Frankreichfest in Düsseldorf

In diesem Jahr werde ich nicht dabei sein, aber ich will trotzdem darauf aufmerksam machen: Es findet von Freitag, 13. bis Sonntag, und aus dem Programm kann ich sehen, dass es im ganzen und großen wie im letzten Jahr laufen wird, außer, dass man in diesem Jahr auf dem lächerlichen Feuerwerk verzichtet hat, was keiner wirklich nachweinen wird.

Meine Tipps: Unter den vielen Ständen auf dem Burgplatz, die aufgelistet sind, befindet sich „La maison de Bacchus“, ein Weingeschäft, das in der Hohe Strasse ansässig ist: Dort findet man schmackhafte, dünne Quiches, zum Beispiel mit Hähnchen und Feigen, oder würzigen Käse, von denen ich immer ein Stück kaufe, wenn ich die Gelegenheit habe. (Auf der Büchermeile auf der Kö sind sie zum Beispiel auch in der Regel dabei.) Wer neugierig ist, kann am gleichen Stand vielleicht ein „Sirop d’orgeat“ bestellen, ein Glas Mandelsirup mit Wasser. Es ist leicht bitter, und soweit ich weiß in Deutschland sehr selten. Mandelsirup mischt man übrigens in Frankreich manchmal mit Pastis, und Wasser natürlich: Das Ergebnis heißt Mauresque (Wird Moresk ausgesprochen), und ist eigenartig, aber ein Versuch wert…

Letztes Jahr hatte ich auf einem Stand leckere Käse aus der Auvergne gekauft, und anschließend in Stücke eingefroren: So lässt es sich gut in gekochte Speise zu einsetzen.

Guten Erikahonig (Miel de bruyère) hatte ich auch gefunden, und eine Freundin war über die Saucissons begeistert, wobei ich keins genommen hatte, weil ich das Glück habe, dass man in meiner Familie weiterhin welche macht, und sie schmecken mir am besten.

Und ich lese noch, dass eine bretonische Bloggerin aus Düsseldorf sich über die Plätzchen aus der Bretagne sehr gefreut hatte.

Und mal etwas, was mit Essen gar nichts zu tun hat, obwohl gegessen wird, aber anlässlich des französischen Fests gezeigt wird (OmeU): Am 15. läuft im Black Box um 19.30 „Les Bronzés“, ein absoluter Kultfilm in Frankreich, von 1978. Es erzählt eine Woche Urlaub von Durchschnittsfranzosen in einem Club Med in Senegal. Der Film war damals ein großer Erfolg, und alle Schauspieler, sowie der Regisseur, sind heute noch sehr erfolgreich. Dabei war es für alle der erste Film. Das Lied zum Film wird vielleicht manchem Leser bekannt vorkommen. Ob der Film gefällt, kann ich nicht garantieren, aber wer neugierig auf etwas ist, dass jeder Franzose kennt, sollte die Gelegenheit nicht verpassen.

Rettungsaktion: Clafoutis mit Nektarinen

Ich bin bestimmt nicht die einzige, der so etwas passiert: Kaum habe ich ein Kilo von schön aussehenden Pfirsiche oder diesmal Nektarinen gekauft, die im Geschäft ganz in Ordnung aussahen, fangen sie an im Eiltempo zu verderben. Außer billiges, unreifes Obst zu kaufen, was ich nicht mache, oder alles wegzuschmeißen, hilft nur, die noch gute Teilen ohne eine Sekunde zu verlieren in einen Clafoutis zu verwenden, das einige Tage lang gegessen werden kann, und das blitzschnell vorbereitet wird, mit ganz einfachen Zutaten. Diesmal habe ich das klassische Teigrezept übernommen, aber die hälfte des Mehls durch Kastanienmehl ersetzt, und um den Ganzen ein bisschen mehr Aroma zu verleihen, habe ich ein Drittel Tonkabohne darin gerieben. Diese Änderungen sind natürlich völlig optional, aber das Ergebnis hatte was herbstlich-sommerliches, genau das Richtige in diesen Tagen.

Clafoutis mit Nektarinen

Für ein kleines Clafoutis:
200-400g Nektarinen, geputzt und in kleine Stücke geschnitten
100 g. Mehl
2 Eier
1/4 Liter Milch

1 Prise Salz
1/3 Tonkabohne, gerieben

1 EL Öl
75 g. Zucker
Butter für die Form

Backofen auf 210°C vorheizen.

Mehl, Eier, Salz, Tonkabohne, Öl und die Hälfte der Milch glatt rühren. Die Zucker und den Rest der Milch hinzufügen. Obst in die gebutterte Form geben. Den Teig darüber verteilen. 35 Minuten backen.

Es kann lauwarm oder kalt gegessen werden.


Was mir aufgefallen ist:
Ich habe Tonkabohnen in Frankreich gekauft, weil in jedem französischen Blog seit ein gutes Jahr irgendwo eine Tonkabohne erscheinen muss: Ich musste prüfen warum. Es ist eigentlich ursprünglich ein Ersatz für Vanille. Und ist in größeren Mengen schädlich, weil es Coumarin beinhaltet. In den USA ist es sogar, glaube ich, verboten. Mein Fazit: Vanille ist mir weiterhin lieber, denn die Tonkabohne riecht zuerst bitter. Es hat trotzdem zu diesem Clafoutis ganz gut gepasst.

Ich weiß nicht, wie leicht es hier in Deutschland zu finden ist, aber sollte der eine oder andere Leser Lust haben, welche zu probieren, bin ich gerne bereit, ein paar Bohnen in einen Umschlag zu schicken: Ich habe ein ganze Dose in einem Großhandel gekauft, und fürchte aber, dass ich einige Jahre brauchen werde, bis ich sie alle benutzt habe…

Quelle für persisches Eis

Letztes Jahr hatte ich persisches Eis vorbereitet, dieses Jahr kann ich es jederzeit kaufen, zumindest bis Ende des Sommers. Es ist sehr lecker, und hat nicht nur Safran und Rosenwasser drin, sondern auch Pistazienstücke. Es fehlt nur den Sommer, um häufiger davon zu essen.

Hergestellt wird es in Köln – schon wieder Köln - aber erhältlich ist es auch in Düsseldorf:

Hersteller in Köln:
Eiscafe Limone
Subbelrather Straße 363
50825 Köln
Tel.: 0221-557782

Erhältlich in Düsseldorf bei:
Basar Isfahan
Aderstr. 48
40215 Düsseldorf
Tel. : 0211-382 566

Update am 9. Juli 2007: Das Geschäft in Düsseldorf ist derzeit wegen Renovierung geschlossen...

Update am 18. August 2007: Wiedereröffnung am Montag, 20. August!