23 indiskrete Fragen - Meme

Wow! Ich bin in München populär! Ich habe gleichzeitig zwei Stöckchen aus dieser Stadt erhalten. Ein von Neu-Münchnerin Rosa aus der Neuköllner Nudelsuppe, und ein von fast Alt-Münchnerin dennoch Weltgewandte Hande, von Food Vagabond.

1) Kannst du kochen? Wenn ja, kochst Du gerne?
Ja, ich glaube ich kann kochen, wenn auch nicht alles gleich gut. Und ja, ich koche sehr gerne.

2) Wann isst bei Euch die ganze Familie gemeinsam?
Ich bin meine eigene Familie. (OK, ich habe auch Eltern, Geschwister mit Nachwuchs aber wir leben weit auseinander. Wir essen aber mal im Sommer oder zum Weihnachten zusammen. Mehr dazu weiter unten.)

3) Was isst Du zum Frühstück?
In der Woche: Haferflocken oder andere schnell aufquellenden Flocken + heißes Wasser + Apfel in Stückchen + 1-2 EL Jogurt. Dazu schwarzer Tee. Am Wochenende, manchmal wie in der Woche, manchmal Brot, Konfitüre, Käse. Dazu schwarzer Tee. Manchmal frisch gepresster Orangensaft. Manchmal Dänisches Brot aus der japanischen Bäckerei.

4) Wann, wo und wie esst ihr in der Woche?
Mittags auswärts, beim Libanese, Japaner, Inder, Thai, Italiener oder Chinese, oder genauso häufig nur ein belegtes Brötchen. Wenn ich Mittags alleine esse, dann immer mit Buch oder Zeitung.
Abends meistens zu Hause, und wenn nicht, beim Freunden.

5) Wie oft geht Ihr ins Restaurant?
Von den Mittagessen abgesehen, in Düsseldorf selten, und eher in Bar/Restaurants, wie Rote Laterne. Auf Reisen natürlich häufiger und gerne.

6) Wie oft bestellt Ihr Euch was?
Weniger als einmal im Jahr… Ca. einmal in Quartal bin ich sehr faul und hungrig und kaufe mir etwas beim Türken, das ich zu Hause esse. Irgendwas mit Auberginen und Tomaten in der Regel.

7) Zu 5 und 6: Wenn es keine finanziellen Hindernisse gäbe, würdet ihr das gerne öfters tun?
Ja, aber nur mit Gleichgesinnten. (Ich finde Geschäftsessen in guten Restaurants mit Leuten die mit Essen nichts anfangen können schrecklich.)

8) Gibt es bei Euch so was wie „Standardgerichte”, die regelmäßig auf den Tisch kommen?
Ich esse unheimlich gerne Salate, am liebsten geriebene Möhren + Fenchel mit Olivenöl, Zitronensaft und „Moroccan Spice“. Reis aus dem Reiskocher mit „irgendetwas“ (heißt Gemüse, seltener auch Fisch, das in der Zeit gar ist) drauf. Gemüsesuppe, hausgemacht.

9) Hast Du schon mal für mehr als 6 Personen gekocht?
Ja. Sobald die ganze Familie zusammen ist, sind wir fast doppelt soviel, und ich bin für jedes zweites Essen zuständig. Meine Mutter kocht die andere Hälfte. Für Freunden koche ich auch, aber 6 ist meistens die oberste Grenze.

10) Kochst du jeden Tag?
Wenn ein Salat vorbereiten dazu zählt, ja. Häufig mache ich Gerichte, die ich dann an zwei Abenden esse.

11) Hast Du schon mal ein Rezept aus dem Kochblog ausprobiert?
Ja. Von David Lebovitz, Anne bei Station Gourmande, Mine von Teatime Blog und Aude von épices et compagnie… (Alle links zu finden.) Auch anderen, die ich mit jetzt nicht einfallen.

12) Wer kocht bei Euch häufiger?
Siehe 2. (Aus früheren Erfahrung: Ich werde auch sehr gerne bekocht, aber ich muss regelmässig selber kochen.)

13) Und wer kann besser kochen?
Siehe 2.

