versucht hat,
damit Käse in Stifte zu schneiden.

Vielen Dank an dem Leser für die Idee, das Rezept und die Tipps!

Kommentare:

She hat gesagt…

Das klingt sehr interessant, werde ich gern ausprobieren. Vielen Dank und liebe Grüsse...She

Barbara hat gesagt…

Danke für das Weitergeben und Ausprobieren des Tipps mit Kohlrabi! Gute Idee, das merke ich mir.

einfachkoestlich.com hat gesagt…

Ja ja, die grüne Papaya. Ich erinnere mich an eine ausgedehnte Thailandreise, die ich mit meiner Frau (!) unternommen habe, leider unsere einzige dorthin und immerhin schon 20 Jahre her. Damals gab es am Strand einen köstlichen Salat aus frisch geriebenen Papayas, so, wie du ihn hier mit Kohlrabi beschreibst. Allerdings streuten sie noch getrocknete, zerriebene Fischchen darüber, sehr lecker.
Nach sechs Wochen Thai-Kost und Brauhaus-Abstinenz stießen wir in Chiang Mai auf das "Haus Oberbayern" - ein sehr gutes Restaurant mit Thai-Mädchen im Dirndl und -Jungs in Lederhose als Bedienung, total crazy und kein bisschen anzüglich das Ganze, ich schwöre. Dort gab es u.a. Cordon bleu mit Sauerkraut, das - richtig geraten! - aus frischen Papayas gemacht war. Ich bin noch heute froh, mich darauf eingelassen zu haben, dieses Gericht ist mir als großer Genuss immer noch in guter Erinnerung. Frische Papayas ja ja.
LG
Franz

bolli hat gesagt…

Der Leser sollte sich mal outen! Tolle Variante für den Kohlrabi! Wow!!!!

Et ton mortier....Merci cher lecteur anonyme!!!

Hande hat gesagt…

Grüner Papaya Salat liebe ich! Im original ist tatsächlich getrocknete kleine Schrimps und lange grüne Bohnen (nicht die europäischen, schmecken anders) dabei und keine Tomaten. Ich finde, Kohlrabi schmeckt nicht wie grüne Papaya (was nichts mit normaler Papaya zu tun hat) aber ist bestimmt auch sehr lecker als Variante.

Gunnar hat gesagt…

Hallo zusammen,

da wir gerne kochen, stöber ich schon mal in diversen Food-Blogs und der von Véronique ist eben einfach klasse! ;-)

Ich muss mich entschuldigen, habe völlig vergessen zur erwähnen, dass das Rezept in Thailand sehr oft mit getrockneten Schrimps und grünen Bohnen und natürlich grüner Papaya zubereitet wird - ist ja bereits aufgefallen - um es authentisch zuzubereiten, sollte man diese Version dann auch mal probiert haben.
Es freut mich, dass die "europäische Version" gut angekommen ist ;-)

Viele Grüsse
Gunnar