Reispudding

Es ist ziemlich leicht Milchreis und Reispudding Rezepte zu finden. Es ist derzeit so beliebt, dass es in New York sogar ein Geschäft gibt, das 21 Sorten anbietet, die vor Ort genossen werden können oder USA-weit verschickt werden, und vor kurzem habe ich über Reispudding einen ganzen Artikel in The Atlantic Monthlykeine Kochzeitschrift – gelesen, geschrieben von Corby Kummer, ein in den USA bekannten Foodwriter, der Slow Food unterstützt, und musste das dort präsentierte Rezept probieren.


Milchreis hat man in meiner Familie selten vorbereitet, Reispudding, also im Backofen, nie. Grießpudding gab es dafür ein bisschen häufiger, aber ich mag es nicht besonders. Milchreis dagegen, oder Reispudding, mit seiner cremigen Konsistenz, finde ich ziemlich unwiderstehlich. Trotzdem habe ich erst in diesem Jahr zum ersten Mal in meinem Leben Reispudding nachgebacken. Ich hatte in Erinnerung, dass der Milchreis sehr leicht an Topf haftet: Aber im Backofen, ganz langsam gebacken, gab es dieses Risiko nicht. Außerdem wird in dem Artikel wirklich alles erklärt, was man wissen muss. Und auch, welche Sorte Milchreis oder eben Reispudding es gibt. Der Autor mag die Versionen nicht so sehr, wo die Reiskörner nicht mehr zu erkennen sind, also bevorzugt er Basmatireis für die Vorbereitung. Für eine weichere Konsistenz empfiehlt er Jasminreis. Wer sein Milchreis fast ohne erkennbare Körner mag, nimmt Milchreis oder Sushireis. Zucker verlangsamt die Aufnahme der Milch in dem Reis, also sollte die Zuckermenge nicht erhöht werden, und wer Rosinen hinzufügt, sollte weniger Zucker benutzen. Das Fett in der Vollmilch trägt zu der Cremigkeit bei; wer Magermilch benutzt, sollte eine Reissorte aussuchen, die mehr Stärke bildet (Milchreis oder Sushireis). Es darf auf keinem Fall vorgekochten Reis sein! Das sind die wesentlichen Empfehlungen. Wenn man sich für eine Reis und Milchsorte entschieden hat, ist die Vorbereitung sehr leicht, wenn auch die Backzeit lang ist.



Reispudding (nach Corby Kummer in The Atlantic Monthly Jan./Feb. 2007 )

Für 2-4 Pers.

½ Liter Milch
1,5 bis 2 EL Reis
3 EL Zucker, wahlweise aus Zuckerrohr
1 Prise Salz
Optional: Vanille

Den Backofen bei 150°C vorheizen.
In eine Backform, ca. 20x10 cm groß, alle Zutaten geben, inklusiv die aufgeschlitzte Vanilleschote (Vanilleextrakt wird erst später hinzufügen). In den Backofen schieben. Während zwei Stunden alle 30 Minuten die Zutaten durchmischen. Bei dem letzten Mischen die Vanilleschote entfernen, oder, wenn Extrakt benutzt wird, die Flüssigkeit hinzufügen. Noch für eine bis anderthalb Stunden backen, weniger wenn die Form breit ist, bis sich die Haut bildet, mit einigen braunen Stellen.


(Nach einer Stunde: Die Haut bildet sich immer wieder, wird aber durch dem Durchmischen zuerst zerstört.)

Was ich beobachtet habe:
Ich habe es das erste Mal mit einem Rest Sojamilch nachgekocht, und hatte leider kein Jasminreis im Supermarkt gefunden (gab’s nur vorgekocht). Der Geschmack war OK – für Sojamilch – aber die Konsistenz nicht sehr angenehm, zu Gummihaft.
Diesmal habe ich Vollmilch benutzt und eine halbe EL guter Kakao, sowie eine Kappe Cointreau (erst nach einer Stunde hinzugefügt). Fazit: So schmeckt es mir sehr gut.
Das Rezept wurde für die doppelte Menge geschrieben, und die Form soll dabei 8 x 8’’ oder 11 x 7’’ groß sein. Wer keine Form hat, die halb so groß ist, reduziert die Backzeit. Bei mir war es nach 2h15 fein.


Ehrlich gesagt, weiß ich nicht ob es in Deutsch für den im Backofen vorbereiteten Milchreis einen separaten Begriff gibt. Aus den Büchern, die ich besitze, konnte ich feststellen, dass die Backofenversion Riz au four in Frankreich und Rice pudding in Englisch während die Topfversion Riz au lait und Milk rice heißt. Also habe ich mich für den Begriff Reispudding entschlossen. War es richtig?

Kommentare:

Foodfreak hat gesagt…

Ich denke schon dass Reispudding (oder Reisauflauf) hier die richtige Bezeichnung ist. Reis ist eben in Kartoffelland Deutschland auch eher etwas stiefmütterlich behandelt - in meinen Jugendjahren gab es den quasi nur als Milchreis oder Kochbeutelreis (zu Hühnerfrikssee, im Zweifel.)

Die Kolumne von Corby Kummer gibt es schon ganz lange im Atlantic :)

Véronique hat gesagt…

Danke für die Bestätigung.

Abonnierst Du auch The Atlantic? Meine Januar/Februar Kopie habe ich erst vor zwei Wochen erhalten... Klar muss die Kolumne vorher Online verfügbar gewesen sein, aber ich benutze die Online Version mehr dazu, nach älteren Artikel zu suchen. Die aktuelle Ausgabe entdecke ich lieber in der Papierform.