Tajine von Confit de Canard mit glasierten Birnen

Mal ein Titel in Deutsch, denn das Rezept habe ich in einem deutschen Kochbuch gefunden, ein von diesen günstigere Bücher, die ich in der Regel nicht mal durchblättere. Und das hätte ich bei diesem Buch auch nicht gemacht, hätte ich nicht gesehen, dass es eine Auszeichnung bekommen hatte. Bei der Unmenge an solche Bücher, halt ich das für ein gutes Zeichen, denn die Konkurrenz muss gross sein. Beim Durchblättern sind mir gleich mehrere Rezepte aufgefallen, weil sie ziemlich authentisch wirken, ohne kompliziert zu sein, und weil darunter einige originelle Kombinationen zu finden sind, meiner Meinung nach. Da ich jetzt in einer vorweihnachtlichen Confit-Aufbrauchphase bin, habe ich das Buch auch gekauft, und kurz danach diese Tajine nachgekocht.

Tajine ist sowohl ein Gericht als auch ein Tontopf aus Marokko. Der ziemlich flache Topf mit hohem, spitzem Deckel ermöglicht das Schmorren ohne Fett. Das hat ein französischer Hersteller von Elektro-Haushaltsware vor einigen Jahren derart begeistert, dass er einen elektrischen Tischtajine-Gerät kreiert hat, mit geschmackvollem tonfarbenen Kunststoffgefäß, Deckel aus echter Tonerde mit elegantem hellem Kunststoffgriff, mit der sich auf dem Tisch nach Fondue oder Raclette-Grill Prinzip Gerichte kochen und essen lassen. Ich habe die starke Vermutung, dass die meisten verkauften, sperrigen Geräte mittlerweile in französischen Kellern unter dicke Staubschichten auf einen immer unwahrscheinlicheren Neueinsatz warten. Moment: Ich sehe, dass man noch welche kaufen kann. Bestimmt die ausgefallene Weihnachtsgeschenkidee, an die sonst niemanden gedacht haben wird:



Enten-Confit-Tajine mit glasierten Birnen (nach einem Rezept gefunden im Orient bei ZS Verlag)


Für 4 Personen:
4 Stücke eingelegte Ente
4 Feigen (im Original 15; siehe Kommentar unten)
Entenfett (im Original 100g Butter)
80g brauner Zucker (Original: 100g)
4 Birnen (geschält und geviertelt) (im Original 3)
eine Prise Lebkuchengewürz (Original: Zimt)
4 Zwiebeln in feinen Würfeln

ein bisschen Muscat de Rivesaltes, nach Geschmack (original: 100ml Hühnerbrühe)
3 Möhren in Stücke (Original: in Scheiben)
Salz


Die geöffnete Enten-Confit Dose im Wasserbad erwärmen, bis das Fett geschmolzen ist. Die Entenschenkel herausfischen und abtropfen lassen.

Zwei Feigen in Würfeln schneiden. In einer Pfanne 50g Entenfett zerlassen, 50g Zucker dazu geben und karamellisieren lassen. (Eigentlich geht das Gegenteil besser: Zucker karamellisieren und dann Fett hinzufügen.) Die Birnen hinzufügen, im Karamell wenden. (im Original: mit Zimt bestäuben). Die Zwiebeln mit 25g Entenfett in einem Topf zugedeckt unter gelegentlichem Rühren 10 Minuten garen. Die Feigenwürfel und den Muscat dazugeben und bei schwacher Hitze zu einem weichen Kompott einkochen.

Die Möhren in einem Topf mit Wasser bedecken, das restliche Fett (25g), 30g Zucker und ¼ TL Salz dazugeben. Die Möhren garen, bis das Wasser vollständig verdampft ist. 3 EL Entenfett erhitzen, die zwei übrigen Feigen halbieren und etwa 2 Minuten rundum braten. (Im Original kommt da auch Zucker und Zimt.) Entenstücke, die ich im Backofen erhitzt hatte (im Original bleiben sie unbehandelt…) mit Feigenkompott, glasierten Birnen und Möhren anrichten.


Was man noch wissen sollte:
Darf sich das Gericht wirklich Tajine nennen? Ohne fett geschmorrt ist es nicht...
Fazit: Es ist sehr lecker, aber auch sehr intensiv. Der Confit ist ziemlich salzig, die Obstbegleitung sehr süß, obwohl ich nicht so großzügig wie im Rezept mit der Zucker umgegangen bin. Anders als im Buch abgebildet habe ich nachträglich eine neutrale Beilage hinzugefügt. In meinem Fall Pellkartoffeln, die ich zufällig bereits zur Hand hatte, aber Reis, Couscous, oder Knödeln?, hätten gut dazu gepasst.
Da Feigen nicht immer gerade günstig sind (€1,50/Stück z.B.), kann man auch getrocknete Feigen für das Kompott benutzen, glaube ich, und weniger Frische glasieren, oder diese sogar weglassen, und durch mehr Birnen ersetzen.
Mein verbessertes Zwiebelkompott hat so gut geschmeckt, dass ich es bestimmt mit anderen Gerichte servieren werde, vor allem um Weihnachten herum.

Kommentare:

Bolli hat gesagt…

Et oui, la tajine....Bonne idée, ta tajine automnale!

J'arrive.....le Thalys n'est pas en grêve!!!!!!!!

Véronique hat gesagt…

N'oublie pas les éclairs!

Schnuppschnuess hat gesagt…

Na, da weiß ich ja schon jetzt, was im März in meinem Gepäck sein wird, wenn ich aus Marokko zurück komme... Hört sich aber sehr lecker an, auch mit Fett ;-))

Petra hat gesagt…

Wieder eine schöne Idee, was man mit Confit anfangen kann. Das Fruchtige dazu kann ich mir gut vorstellen. Danke!

mundogusto hat gesagt…

Die Tajine ist im Allgemeinen ein Schmortopf in dem das Essen besonders schonend zubereitet werden kann. Der Geschmack der Speisen bleibt erhalten und die richtigen Gewürze runden das Ganze dann noch ab.

Hab mir vor einiger Zeit auch so einen marokkanischen Schmortopf zugelegt und nutze ihn mittlerweilen regelmässig.

Danke für die Rezeptidee... die werde ich demnächst auch mal ausprobieren.