Pot-au-feu

Wie man aus diesem Blog entnehmen kann, bin ich keine leidenschaftliche Fleischesserin, aber trotzdem habe ich, nachdem ich bei Zorra gesehen habe, dass Katia von Bolli’s Kitchen für den nächsten Blog-Event die Bistro-Küche gewählt hatte, sofort an einen sehr klassischen Pot-au-Feu gedacht. Und gleich am nächsten Tag umgesetzt, denn Pot-au-feu macht mich glücklich, sogar doppelt, wenn draußen kalt* ist, also warum warten.

Alle klassischen Rezepte für Pot-au-feu, die ich habe, sind – logisch – sehr ähnlich. Das schwierige für mich, ist das passende Fleisch zu finden. Ich habe französische Begriffe dafür, und ein paar deutsche Übersetzungen, die vermutlich nicht so geläufig sind. Aber zum Glück war an diesem Tag im (Bio-)Supermarkt, in dem ich gekauft habe, einen kompetenten Verkäufer (neben zwei nicht kompetenten Verkäuferinnen, die aber sicherlich die MWSt. vor- und rückwärts rechnen können). Er hat mir sehr gut geholfen, obwohl er nicht wusste, was Pot-au-feu ist, und obwohl ich ihn ziemlich schockiert habe, als ich gesagt habe, dass beide Fleischstücke (Beinscheibe inkl. Knochen, und Tafelspitz) ca. 3 Stunden kochen würden. „Aber der Tafelspitz wird auseinanderfallen!“ Das war eigentlich ziemlich, was ich wollte: Es war fast ohne Messer zu trennen. Perfekt.

Pot-au-feu (nach Vingt ans de cuisine buissonnière de la Provence aux Cévennes ardéchoises)

Kochzeit : ca. 3 Stunden

Für 3-4 Pers.

350g Beinscheibe vom Rind
350g Tafelspitz
3 Möhren, geschält, in Stücke geschnitten
2 Porrees, in Scheiben

1 Steckrübe, geschält, grob gewürfelt
1 Petersilienwurzel, geschält, in Stücke
1 Pastinake, geschält, gewürfelt
2 Zwiebeln von 3 Nelken gespickt
1 ziemlich große Kartoffel/Person, geschält
Salz, Pfeffer, Bouquet garni

Wenn alle Zutaten wie oben beschrieben bereit sind, ist das schwierigste schon getan. Wasser im Wasserkocher zum kochen bringen. In der Zwischenzeit alle Zutaten bis auf die Kartoffen in einen tiefen Topf legen. Mit dem heißen Wasser bedecken. Mit Salz und Pfeffer würzen, und für ca. 2h40 bedeckt und köchelnd auf dem Herd vergessen. Die Kartoffeln hinzufügen, und noch 20 Minuten kochen lassen. Sofort servieren. Oder nicht: bis zum nächsten Tag warten, wieder zum kochen bringen, und heiß servieren.

Was man noch wissen sollte:

Mann kann wahlweise nur das Fleisch servieren, oder das Fleisch im Bouillon, oder beides mit dem Gemüse, oder das Bouillon separat servieren, auch an einem späteren Tag, oder das Gemüse mit dem Bouillon mit dem Stabmixer zu eine Gemüsesuppe verarbeiten, oder… kurz gesagt: Von einem solchen Gericht kann man sich ein Zeitlang fast ausschließlich ernähren.


* Dass es auch an einen lauen Herbsttag auch sehr glücklich machen kann habe ich letztes Jahr in diesem Restaurant in Monaco erfahren: Dort habe ich un pot-au-feu über-délicieux (wie die französische Elle Leserin sagen würde; ja, „über-“ ist ziemlich angesagt), kalt serviert (nur das Fleisch), mit „integriertem“ Körnersenf und auf dünnen, leckeren Scheiben Ochsenherztomaten gegessen.

Kommentare:

Ulrike hat gesagt…

Die deutsche Durchschnittsleserin antwortet dann mal so: Das klingt oberlecker!

Bolli hat gesagt…

Ich liebe pot au feu Véronique!
Ein richtig leckres Bistro-Essen, lieben Dank!!!!!
Und, ich freue mich schon jetzt auf den Rindfleischsalat, das hachis parmentier, das folgen wird?.........
Ich habe die gleichen Probleme wie Du hier, die Franzosen schneiden die Rinder anders und Tafelspitz kennt hier keiner....Habe eine Kopie, ein dt. Rind und ein frz. Rind und dann eige ich das meinem Metzger und dann versteht er.....

Flo Bretzel hat gesagt…

Ta recette a l'air très appétissante, j'attends la photo avec impatience!

zorra hat gesagt…

Pot-au-feu macht mich auch glücklich! :-)

Bolli hat gesagt…

Super, jetzt auch mit tollen Bildern!!!

Barbara hat gesagt…

Das liest sich sehr gut, klingt lecker und sieht total schön aus!

Danke für die Anregung! :-)

Véronique hat gesagt…

Bolli: Super Idee mit den zwei "Rindkopien". Hat sich Karambolage schon mit dem Thema auseinandergesetzt?
Und wie so hast Du gewusst, dass noch ein Parmentier kommt? Einen Rindfleischsalat habe ich aber noch nie gegessen: Ich glaube, Du bist dran. :-)

Tolles Thema auf jeden Fall, und was ich bisher bei den anderen Blogs gesehen habe sieht auch oberlecker aus.