Ziemlich innovative Werbung

Ein Imbissbetreiber auf der Friedrichstrasse in Düsseldorf hat in den letzten Tagen gesehen, dass seine potentielle Kundschaft an seinen Lokal vorbeiging, ohne es zu achten, und hat sich nach genauer Beobachtung der Passanten für diese ziemlich innovative Werbeaktion entschieden:


Wer hat behauptet dass der Mensch aufrecht geht?

Offensichtlich hat da Decaux verschlafen, sonst hätten wir längst kostenlose Bürgersteige durch Werbung...

Soupe glacée à la courgette

Derzeit macht mein Stabmixer Überstunden, denn ich esse bei der Hitze am liebsten kalte Suppen, und auch zu Eis gemachtes Obst, wie rote Johannesbeeren mit Buttermilch, oder diesen Granité von Wassermelone. Da ich aber ungern viel Zeit in der Sauna der Küche verbringen will, mache ich auf einmal größeren Mengen (zumindest für mein Haushalt), die über ein Paar Tage verspeist werden. Diese kalte Zucchinisuppe habe ich heute improvisiert, nachdem ich mehrere Rezepte gelesen habe, zuletzt eine in Englisch, aber aus Frankreich, hier.


Soupe glacée à la courgette

900g Zucchini
½ TL Kardamomkörner
5 gehäufte EL Joghurt
2 EL Olivenöl
Saft einer Limette
Salz

Die Zucchini putzen, in 1-1,5cm dicke Scheibe schneiden, und ca. 10 Minuten in Salzwasser kochen. Das Wasser sollte nur die Scheiben decken, aber nicht zuviel sein, da es teilweise in die Suppe gemischt wird.
Die gekochten Zucchinischeiben, ohne Wasser, zusammen mit dem Kardamom mit dem Stabmixer mixen. Joghurt, Limettensaft und Olivenöl hinzufügen, und weitermixen. Kochwasser bis zur gewollte Konsistenz nachfüllen. Abschmecken, wenn notwendig nachsalzen. Für einen schnellen Verzehr in einzelnen Becher kühl stellen (ca. 1 Stunde). Für einen noch schnelleren Verzehr sollten die Scheiben, sobald sie gekocht sind, in Eiswasser gekühlt werden.
Diese Menge ergab bei mir fast 1,5L, cremige, leicht säuerliche Suppe.

Soupe de poivrons rouges à la Fourme d’Ambert

Diejenigen, die französischen Kochblogs lesen, haben bestimmt dieses Rezept bei Epices & Compagnie… entdeckt, da Aude, Ex-Adoptiv-Kölnerin, die wieder Lyonerin geworden ist, es letzte Woche publiziert hat, nachdem sie es für Besucher des Europäischen Festes des Geschmacks in Aurillac gekocht hat. Bei Aude will ich mich bei dieser Gelegenheit unter Anderem für ihre schönen und guten Rezepte bedanken, und auch dafür, dass ich diese Woche eine französische Bloggerin aus Düsseldorf kennen gelernt habe, die ich mit Sicherheit wieder treffen werde!

Das Rezept habe ich am Montag nachgekocht. Seitdem habe ich weder Backofen noch Herd benutzt... aber ich würde noch davon essen, hätte ich noch etwas im Kühlschrank, denn es ist eine kalte Suppe.


Soupe de poivrons rouges à la Fourme d’Ambert, nach Aude

Für ca. 2 Portionen
2 rote Paprikas, mittelgroß bis richtig groß
80 gr Fourme d’Ambert (französischer Blaukäse aus der Auvergne, ein milder als der Roquefort)
1 gute Prise Salz
1 TL Kümmel + für die Dekoration
Pulver von Piment d’Espelette


