Reissalat als Onigiri – ein Versuch

Claudia von Fool for Food hat am Anfang diese Woche dank eines Rezepts für einen Reissalat eine ganze Reihe von Lesern an eine Zeit erinnert hat, die man nicht kennen kann, wenn man unter 20 ist*.

Kaum hatte ich das Rezept gelesen und kommentiert, habe ich Reis in meinem Reiskocher vorbereitet, und so habe ich zu später Stunde am Mittwoch mein Mittagessen mit Hilfe der Zutaten, die vorhanden waren, improvisiert. Ich habe seit kurzem eine sehr schöne Bento-Box, die eine sehr lange Reise hinter sich hat, und auch eine Onigiri-Form, die besonders in diesem Fall unerlässlich wurde. Für geschickte und geübte Händen sind die klassische Onigiri, ein dreieckiges Reisbällchen, die gefüllt wird, nicht schwierig zu formen, aber für mich schon. Wenn man aber mehrere Zutaten zu den Reis hinfügt, ist die Konsistenz nicht mehr dafür geeignet, aber für die Form durchaus noch: Man sollte nur darauf achten, wenig Flüssigkeit zu benutzen.


Reissalat als Onigiri

Für drei Bällchen:
300ml gekochtem Reis (japanischer Reis, Milchreis oder Risottoreis)
7 kleine Oliven-formige Tomaten, halbiert
1 hartes Ei, klein geschnitten
4 schwarze Oliven, entsteint und klein geschnitten
1 EL Heinz Sandwich Spread (oder etwas Mayonnaise mit Paprika und Karottenstücke, oder Senf + Öl)
1 EL weißer Balsamico-Essig
10g Alfalfa-Sprossen
1 bisschen Chili, sehr klein geschnitten, nach Geschmack
3 Nori-Blätter

Alle Zutaten vermengen, am besten, so lange der Reis noch warm ist, weil die Flüssigkeit noch verdampft, aber der Geschmack bleibt. Den Reissalat in die Onigiri-Form geben, und mit dem Gegenteil drucken. Kühlen lassen, und mit Noriblätter wickeln.

Was mir aufgefallen ist:
Klassische Onigiri esse ich gerne ab und an, insbesondere die, die Umeboshi, eine sauere Pflaume, als Herz haben. Aber der weiße Reis ist mir manchmal zu langweilig. In der Form werde ich wohl, insbesondere wenn das Wetter wieder zum draußen-auf-einem-Bank-mit-einem-Buch-mittagessen enlädt, welche essen.

*Das Lied hat mit Onigiri oder Reissalat überhaupt nichts zu tun, aber die ersten Zeilen stehen für nostalgische Erinnerungen schlechthin.

...Menschenleben nach Kölner Art

[Nach Wochen ohne Internet-Anschluss, und der Kauf einer neuen Kamera, die ich erst gestern angeschlossen habe, bin ich endlich zurück. Nicht, dass ich diese fast Internet-freie Zeit komplett bereue: Stundenlang Bücher zu lesen ist auch was schönes, und das hätte ich beinahe vergessen.]

Trotz der langen Pause habe ich zu meinem letzten Beitrag im Mai eine sehr passende Folge gefunden: Was die Hunden in Düsseldorf haben, haben bereits die Menschen in Köln, wo Gott sich offensichtlich eine Zweitwohnung angeschafft hat.

Vor zwei Wochen kam eine kölsche Kollegin mit einem Zeitungsausschnitt zu mir gekommen, und sagte, sie hätte sofort an mich gedacht… Was könnte es sein? Meine Kollegen kennen zwar mein Blog nicht, aber meinen Geschmack für leckere Sachen habe ich offensichtlich nicht ganz verheimlichen können. In dem mit mehreren Fotos vorgesehenen Artikel ging es um eine neue Konditorei im belgischen Viertel, Madame Miammiam, die so interessant aussah, dass ich schon am nächsten Tag da war.

Der Name lässt schon ahnen, dass man hier nicht mit einem Traditionskonditor, der seit 15 Generationen derselbe Käsekuchen bäckt, und es stimmt auch. Madame Miammiam hat ursprünglich Kunst studiert, bevor sie in England eine Konditorausbildung gemacht hat. Dadurch ist sie nicht nur in der Lage, Torten zu backen, aber sie kann sie auch verzieren, und wie! Es gibt zum Beispiel diese süßen Petits Fours:

…aber vor allem viel mehr auf der Webseite, die man unbedingt besichtigen sollte.

Wer kein Petit Four haben will, und keine verzierte Torte bestellt hat – die Herstellung ist sehr aufwendig, die Nachfrage entsprechend groß – findet man im Geschäft andere interessanten Angebote, wie zum Beispiel an dem Abend, wo ich da war, eine Bakewell tart, eine spanische Minztorte, die ich beim nächsten Mal hoffe zu probieren – ich habe es am liebsten, wenn im Kuchen oder Dessert mehr oder weniger Gewürze, Kräuter oder Blumen(extrakte) drin sind -, eine italienische Torta di pane, aber auch eine sehr schokoladige Schokotorte, die den Geschmacktest bei zwei Kolleginnen mit großem Erfolg bestanden hat. Und es ist nicht alles: Es gibt auch leckere kleine Mousses wie diese hier mit drei Schokoladen, und kleine rote Nonnen*:

…aber auch Cookies, klassisch, hier mit Pistazien:

Vor kurzem noch hatte ich noch in diesem Blog gesagt, wie sehr mir die kreativen Konditoreien, die man zum Beispiel in Frankreich kennt, fehlen: Ich hätte nie geglaubt, so schnell erhört zu werden, und ich hoffe sehr, dass es bald noch weitere gibt. Zum Beispiel in Düsseldorf.

Noch was? Ja: Das Geschäft hat großzügige Öffnungszeiten, Dienstags bis Samstags von 10 Uhr bis 20 Uhr, und sogar Sonntags von 12 bis 14 Uhr, und der Verkäufer ist äußerst charmant und geduldig.

Madame Miammiam
Antwerpenerstraße 39
50672 Köln


* Zum Thema Religieuse gibt es derzeit einen französischen Blog-Event. Die Ergebnisse sollten in den nächsten Tagen unter dieser Seite zu finden sein.