Rettungsaktion: Clafoutis mit Nektarinen

Ich bin bestimmt nicht die einzige, der so etwas passiert: Kaum habe ich ein Kilo von schön aussehenden Pfirsiche oder diesmal Nektarinen gekauft, die im Geschäft ganz in Ordnung aussahen, fangen sie an im Eiltempo zu verderben. Außer billiges, unreifes Obst zu kaufen, was ich nicht mache, oder alles wegzuschmeißen, hilft nur, die noch gute Teilen ohne eine Sekunde zu verlieren in einen Clafoutis zu verwenden, das einige Tage lang gegessen werden kann, und das blitzschnell vorbereitet wird, mit ganz einfachen Zutaten. Diesmal habe ich das klassische Teigrezept übernommen, aber die hälfte des Mehls durch Kastanienmehl ersetzt, und um den Ganzen ein bisschen mehr Aroma zu verleihen, habe ich ein Drittel Tonkabohne darin gerieben. Diese Änderungen sind natürlich völlig optional, aber das Ergebnis hatte was herbstlich-sommerliches, genau das Richtige in diesen Tagen.

Clafoutis mit Nektarinen

Für ein kleines Clafoutis:
200-400g Nektarinen, geputzt und in kleine Stücke geschnitten
100 g. Mehl
2 Eier
1/4 Liter Milch

1 Prise Salz
1/3 Tonkabohne, gerieben

1 EL Öl
75 g. Zucker
Butter für die Form

Backofen auf 210°C vorheizen.

Mehl, Eier, Salz, Tonkabohne, Öl und die Hälfte der Milch glatt rühren. Die Zucker und den Rest der Milch hinzufügen. Obst in die gebutterte Form geben. Den Teig darüber verteilen. 35 Minuten backen.

Es kann lauwarm oder kalt gegessen werden.


Was mir aufgefallen ist:
Ich habe Tonkabohnen in Frankreich gekauft, weil in jedem französischen Blog seit ein gutes Jahr irgendwo eine Tonkabohne erscheinen muss: Ich musste prüfen warum. Es ist eigentlich ursprünglich ein Ersatz für Vanille. Und ist in größeren Mengen schädlich, weil es Coumarin beinhaltet. In den USA ist es sogar, glaube ich, verboten. Mein Fazit: Vanille ist mir weiterhin lieber, denn die Tonkabohne riecht zuerst bitter. Es hat trotzdem zu diesem Clafoutis ganz gut gepasst.

Ich weiß nicht, wie leicht es hier in Deutschland zu finden ist, aber sollte der eine oder andere Leser Lust haben, welche zu probieren, bin ich gerne bereit, ein paar Bohnen in einen Umschlag zu schicken: Ich habe ein ganze Dose in einem Großhandel gekauft, und fürchte aber, dass ich einige Jahre brauchen werde, bis ich sie alle benutzt habe…

Kommentare:

Hande hat gesagt…

Also, unverschämt wie ich bin, melde ich mich als Erste an: Bitte schick mir Tonka Bohnen, ich lese auch seit Jahren darüber und hab noch nie (bewusst) probiert. Adresse kommt per email!

Iris hat gesagt…

Ich glaube, in Deutschland gibt es die Tonka Bohnen am einfachsten in der Apotheke oder vielleicht (falls es die noch gibt) im Reformhaus. Mein Freund Klaus hat sie (aus Deutschland) bei uns eingeführt und weil sie eine klassische Zutat seiner Oma für das weihnachtliche Spritzgebäck war. Ich hatte noch nie davon gehört - passt aber auch gut in Pfannkuchen oder crèpes (comme pour tout: avec modération...)

rosa hat gesagt…

Falls Du weitere Bohnen verschicken magst, hätte ich auch gerne :) Klingen sehr gut. Erinnern mich vom Aussehen her an Muskatnüsse, und ich LIEBE Muskatnüsse.

Véronique hat gesagt…

Rosa: Klar, habe ich noch weitere Bohnen. Schick mir doch deine Adresse!

Bolli hat gesagt…

Musste an Dich denken, denn ich hatte beim Biohändler Pfirische ( nicht allzu reif) gekauft, und, nach einen Tag waren die matschig und voller Flecke!
Wahrscheinlich halten die Pestizide die Früchte so frisch.....

Véronique hat gesagt…

Iris, im Reformhaus - ja, das gibt's noch, trotz Bio-Supermärkte - habe ich noch nie welche gesehen. Aber wenn die Nachfrage demnächst dank meine Verschickungen wächst ;-), sollte sich jemand an den Vertrieb denken.

Bolli, ich habe erst heute festgestellt, dass Du ein zweisprachiges Blog aus Paris schreibst. Ich werde in den nâchsten Wochen deine Link bei mir hinzufügen.

Titania Carthaga hat gesagt…

Sind noch welche von den Tonkabohnen übrig? Dann tät ich gern ein paar nehmen zum ausprobieren! :) Kontakt via mein Blog (Impressum)

Véronique hat gesagt…

Titania Carthaga: Die Bohnen sind unterwegs zu Dir.

Ulrike hat gesagt…

Hallo Véronique, ich habe die Tonkabohne in Madeleines getestet. Vielen Dank für die Kostprobe, du hast Recht, ein leicht bitterer Nachgeschmack, aber die Kindee fanden's toll

Als nächstes also Tonkabohnenmousse..

Thea hat gesagt…

Hallo Véronique,
ich finde Dein *Rettungsaktionsrezept* total Klasse und habe es mir sofort *stiebizt*. Ich hoffe es ist Dir recht?
Herzlichen Dank und lieben Gruß
Thea

Véronique hat gesagt…

Thea, da ich nicht weiss, was "stiebizt" heisst, habe ich nichts dagegen, solange niemand dadurch verletzt wurde. ;-)

Azrael hat gesagt…

Sieht ein bissel aus wie Muskat! Würde mich schon interessieren, wie die schmeckt, aber ich habe sie hier in Deutschland tatsächlich noch nirgends gesehen. Und das obwohl ich als Vegetarier viel in Reformhäusern unterwegs bin!

Also, wenn du noch ein oder zwei Bohnen zum proieren übrig hättest ...wink!

Übrigens ... darf ich dich verlinken?

Liebe Grüße, Azrael!

Véronique hat gesagt…

@Azrael: Klar darfst Du verlinken. Tonkabohnen habe ich auch noch: Du kannst mir Deine Adresse mitteilen. Die soll es ansonsten in Apotheken geben.