Galette des Rois

Mit dem Backen und Posten bin ich spät, aber das Galette, das man in Frankreich traditionell am ersten Sonntag nach dem 1. Januar zur „Epiphanie“ (Heilige Drei Könige) isst, wird jetzt – zu meiner Verteidigung – im ganzen Januar, wenn nicht schon im Dezember, gegessen. Ein Rezept mit Schokoladenfüllung findet man da auf meinem Blog. Das klassische Rezept ist aber gefüllt mit Frangipane, eine Art Mandelcrème. Ein gutes, einfaches Rezept habe ich in der Dezember Ausgabe der französischen „Elle à table“. Voraussetzung: Man hat oder macht einen guten BUTTERBlätterteig. Ohne Butter sollte man lieber passen, denn jeder Franzose weiß:

« J’aime la galette
Savez-vous comment?
Quand elle est bien faite
Avec du beurre dedans. »

Was bedeutet:

“Ich mag Galette
Wissen Sie wie?
Wenn es gut gemacht ist
Mit Butter drin.“

Es ist ein bekanntes Lied, das Kinder heute noch Stundenlang singen können, wie in dem Zug, in dem ich in Dezember Richtung Südfrankreich gefahren bin…

Galette des Rois à la Frangipane (nach Elle à table Nr. 55)

Für 6-8 Pers.

2 Scheiben Butterblätterteig (in Elle steht, man soll ihn beim Bäcker am Vortag bestellen, oder fertig im Supermarkt; hier kenne ich weiterhin nur Butterblätterteig in Ecken; also entweder die Ecken zusammen flicken, oder bei Bolli vorbei schauen.)
120g Puderzucker
120g Mandelpulver
120g Butter bei Zimmertemperatur, aber bloß nicht geschmolzen oder schnell in der Mikrowelle weicher gemacht (ich habe Salzbutter genommen)
3 Eier
1 EL Rum
2 Tropfen Bittermandel
1 Fève

Den Backofen bei 180°C vorheizen.

Zwei Eier in einem Schüssel zu einer Omelett schlagen. (Das dritte Ei wird nur für die Oberfläche verwendet.)

In einem anderen Schüssel die weiche, aber nicht warme und nicht flüssige Butter zusammen mit dem Zucker und der Butter zu einer cremigen Mischung verarbeiten. Die geschlagenen Eier und der Rum dazugeben und zusammenrühren.

Auf einem Blech ein leicht befeuchtetes Backpapierblatt legen. Den ersten Kreis Blätterteig darüber legen. Die Crème darüber verteilen, bis maximal 1 cm vor dem Rand. Die Fève darin verstecken. Mit einem Pinsel die Ränder befeuchten, und den zweiten Kreis darauf kleben, in dem auf die Ränder gedrückt wird. Mit dem geschlagen dritten Ei bepinseln, eventuell noch Muster mit der spitzen Spitze eines spitzen Messer darauf zeichnen. In der Mitte ein kleines Loch stechen. In dem heißen Backofen 20 bis 25 Minuten lang backen. Kühlen lassen, bevor es serviert wird.


Was man noch wissen sollte:
Die Krone (siehe Post vom 2006) und die Fève sollte man sich mal aus Frankreich – oder aus Spanien - schicken lassen, und jedes Jahr wieder verwenden. In Spanien gibt es auch eine ähnliche Tradition, aber man isst da wie in der Provence eine kronenformige Brioche mit Orangenblütenwasser und mit großen Stücken kandiertes Obst darauf, die Edelsteine darstellen sollen.

Bei dem besten Patissiers gibt es mittlerweile teure, zum Beispiel vergoldete Fèves. An die klassische Form des Galettes, ursprünglich rund, halten sich weder ich noch manche Patissiers.

Kommentare:

~marion~ hat gesagt…

L'incontournable galette à la frangipane débarque même à Düsseldorf! J'espère que tu t'es régalée avec cette recette, la forme que tu as donnée à ta galette est très originale.

strandi hat gesagt…

in der Schweiz isst man das auch Brioche-artig mit Rosinen drin.

Iris hat gesagt…

Trotz der unkonventionellen Form ein schönes Rezept. Aber das Wichtigste sind ja wirklich die fève und die Krone. Ich hatte gerade voe ein paar Tagen noch eine Diskussion bei unserem Bäcker, weil ich die mitgelieferten Kronen (poppig-bunt mit so einer Art Mickymaus Figuren) so scheußlich fand.

Jetzt beware ich auch die alte goldene auf. Wir haben's getestet: veredelt wirklich jeden Träger!

Bolli hat gesagt…

Je me suis demandée où était ta galette......En tant que française!
Et la voilà!!!
Alors moi, je n'ai pas cette tradition, je préfere le Neujahrsbretzel, et à la maison, tout le monde est heureux et mange ma part de la galette.

Anonym hat gesagt…

Ich habe vor kurzem kam in Ihrem Blog und lese mit. Ich dachte, ich würde mein erster Kommentar zu schreiben. Ich weiß nicht, was ich sagen soll, außer dass ich gerne gelesen. Nice Blog.

Sanspareil hat gesagt…

Danke für das Rezept. Als eine in Frankreich lebende Deutsche, ist dein Blog für mich eine Offenbarung. Mit der Galette werde ich meine französischen Freunde überraschen.

Viel Glück und Gesundheit im Neuen Jahr
Sigrid