Die Paprikas spülen, und in heißem Ofen, auf der höchste Stufe oder unter dem Grill… grillen, bis die Haut Blasen bildet, und teilweise dunkler wird. Es setzt leider im Voraus, dass man vor dem Ofen bleibt, es sei denn, ihr habt das Glück einen Backofen zu haben, der Düfte in die ganze Wohnung verbreitet. Wenn der Duft im Wohnzimmer ankommt, sind die Paprikas gar.
Beide Paprikas in eine Plastiktüte legen, oder in einen Schüssel, der mit Folie dicht geschlossen wird. Nach einige Minuten lassen sich die Paprikas mühelos enthäuten, und müssen nur noch von ihren Samen und ihren Stiel befreit werden. Der so gewonnenen Paprikafleisch in den Becher des Stabmixers geben, zusammen mit dem Käse, dem Salz, dem Chilipulver und dem Kümmel. So lange mixen, bis die Konsistenz gefällt: Persönlich habe ich nichts dagegen, kleine Paprikastücke wieder zu erkennen, aber es ist Geschmackssache.
In schönen Glasgefäße füllen, und mindestens für eine Stunde kalt stellen, bevor es serviert wird, entweder als Vorspeise, oder als Kleinigkeit bei einem Aperitif oder ein Büffet.


Ein paar Tipps:
Die Fourme d’Ambert habe ich bei „Jean-Luc“ auf dem Carlsplatz in Dûsseldorf gekauft.
Der Piment d’Espelette, eine milde Chilisorte, habe ich mal bei Manufactum/Brot & Butter gesehen.
Und eine Erfahrung: Ich habe am Dienstag diese Suppe in einem Park gegessen, und hatte gleichzeiteig Melonen in Würfel. Zu meinem Entsetzen sind Wespe zu mir gekommen, haben aber zuerst die Suppe probiert: Es scheint, dass sie Käse nicht mögen, und ruckzuck waren sie weg.

Frisch aus Paris

Link zu Wochenmärkte in Düsseldorf

Eben habe ich diesen Artikel der Stadt Düsseldorf gefunden, mit einer kompletten Auflistung der Tage und Orte, an den die Märkte stattfinden. Ich habe sogar einen in meiner Nähe entdeckt, den ich nicht kannte.
Und auf derselben Site wird auch ein sogenannter Frauenstadtplan angeboten. Demnächst in Sonderversion für Blondinnen?

Sommer Curry

Ich kaufe nur sehr sporadisch Koch-Zeitschriften, meistens auf Reise im Ausland, und dann mehrere auf einmal, aber ich lese seit 2001 Woche für Woche die Rezepte von Nigel Slater in The Observer. Ich mag seine Küche, die auf die Saison achtet, und die großzügige Art, die er im Umgang mit den Zutaten hat. Die Fotos, wie in seinen Büchern auch, sind ganzseitig, und das Gericht, nicht der Teller oder die Dekoration, hat Vorrang. Die Zutaten, die er bevorzugt, sind frisch, seine Küche nicht selten Italien angehaucht, aber als Engländer kann er auch Curries vorbereiten. Vor Jahren habe ich im Winter einen sehr leckeren Kürbis-Kichererbsen Curry mit Kokosmilch nachgekocht, und habe danach das Rezept leider verloren. Und vor einem Jahr habe ich ein Rezept aufgehoben, das ich erst vor ein paar Wochen, an einem sehr heißen Sonntag, nachgekocht habe. Und es hat wieder sehr gut geschmeckt, und war das richtige bei dem Wetter.


Auberginen und Tomaten mit Senfkörner und Ingwer, nach Nigel Slater

Für die Gewürzmischung:
3 Knoblauchzehen
8 Kardamomkapseln
1 TL Senfkörner
2 TL Kurkuma
2 TL Kümmel
2 kleine rote Chilis

Für den Curry:
500g kleine „Finger“ Auberginen, oder größeren
3 mittlere Zwiebeln
1 großes Stück Ingwer (Daumengross)
600g Tomaten
500ml Wasser oder Gemüsebrühe
3 EL Öl
Koriandergrün eines kleinen Bundes


