Thon en coulibiac déstructuré

Warum ich am Mittwoch auf dem Weg nach Hause plötzlich angefangen habe, an Coulibiac zu denken, weiß ich nicht. Dieses Gericht habe ich erst einmal im Leben gegessen, in Paris im März in einem jüdischen Restaurant. Es hat etwas altmodisches, was mir manchmal gefällt. Aber wie häufig lohnt sich nur die Vorbereitung nur, wenn man für mehrere kocht… es sei denn, man destrukturiert das Ganze.

Klassisch ist es eine Art warme Lachspastete, wobei der Lachs auf ein Bett Reis oder grobe Getreide liegt, ist mit Scheiben harte Eier bedeckt, und das ganze in einem Blätterteigmantel umhüllt. Ja, Blätterteig. Das Wort hatte ich schon lange nicht mehr geschrieben, oder?

Lachs hatte ich nicht, aber Thunfisch schon. Reis war mir in der Kombination zu viel, aber Spinat schien mir einen ganz passenden Ersatz. Eier und Blätterteig hatte ich auch, so wie eine Idee für eine passende, jedoch sehr einfache Sauce.


Thunfisch als destrukturierter Coulibiac

Pro Person:
1 Thunfischsteak
1 kl. Block TK-Spinat
etwas Zwiebel
1 Ei
1 Scheibe (Butter-)Blätterteig
Olivenöl
Salz (mit roten Algen in meinem Fall, ein israelisches Produkt, das ich in der Woche bei Kaufhof entdeckt habe)
Rosa Beeren
Kardamom
Pepperberry-Senf (von Löwensenf)
Dickflüssige Sahne

Backofen bei 170°C vorheizen.

Die Eier hart kochen.

Die Blätterteigblätter mit Milch bepinseln, und einige zerquetschte Rosabeeren darauf verteilen. In dem warmen Ofen Backen, bis sie gold sind. Warm halten.

In der Zwischenzeit den Zwiebel würfeln, und in einem bisschen Öl anbraten. Den Spinat hinzufügen, mit Salz und Kardamom würzen. Ab und an rühren, bis das Gemüse gar ist. Zur Seite stellen.

Die gekochten Eier pellen und in Scheiben schneiden.

Pro Person ein TL Pepperberry-Senf mit Sahne strecken. Im kleinen Gefäße auf den Tellern hinstellen.

In einer anderen Pfanne wieder ein bisschen öl erhitzen. Die Thunfischsteak mit Salz bestreuen, und auf beiden Seiten anbraten, ca. 3 Minuten pro Seite.

Während dieser Zeit die Blätterteigscheiben auf die Tellern legen, und den Spinat darauf verteilen. Daneben die Eierscheiben anordnen.

Die gekochten Thunfischsteaks auf den Spinat positionieren, und sofort servieren.

Was ich noch unbedingt sagen wollte:

Dieser Pepperberry-Senf von Löwensenf, von dem ich nicht mal weiß, ob er noch angeboten wird, ist meiner Meinung nach sehr gelungen, und das sage ich bei weitem nicht bei jeder der Senf-Kreationen, die man in dem Geschäft in Düsseldorf testen kann. (Altbier-Senf? Pfuiiii!) Pepperberry soll eine Art wilder Pfeffer aus Australien sein. Der Geschmack ist würzig, aber nicht zu scharf, eher rund, würde ich sagen.

Auf dem Thunfisch in meinem Foto sieht man Algentatar: Das war bei dem Gericht aber nicht sehr passend. So was hat eh nicht jeder, und in dem Fall bringt es nichts, es übertont sogar den Thunfisch, was Schade ist.

Als ich gesucht habe, ob es in Deutsch eine andere Schreibweise für Coulibiac gibt, bin ich auf einer sehr kompletten und korrekten Liste von Küchenfachwörtern in Französisch, mit Erklärungen in Deutsch gestossen. Da ist sie zu finden: http://www.exquisine.de/net/gourmet/ Es wäre übrigens schön, wenn die Restaurateure, die gern französisch kochen, und französische Begriffe in ihren Menüs haben, häufiger solche Listen studieren würden. Aber vielleicht haben manchen als Nebenaufgabe die Erheiterung Französischsprachigen Passanten gewählt?

Kommentare:

Bolli hat gesagt…

Coulibiac!!!!!!!!

Esse ich so gerne, kennt man gar nicht hier in D., ich dachte immer, das sei ein russisches Gericht?
Da bringst Du mich auf eine Idee, könnte ich mal wieder nach den Ferien in Paris machen.

Véronique hat gesagt…

Das Restaurant in dem ich war bietet polnisch-jüdische Küche an ( http://www.pitchipoi.com/ ), und ja, Koulibiac kommt aus Russland, aber es scheint kosher zu sein.

Bolli hat gesagt…

Grace à toi, je me suis mise à faire un.....Regardes!

PS: Tu as lu le gentil billet de Clairechen ( marmited'un point) sur les françaises en Allemagne?

Véronique hat gesagt…

Oui, Bolli, grâce à toi, j'ai lu le message de Clairechen qui travaille dans la même rue que moi. :-)
...et j'ai rajouté un lien vers Flo Bretzel dont j'aime déjà le blog.
Bravo pour ton Coulibiac!

fusionfruit hat gesagt…

Hihi, dein Kommentar über frz. Begriffe kann ich gut nachvollziehen. Ich finde es ohnehin großartig, wie lustig manche Speisekarten sind, wenn versucht wird, sie in einer anderen Sprache zu verfassen. Ich erinnere mich an einen spanische Karte, wo Gazpacho als "kalte ölige Suppe" übersetzt wurde. Uah.