Ihr mag es noch nicht gemerkt haben, aber sie sind überall, die Knödels. Genauer gesagt, fast überall in der Blogosphäre. Und das schon seit einiger Zeit. Clairechen hat sie vor weniger Zeit gezählt, und festgestellt, dass wir genug sind, um ans Licht zu kommen. Ja, wir, weil, wie Kennedy ein Berliner war, bin ich ein Knödel. Denn gestern waren Knödel nur diese Alleskönner, die sich jede Sauce anfreunden können. Ab heute sind die Knödels Blogs von Deutschen, die in Frankreich leben, oder von Franzosen, die in Deutschland leben, nach eine Idee von Clairechen, und mit der Hilfe von Marion umgesetzt. Die Liste der derzeit teilnehmenden Blogs folgt hier. Es sind nicht nur kulinarische Blogs, und das Stöbern durch Blogs mit französischen Überschriften mag sich auch für diejenigen lohnen, die nur deutsch sprechen, denn einige sind teilweise oder komplett zweisprachig. Für französisch bleibt mir keine Energie mehr. In deutsch zu schreiben ist für mich nach wie vor eine Herausforderung, und ich bewundere die sehr, die beinah täglich zweisprachige Notizen liefern.

In Deutschland
Bretzel & Café Crème Flo
Desperate Hausfrau Schatz
Les Joues Roses La Grenouille
Marmite d'un p'tit point Clairechen
Tambouille & Délices Sonia
Tambouille & Pistouille Ellie
Tomaten Quiche MarionViaggiodinozze JeanneWie Gott in Deutschland Véronique
In Frankreich
A Moveable Feast UllaBolli's Kitchen KatiaLisson: journal d'une vigneronne Iris Weingut - Lisson: ein Winzertagebuch Iris
Das Datum der Bekanntmachung mag den meisten Deutschen nicht auffallen. Nein, für den Franzosen hat es mit Karneval nichts zu tun. Auch nicht mit Sankt Martin, der in Frankreich nicht gefeiert wird. Es ist das Datum des Waffenstillstands, der ein Ende zum ersten Weltkrieg gebracht hat, und ist in Frankreich heute noch ein Feiertag... Mittlerweile haben aber die letzten zwei überlebenden Soldaten, die an den Kämpfen teilgenommen hatten, Paradefrei. Ehrlich gesagt hätte ich auch mit 109 oder 110 keine Lust mehr.
Zurück zum Knödel-Club: Wer mehr darüber wissen will, besucht am besten die oben erwähnten Blogs. Wer denkt, er/sie sollte dazu gehören, schickt bitte eine Mail an eine der Teilnehmerinnen. Einzige Bedingungen ist die deutsch-französische Verbindung. Ja, derzeit gibt es nur weibliche Knödels, aber wir hoffen, dass es sich bald ändern wird.

Und jetzt ein dringender Beitrag zur Erhaltung der deutsch-französischen Freundschaft, denn der Tag könnte nicht passender sein. Seit Monate sehe ich in meinem deutschen Supermarkt Pakete von einer Schokoladenkuchenbackmischung, die fälschlicherweise unter den Namen „Tarte au chocolat“ verkauft wird. Eine Backmischung für eine Tarte ist es nicht, denn der daraus entstehenden Kuchen besteht nicht aus Boden und Füllung. Es ist ein „Gâteau“, oder genauer gesagt ein „Gâteau moelleux au chocolat“ („gato moällö o schokola“). Seit Wochen sehe ich mit großer Sorge, wie der Anteil dieser Pakete auf den deutschen Supermarktregalen immer größer wird. Hat das internationale Unternehmen, der dieses Produkt unter den falschen Namen vermarktet, nicht an die Konsequenzen gedacht? Lange wird es wohl nicht dauern, bis sich der erste deutsche Tourist in Frankreich hereingelegt fühlt, denn statt des saftigen Kuchens, den er im guten Glauben bestellt hatte, einen Mürbeteigboden gefüllt mit Schokoladencrème bekommen wird. Und was mit den französischen Besuchern, die sich freuen werden, die ihnen bekannte Tarte in den Menüs der deutschen Restaurants zu finden. Denkt das Bielefelder Unternehmen wirklich, dass es verantwortlich ist, eine beliebte Spezialität unter einen falschen Namen zu vermarkten?
Zum Glück können wir, Bloggers - Knödels oder nicht - und Lesern, an diesem historischen Tag für rasche Aufklärung sorgen, bevor es zu spät ist. Ich weiß, dass die Aufklärungsarbeit in Norddeutschland bereits angefangen hat, und bin zuversichtlich, dass sie sowohl links- als auch rechtsrheinisch weitergeführt wird. Mit vereinten Kräfte werden wir es schaffen: Es leben die Knödels, es lebe die Tarte au chocolat UND es lebe den Gâteau au chocolat!

Tarte au chocolat
Für zwei Tartelettes, etwa 10cm Durchmesser
100g Mehl
50g Butter (Zimmertemperatur) + 2 Flocken für die Formen
1 EL Zucker
1 Prise Salz
75g gute Schokolade* in Stückchen
2 EL Crème Fraiche
1 Ei
1-2 EL Zucker, nach Geschmack
Aus Mehl, Zucker, Salz, Butter, und ein bisschen lauwarmes Wasser einen Mürbeteig vorbereiten, und möglichst eine Stunde unter einer Folie im Kühlschrank lassen.
Die Schokolade im Wasserbad schmelzen lassen (aber Vorsicht, dass Wasser sollte nicht in Berührung mit dem Gefäß kommen, in dem die Schokolade ist).
Den Backofen auf 175°C vorheizen. Die Tartelettes-Formen mit Butter einfetten. Der Teig ausrollen und in die Formen legen. Die Tartelettes für 15 Minuten in den Backofen stellen.
Sobald die Schokolade geschmolzen ist, vom Herd nehmen. Die Crème Fraiche hinzufügen, und dann die Zucker und das geschlagene Ei. In den halb-vorgebackenenen Böden geben, und für weitere 10 Minuten backen lassen. Die Oberfläsche sollte matt werden, aber man sollte vermeiden, dass sich Luftblasen bilden. ;-)
Was man noch wissen sollte:
Dieses Rezept ist ein einfaches Grundrezept, das sich mit Gewürze, gemahlene Nüsse im Teig und Obst in der Schokoladencrème (am besten Birnen im Sirup) sehr leicht ändern lässt.
Gute Milchschokolade kann auch für eine gute Tarte au Chocolat sorgen. Am liebsten habe ich dunkle Milchschokolade von Bonnat, die man bei Manufaktum oder bei Gut und Gerne (in Düsseldorf) kaufen kann. Die abgebildete Tartelettes habe ich mit Valrhona Manjari gemacht.