Drei Esslöffel Olivenöl in eine Pfanne geben, die bei mittlerer Hitze erhitzt wird. Die Auberginen halbiert, oder in großen Stücke geschnitten in der Pfanne kochen, bis sie
Farbe nehmen, und leicht weich werden. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.
In der Zwischenzeit die Zwiebel pellen, halbieren, und in große Segmente schneiden. In die Pfanne geben, in der die Auberginen gekocht wurden, bis sie, auch auf mittlere Hitze, leicht goldfarben und glasig sind.
Um die Gewürzpaste zu machen, die Knoblauchzehen pellen, und mit ein wenig Meeressalz in einem Mörser und zerdrücken. Die Kardamomkapseln öffnen, und die Samen hinzufügen. Gut zusammen zerdrücken, und dann Senfkörner, Kurkuma, Chili und Kümmel hinzufügen. Weiter zerdrücken, bis es eine Paste bildet. Sie muss nicht gleichmäßig sein.
Der Ingwer sehr kleine schneiden. In den Zwiebeln gen. Die Paste hinzugeben, und einige Minuten lang kochen. Die Tomaten vierteln und hinzufügen, dann die Auberginen wieder geben. Die Brühe oder das Wasser hinzufügen, und zum Kochen bringen. Die Hitze runterdrehen, damit der Curry leicht köchelt. So lange kochen, bis die Tomaten ein bisschen zerfallen, die Auberginen zart sind, aber noch viel Flüssigkeit vorhanden ist. Es ist kein dickflüssiger Curry. Das Koriandergrün grob hacken, auf den Curry geben, und mit Reis servieren.


(Fotografiert, nachdem eine Portion aus dem Schüssel entnommen wurde, daher wenig appetitlich, aber ich schwöre: es hat geschmeckt!)

Was Ihr wissen solltet:
Nigel Slater hat vergessen, den Ingwer und die Chilischoten in dem Rezept zu erwähnen: Ich habe sie aber wie oben beschrieben hinzugemischt.
Dazu habe ich Kardamomreis serviert, also Basmati mit Kardamom und einen gebrochenen Zimtstab gekocht. Vorsicht: Zimtstab brechen kann schmerzen, wenn man die Kraft seines Daumen überschätzt…
Dazu auch serviert, ein Hähnchen Curry mit Lime und Kokosmilch, von Delia Smith. Es war gut, aber nicht so ausgezeichnet, wie ich es erwartet hatte.
Das Gericht ist leicht: An kühleren Tagen sollte man mehr Beilagen servieren. Bei hoher Hitze ist es genau richtig, auch was die Würze angeht.
The Observer hat auch einen Food Monthly Zeitschrift, in Deutschland nur über das Internet erhältlich. In diesem Monat gibt es Rezepte von Sternköche für Kinder.

Düsseldorfer Frankreichfest

Heute Abend hat in Düsseldorf das sechste Frankreichfest angefangen. Im Vergleich zu den letzten Jahren gibt es diesmal mehr Stände mit Lebensmittel, vor allem Käse und trockene Würste, darunter viele aus der Auvergne, Honig, Öle, und die größten Brote, die ich je gesehen habe:


Wegen der Käse alleine werde ich wieder hingehen…



Und wenn ich schon Werbung für französische Produkte mache: Vor wenigen Tagen habe ich folgendes auf dem Markt auf Carlsplatz erworben...


Kein genmodifiziertes, stapelbares Obst, sondern wilde Pfirsiche aus Frankreich

...und das bei Kaufhof:

Schade, dass Zidane den ersten Spruch (Gut handeln, sagen lassen) nicht kennt...

Crème Caramel

Wie bereits häufig erwähnt, bin ich daran gewöhnt, aus Grundzutaten zu kochen und backen, und es hat mich lange sehr stark überrascht, dass die einfachsten der Nachtische, die ich mache, mit Begeisterung empfangen werden. Ich musste auch lernen, dass manche ihr Karamell kaufen, wenn jeder Zucker und Wasser zu Hause hat... Und ihr wisst schon, was ich von magischen Pulverchen halte, und werde es jetzt nicht wieder erklären.

Obwohl die Crème Caramel zu den einfachsten Nachtischen gehört, die man sich vorstellen kann, habe ich, nachdem ich aus dem Haus meiner Eltern ausgezogen bin, wo ich es problemlos machen könnte, einige Pannen erlebt, so dass ich erst jetzt glaube zu wissen, was dazu gehört, um es richtig zu machen. Mehr dazu im Anschluss des Rezepts.


