Wirsingpfanne

Zum Weihnachten habe ich vier Kochbücher geschenkt bekommen, darunter „La cuillère d’argent“, die französische Übersetzung des italienischen Kochbuchs „Der Silberlöffel“. Ich weiss schon, dass ich nicht die einzige war...



Schön finde ich, dass das Buch eine Sammlung meist sehr einfachen Rezepte ist, die man wirklich jeden Tag kochen kann, und die trotzdem bei weitem nicht immer bekannt vorkommen, und nicht langweilig sind. Diejenigen, die dank Starköche-Fernsehsendungen glauben, dass Kochen nur geht, wenn man viele Stunden vor sich, besondere Geräte und exotischen Zutaten hat, oder Hyperaktiv wie Tim Mälzer ist, sollten sich dringend das Buch anschaffen, denn es zeigt, dass es auch anders geht.


Die Rezepte sind praktischerweise nach Hauptzutaten unterteilt: Ich hatte gestern einen Wirsing gekauft, habe heute früh die Rezepte aus dem „Kohl“-Kapitel gelesen, und habe mich für folgendes Rezept entscheiden.


Wirsingpfanne

Für 4 Personen:
50g Butter
½ Wirsing, in Streifen geschnitten
3 Kartoffeln, in dünnen Scheiben
1 EL frisch geriebener Parmesan
2 Eier
100ml Milch
Salz, Pfeffer

In einer tiefen Pfanne die Hälfte der Butter schmelzen. Der Boden mit der Hälfte der Kartoffelnscheiben bedecken, dann den Kohl darüber verteilen und den Käse. Milch und Eier mit einer Prise Salz schlagen, und in die Pfanne geben. Die restlichen Kartoffeln auf dem Gericht verteilen, mit Salz und Pfeffer würzen und die restliche Butter darüber streuen. Mit einem möglichst dichtschließenden Deckel schließen, und eine Stunde lang auf niedriger Stufe kochen. (Ich habe während der Vorbereitung Stufe 6/12 gewählt, dann Stufe 4/12).



Ein paar Tipps: Nach 30 Minuten habe ich auf den gesunkenen Auflauf Räucherwürstchen verteilt. 30 Minuten später war mein Hauptgericht servierfertig, lecker riechend und schön heiß.

Wenn ich als vegetarisches Gericht und nicht als Begleiter von Fleisch essen sollte, dann würde ich die Menge an Käse erhöhen, oder zusätzliche Gewürze hinzufügen (Ingwer? Chili? Wacholder?)

Die Wirsingpfanne lässt sich mit einer m Löffel – nicht unbedingt aus Silber – leicht wie ein Kuchen schneiden, zumindest nachdem das erste Stück entnommen wurde.

Kommentare:

Berlinbound hat gesagt…

looks super delicious!

Iris hat gesagt…

Schöner Zufall: das Buch habe ich mir auch zu Weihnachten geschenkt - ich habe es in der Bahnhofsbuchhandlung in Paris gefunden und sitze damit jetzt gerne in meiner Sofaecke und lasse mich inspirieren.

Und Kohl gabs gestern auch, allerdings "frei nach Schnauze" und "à la fortune du pot", bzw. mit dem, was ich noch außer einem Wirsing im Haus hatte - und das waren geräucherte Speckwürfel. Heute auf dem Ofen wieder aufgewärmt noch besser!

Aber Dein cuiller argent Rezept probiere ich sicher auch vor Winterende noch mal aus.

liebe Grüße aus Südfrankreich in meine alte Heimat Düsseldorf!

Véronique hat gesagt…

Thank you Berlinbound (but stuck in Cologne, travelling with Deutsche Bahn maybe? ;-) )

Iris, ich habe heute den Chou frisé au four nachgekocht, allerdings ohne Wurst, aber mit Räuchertofu, Champignons, usw. Lecker. :-)

Ich sehe, Du reist wie ich mit dem Thalys und weiteren Zügen, auch bis Südfrankreich. Ich war auch im Dezember in Le Train Bleu, allerdings nur im Erdgeschoss, mit der Freundin, die mir "La cuillère d'Argent" geschenkt hat. Wenn Du wieder in Düsseldorf bist, Zeit und Lust hast, können wir uns gerne treffen. Ich bin nur wenigen Minuten von der Altstadt entfernt.