14) Gibt es schon mal Streit ums Essen?
Bei mir: Siehe 2). Wenn meine Mutter und ich die selbe Küche teilen: ja. Lösung: Entweder koche ich, oder sie kocht. Die andere bleibt nicht in der Küche.

15) Kochst du heute völlig anders, als Deine Mutter / Deine Eltern?
Nicht völlig anders, aber schon anders. Ich habe auch jahrelang sehr häufig bei japanischen Freundinnen gegessen, und eine ganz andere Art zu kochen kennen gelernt. Es gibt Gerichte, die ich gerne wie meine Mutter zubereite, aber Zutaten, die ich erst durch eine andere Zubereitung zu mögen angefangen habe. (Beispiel Fenchel: bei meiner Mutter früher nur in Wasser gekocht oder gedämpft und anschließend gratiniert zu essen; bei mir am liebsten roh oder schnell in heißem Olivenöl geschwenkt).

16) Wenn ja, isst Du trotzdem gerne bei Deinen Eltern?
Ja! Man muss zu Punkt 15 hinzufügen, dass meine Eltern jetzt auf dem Land leben: Sie haben einen Garten, mein Vater jagt (endlos viel Wildschwein seit mehrere Jahren), es wird nicht mehr beim Nachbar geschlachtet, aber trotzdem noch einen halben Schwein pro Jahr gekauft und in Saucisson verwandelt, unter anderem; Pilze werden gepflückt, sowie wilde Blaubeeren; Quitten, Pflaumen werden von der Verwandtschaft gespendet; frische Milch kann beim Vetter bestellt werden (ist aber zu stark in Geschmack für die jüngere Generation); frische Eier gibt es auch, usw.

17) Bist Du Vegetarier oder könntest Du Dir vorstellen vegetarisch zu leben?
Ich bin nicht Vegetarierin, habe mich aber einige Jahre lang zu Hause vegetarisch ernährt, denn ich lebte mit einem Veganer zusammen – er wurde zu Vegetarismus bekehrt. Dadurch habe ich andere Gerichte oder Zutaten kennen gelernt... nach der Trennung aber habe ich eine Woche lang jeden Tag Fleisch gegessen. Jetzt esse ich Fleisch, ein, zweimal pro Woche, dann aber meistens Bio oder auf dem Markt ausgesucht.

18) Was würdest Du gerne mal ausprobieren, an was Du Dich bisher nicht rangewagt hast?
Sobald mein neulich gelieferter Backofen installiert ist, will ich versuchen, Macarons zu backen. Ich hatte nicht vor, in meinem Leben professionellen Patissiers zu imitieren, aber was man beim deutschen Konditoren findet lässt für verwöhnten Franzosen zu wünschen übrig. Das ist einer der wenigen Felder wo sich in den letzten 15 Jahren in Deutschland wenig getan hat, finde ich, oder soll ich das auf Düsseldorf begrenzen?, während in Frankreich mit Pierre Hermé und Co. noch eine Stufe weiter gegangen wurde. Also muss ich mich dran machen.

19) Kochst Du lieber oder findest Du Backen spannender?
Backen ist für mich leichter. Spannender? Ja. Aber solange ich keine Gans mit Kopf direkt nach dem Aufstehen am 1. Januar füllen und kochen muss – habe ich mal gehabt – koche ich auch gerne.

20) Was war die größte Misere, die Du in der Küche angerichtet hast?
Ich war immer neugierig, was das Essen angeht. Und habe früher auch alles möglich gelesen. So habe ich das Tiramisu entdeckt: Aus einer Zeitschrift, als es in Frankreich noch nicht bekannt war. Als Zutat stand unter anderem „Crème de Mascarpone“. Wir waren beim „Hypermarché“, haben erklärt, was ich machen wollte… und sind mit Gorgonzola mit Mascarpone nach Hause gegangen. Das erste Tiramisu in der Familie hat also einen bleibenden Eindruck hinterlassen, aber nicht den, den ich erreichen wollte. Aufgegessen wurde es trotzdem. Und wir haben uns alle über den komischen Geschmack der Italiener gewundert.