Crème Caramel

Für 4 Pers.:

4 Eier
2/3 L Milch
7 EL Zucker (3 EL = 50g)
Vanille

3 EL Zucker
Wasser
Einige Tropfen Zitronensaft, wenn zur Hand

In einem Topf 50g Zucker, 1-2 EL Wasser und einige Tropfen Zitronen geben. Bei mittlerer Hitze kochen lassen, und sobald es braun ist, in die Form geben, in dem die Crème gebacken wird, und die Form schwenken, bis der Boden gleichmäßig mit Karamell belegt ist. Der Karamell wird schnell fest: Nicht verschlafen!

Den Backofen bei 200°C vorheizen. Milch, Zucker, und Vanille kochen lassen. In einem Schüssel drei Eier schlagen, und die heiße Milch unter ständigem Rühren hinzufügen.

Die Mischung in die karamellisierte Form hinzufügen. Diese in eine größere Form, oder in einem tiefen Blech stellen. Wasser in der größeren Form Eine Crème Caramel darf beim backen nicht zum kochen gebracht werden, und deshalb wird sie in einem Wasserbad gekocht. Sobald die Crème unter dem Finger fest ist, und eine goldene Kruste entstanden ist, ist es fertig, in der Regel nach 30 bis 45 Minuten, je nachdem, was für eine Form benutzt hat. Kalt servieren.


Was Ihr unbedingt wissen sollt:

Meine Mutter hat die Crème Caramel immer in einer Pyrex Soufflé-Form gemacht, und Ihr Karamell direkt in der Pyrex-Form gemacht. So habe ich in einer Soufflé-Form auch mein Karamell gemacht, nur, dass es ein Porzellanform war, die dadurch Risse bekommen hat, und undicht geworden ist… Ich benutze jetzt einen Topf und gieße mein Karamell schnell in die Form.
Die tiefe des Blechs oder des größeren Form ist sehr wichtig! Ich habe früher ein beinahe flaches Blech benutzt, und dadurch hat meine Crème Caramel gekocht: Es war noch lecker, aber bestand aus kleine Stücke, und sah nicht sehr appetitlich aus…
Aus diesen Gründe benutze ich heute einen Topf für das Karamell, eine schöne Auflaufform für die Crème, und eine größere, runde Form, mit Seiten, die fast so hoch sind wie die Auflaufform, für das Wasserbad. So sollte bei euch auch nichts schief gehen.
Noch was: Wenn gekocht, haftet die Crème nicht mehr an dem Boden der Form, da der Karamell verflüssigt. Wenn man die Form leicht schwenkt, hat man dadurch den Eindruck, dass die untere Schicht der Crème nicht gekocht ist. Stimmt nicht! Der Oberflächefestigkeitstest mit dem Finger und die Farbe der Kruste sind ausschlaggebend.

Coupe du Monde

Nein, es ist kein Rezept für einen Eisbecher, das ich jetzt posten will, aber ein Tip für die Leser, die am Sonntag WM-Finale in französischer Atmosphäre erleben wollen: Die Franzosen werden es Euch verdanken: Es soll mehr als ein halbe Million Italiener geben, die in Deutschland wohnen, und nur 160.000 Franzosen. Unter folgender Seite der Website von Connexion Française, die Informationen für in Deutschland lebenden Franzosen sammelt, wird derzeit eine Liste der Orte erstellt, in dem die Franzosen Frankreich-Spiele bevorzugt sehen. In Düsseldorf singt man seit Juni regelmässig die Marseillaise direkt am Rhein, am unterer Rheinwerft, neben Bato. Wer weitere Tips hat, schickt diese an Connexion Française und kann sie auch auf dieser Seite als Kommentar einfügen. Und möge der Bessere gewinnen, besonders wenn es Frankreich ist. Auf jeden Fall hat Deutschland schon gewonnen: Die Stimmung war in den letzten Wochen immer aüsserst gut und fair, egal wer gespielt hat.
(Bald komme ich mit mehr Rezepte: Gekocht habe ich in letzter Zeit, aber zum bloggen komme ich derzeit nicht.)