Mirabelle Mirabeau

Nein, Mirabeau ist kein Obst und Mirabelle Mirabeau kein Rezepttitel, sondern der Titel eines Lieds eines meiner Lieblingskünstler, das ich im Moment im Kopf habe, weil ich über ein Rezept mit Mirabellen berichten will, das noch kein Namen hat.

Der Ispahan in Gläsern, den ich vor einige Monate vorbereitet hatte, hat einen so guten Eindruck hinterlassen, dass ich das Rezept wiedergeholt habe, als ich am Wochenende ein Nachtisch mit Mirabellen gemacht habe. Meine erste Idee war eine einfache Tarte mit Mirabellen, nur mit Kardamom gewürzt, die ich in dem Buch von Christine Ferber über Tartes gefunden habe, aber eigentlich hatte ich keine Lust auf eine Tarte. Auf Mirabellen und Kardamom schon. Nach ein bisschen Überlegung war ich überzeugt, dass eine weiße Schokoladenmousse, stark nach Vanille schmeckend, mit Mirabellen-Kardamom Kompott gut harmonieren würde. Und während des Kochens habe ich die Idee gehabt, das Ganze mit etwas knuspriges zu toppen. So ist folgendes Desserts entstanden, das ich, mangels Inspiration, und weil ich „Kompott von Mirabellen mit weißer Schokoladenmousse in Gläsern“ zu lang finde, vorläufig Mirabelle Mirabeau nennen werde.


Mirabelle Mirabeau, vorläufig

Für 4 Pers.

400g Mirabellen, geputzt, halbiert und entkernt
2 EL Rapadurazucker*
den Inhalt von 4 grünen Kardamomkapseln, im Mörser frisch pulverisiert
1 TL Agar-Agar

80 gr weiße Schokolade
70 + 75 ml flüssige Sahne
½ Vanillestange

2 EL kleine Haferflocken
2 EL gehackte Mandeln
1 EL Rapadura

4 leere Gläser à mindestens 125 bis 150ml


Mirabellen, Zucker und Kardamom in einen Topf geben, und zum köcheln bringen. Ab und an rühren. Nach ca. 5 Minuten, den Agar-Agar hinzufügen, gut vermischen, und weiter 5 bis 10 Minuten köcheln lassen. Dabei weiterhin regelmäßig rühren.

Die Gläsern mit der Kompott füllen, und kalt werden lassen, gegebenenfalls im Kühlschrank.

Wenn das Kompott kühl ist, die weiße Schokoladenmousse vorbereiten, genau wie bei dem Ispahan, aber ohne Rosensirup, und dafür mit Vanille:

Die Schokolade im Wasserbad schmelzen lassen. Gleichzeitig 70g Sahne mit einer durchgetrennten, halben Vanilleschote zum kochen bringen, und in einen Schüssel über die Schokolade gießen. Mit einem Besen mischen. Kalt werden lassen.
In einer anderen Schüssel, die Sahne fest schlagen. Einen Viertel der Schokoladencrème hinfügen, mit dem Besen wieder schlagen, und den Rest der Crème darunter bringen.

Die Crème in den Gläsern auf das mittlerweile fest gewordene Kompott verteilen. Bis zum Servieren kühl stellen.

In eine ungefettete Pfanne Hafer und Mandel leicht gold werden lassen, unter ständigem rühren. Zucker hinzufügen, ohne aufzuhören, die Pfanne zu bewegen. Es sollen möglichst keine Klumpen erscheinen, aus reinen ästhetischen Gründen, denn die Klumpen schmecken natürlich besonders gut.

Vor dem Servieren ein Teil des Hafer-Mandel-Knusperzeugs auf die Gläser verteilen, und den Rest in einen Schälchen auf dem Tisch lassen. Ich tippe darauf, dass manche die Gläser damit nachfüllen werden.


Was man unbedingt noch wissen sollte:

Rapadura-Zucker ist eine unraffinierte Zuckerart, die wie grauer Sand aussieht, für Zucker nicht sehr süß ist, dafür mehr Würze hat, und angeblich gesunder als weiße Zucker sein soll. Entdeckt habe ich sie auf dem Blog von Clea, den ich bereits erwähnt habe.

In diesem Rezept braucht man sowieso wenig wenn nicht gar keine Zucker. Weiße Schokolade ist sehr süß, und wenn ich mich nicht täusche, sind Pflaumen allgemein die süßeste Obstsorte, geleitet von der Reine-Claude.

Kommentare:

Bolli hat gesagt…

Wer will denn da noch zu Pierre Hermé gehen?

Véronique hat gesagt…

Ich auf jeden Fall! :-)

Bolli hat gesagt…

Ich hätte lieber Dein Dessert!

Barbara hat gesagt…

Eine geniale Kombination - leider habe ich keine Mirabellen mehr...

Aber allein die Vorstellung, mit Kardamom, Vanille-Schokolade und dem Crunch - lecker!