21) Was essen Deine Kinder am liebsten?
Siehe 2). In der Familie: Jüngster Neffe, knapp über 4, isst absolut alles, inklusiv Sushi mit Wasabi, Oyster, und riecht alles wie Sarah Wiener es auch tut. Die Älteren fangen gerade an, neugieriger zu werden (und zu kochen): Man muss bei den nicht mehr Zucchini Gurke nennen, damit sie es essen… Es wird gut.

22) Was mögen Deine Kinder überhaupt nicht?
Siehe 2) und 21)

23) Was magst Du überhaupt nicht?
Aldi-Abendbrot (Käse von Aldi, Teewurst von Aldi, Tomaten in Winter, und weisser Rettich). Nach 7 Monate von dieser Diät als Au-Pair habe ich an Anämie gelitten. Ein Glück, dass ich nicht depressiv war, denn es hätte sehr gut sein können, da ich absolut jeden Abend das selbe auf dem Tisch bekommen habe, und Mittags gab es fünf Gerichte – wenn Miracoli-Spaghetti diesen Namen verdienen – die Woche für Woche vorbereitet wurden.

Dosenravioli kann ich auch nicht ausstehen, seitdem mein älterer Bruder mir erklärt hat, dass sie aus Spinnenfleisch gemacht werden. Was, habt ihr es nicht auch gewusst?

Wienerwürstchen erinnern mich an das Töten unseres schönen Kanarienvogel „Orangina“ durch seinen Vater „Pipiou“, während des geliebten Saucisse-Purée Essens. Ich habe immer noch Schwierigkeiten, welche zu essen.

Muscheln und Schnecken sind nicht mein Ding. Ich weiß, das ist ein großes Manko. Bei Heston Blumenthal würde ich aber snail porridge probieren, wenn nicht aufessen.


So, ich habe diesmal an ein konzeptuell neues Stöckchen reichen gedacht. Und zwar nach Vornamen. Es trifft sich gut, denn Véronique und Veronica gibt es wie Sand am Meer. An diesen Drei reiche ich das Stöckchen, und wenn sich anderen durch ihren Vornamen angesprochen fühlen, bitte melden!
Véronique von Cuisine Métisse
Veronica von popote de vero
Veronica von Veronica’s Test Kitchen

Kommentare:

Hande hat gesagt…

Ah, Véronique, ich musste so lachen! Danke fürs mitmachen.
Wenn Dein Backofen installiert ist probier doch mal fenchel auch im ofen: In dicke schnitzer teilen, aufm Blech, bisserl olivenöl, 30 minuten im heißen ofen, bis es karamellisiert. Lecker! Und wenn Du mal macarons wie bei Laduree oder PH machst, dann komme ich nach Düsseldorf! Ich liebe die Dinger.
An dem Veganer kann ich mich erinnern, deswegen war ich auch überrascht, als ich Dein Blog entdeckt habe. Eine Woche Fleisch essen, kann ich mir gut vorstellen.
PS: Darf ich bei Deinen Eltern leben?

Clairechen hat gesagt…

Schön dich besser kennen zu lernen!!!!

Véronique hat gesagt…

Gute Idee, dass mit dem Fenchel im Ofen, Hande. Alle "roasted vegetables" die ich bisher gegessen habe waren wirklich sehr gut, aber an Fenchel hatte ich nicht gedacht.
Ich hoffe, Du hast Geduld: Richtig Macarons zu backen scheint von soviel abzuhängen... Ich habe am liebsten die Schwarzen von Ladurée, mit Lakritz in dem Teig, und mit Mandelcrème gefüllt. Ich kaufe einige, aber nur ein Stück pro Sorte, und ich esse sie gerne an der Seine, beim spazierengehen vor den "Bouquinistes", wenn ich sie nicht teile.
Der Nachteil bei meinem Eltern, was das Essen angeht, ist dass das Angebot an nicht lokale Ware in den Geschäfte nicht besonders prickelnd ist. Ansonsten haben sie Platz, solang Kinder und Enkelkinder nicht zu Hause sind. :-)

Claire und Hande, ich will euren Links hinzufügen, aber muss zuerst sehen, wie ich sie einstellen kann, so dass Updates dargestellt werden. Es ist zu unübersichtlich geworden...