Tarte à la Tomate

Diese Tarte ist in Frankreich ein Klassiker, hier habe ich sie aufgepeppt mit Gewürze und Käse. Es ist schnell zubereitet – z.B. zwischen zwei Fußballspiele - und schmeckt kalt oder warm.

Tarte à la Tomate

Teig:
250g Mehl
125g Butter
1 EL frisch geriebene Parmesan
Salz
Wasser

Belag:
1-2 EL scharfer Senf
1 TL Fenchelsamen
1 TL Kümmelsamen
2-3 Tomaten in ca. 7mm Scheiben
3 EL Sahne
Pfeffer
Etwas Ziegenkäse


Butter, Mehl, Salz und Parmesan mit Hilfe einer Gabel mischen bis die Butter in das Mehl verschwunden ist, aber nicht zu lange. Wasser in kleinen Mengen hinzufügen, und den Teig mit den Händen verarbeiten, bis sie zu einen homogenen Kugel gerollt wird. In Frischfolie gewickelt für mindestens 15 Minuten in Kühlschrank lassen.

Die Tomaten in Scheiben schneiden. Den Backofen auf 200°C vorheizen. Den Teig in einen gebutterten Backform ausrollen, oder auch mit den Fingern verteilen. Mit der Gabel einige Löcher auf dem Boden stechen. Den Senf darüber streichen, die Samen verteilen, dann die Tomatenscheiben, den Pfeffer die Sahne und dünne Stücke Ziegenkäse.

Ca. 30 Minuten backen. Sofort, oder später, servieren.



Ein Fall deutsch-französischer Freundschaft: Der abnehmbare Griff meiner Téfal Sauteuse passt perfekt auf meiner Kaisers Backform.


Was man wissen sollte:
In der klassischen Version wird die Tarte nur mit Senf, Tomaten und Sahne belegt.
Bei wenig schmeckenden Glashaustomaten ist die Menge von 2 EL Senf willkommen, bei besseren Tomaten reicht ein Löffel.
Die Zugabe von Parmesan in den Teig bewirkt einen subtilen Unterschied: Der Teig ist knuspriger, und leicht würzig. Es ist kein Muss, aber das Ergebnis ist sehr angenehm.
Man kann auch ein Teig aus Olivenöl und Mehl backen.

Sonntags

Sonntags kann man in Frankreich auf dem Wochenmarkt einkaufen gehen, frische Croissants, Pains au Chocolat und Brot von den besten Bäckern kaufen, Kuchen bei den besten Konditoreien, usw. Da es der Tag der Woche ist, wo man die meiste Zeit hat zu kochen, und sich beim Essen mit Freunden und Familie zu gesellen, ist es mir immer noch ein Rätsel, warum es in Deutschland schlecht angesehen wird.


Letzten Sonntag in einem kleinen französischen Dorf gekauft.



Dafür haben einige Lebensmittelgeschäfte in Frankreich Montags zu, aber da sich die wenigsten Franzosen Montags extra viel Zeit für das Frühstück nehmen, oder sehr ausgiebig kochen, finden es die Meisten die bessere Lösung. Anders gesagt, ich fände es wirklich sehr schön, wenn Hinkel am Carlsplatz, für mich der beste Bäcker in Düsseldorf, Sonntags seine sehr leckere Croissants anbieten würde, und wenn ich schon dabei bin, fände ich es auch Spitze, wenn der Markt direkt nebenan auch geöffnet wäre. Träumen darf ich, oder?

Schmeckt lecker




Zutaten: Glukosesirup, Wasser, Vollmilchschokolade, Zucker, pflanzliches Fett gehärtet, Verdickungsmittel Natriumalginat und Carrageen, Emulgator E472c, Konservierungsstoff Kaliumsorbat, Säureregulator Calciumsorbit, Salz

Hörprobe

Fromages de chèvre

Letzte Woche habe ich einige Tage in Frankreich verbracht, zum ersten Mal in diesem Jahr. Zuerst war ich für wenige Stunden in Lyon, und dann ging es weiter südlich, in die Ardèche, um den Schatten und die Früchten des großen Kirschbaums meiner Eltern zu genießen, sowie die Menschen , die Landschaften, und das Essen.

Am ersten Abend waren wir in einem Restaurant, der lokale Produkte verarbeitet, aber nicht traditionell-rustikal, sondern mit der richtigen Dose Experimentierfreude und Modernität. Da dürfte aber die klassische Auswahl an kleinen Ziegenkäse der Region, Picodons genannt, wenn sie den AOC haben, nicht fehlen, in unterschiedlichen Reifegrad, von frisch bis steinhart, zart bis schockierend stark. Ich habe großzügig alle gekostet, und, nachdem ich der Gastgeberin mitgeteilt habe, dass ich beim letzten, und stärksten Stück, sogar ein bisschen husten musste, hat sie mir einen Teelöffel voller Sirop de Liège gegeben, um meine Gaumen vor dem Nachtisch wieder aufnahmefähig zu machen. Der Sirop de Liège ist in Frankreich, besonders in Südfrankreich, überhaupt nicht bekannt, und ich war amüsiert, gleich am ersten Tag etwas serviert zu bekommen, was ich in Deutschland kennengelernt habe. Übrigens: Der Sirup war gegen den Ziegenkäse sehr wirksam.

Obwohl ich jeden Tag von diesen Käsen gegessen habe, musste ich einige nach Deutschland mitbringen: Am letzten Tag meines Aufenthaltes habe ich auf diesem Markt einige gekauft, in fünf unterschiedlichen Reifestufen. Da ich in Deutschland ein bisschen anders esse, als in Frankreich, esse ich sie nicht nur nach der Hauptspeise, vor dem Nachtisch, sondern integriere ich sie in dem Essen:

Einen interessanten Versuch habe ich gemacht, mit der stärksten, den ich gekauft habe. Ich habe einen Stück auf meinen Spaghetti mit Zucchini gerieben. Es war stärker als Parmesan, hat mehr geduftet, und ich werde es wieder versuchen.

Ansonsten habe ich einen meiner Lieblingsgerichte vorbereitet, einen Salat mit warmen Ziegenkäse, in Frankreich übrigens eher, etwas dass man in Restaurants isst als zu Hause.

Salade au chèvre chaud

Für 1 Pers.:
1 Picodon oder ähnlicher Ziegenkäse, nicht sehr reif (innen schon hart, äußerlich noch weich)
Zwei Scheiben Baguette
Olivenöl
Grüne Salatblätter
Olivenöl, Rotweinessig, Salz und Pfeffer für den Salat


Den Salat putzen, auf einen Teller verteilen, und mit dem Dressing anrichten.
In einer heißen Pfanne mit Olivenöl das Brot sowie die halbierten Käse grillen, und wenden. Sobald das Brot goldbraun ist, und der Käse offensichtlich sehr heiß (wird goldbraun, und verflüssigt), den Käse auf das Brot anrichten, und auf den Salat stellen. Sofort servieren und essen.


Was man wissen sollte:
In Deutschland findet man den Picodon ab und zu, in Düsseldorf zum Beispiel am Carlsplatz "Chez Jean-Luc". Mit einem anderen Ziegenkäse wie der Crottin de Chavignol funktioniert das Rezept genauso gut.
Man kann Kräuter hinzufügen: Ich habe eine Käseseite mit frischem Salbei bedeckt, bevor ich sie in der Pfanne gegrillt habe.
Mit Honig schmeckt es auch: Ein kleiner Löffel Kastanienhonig – Kastanien sind auch eine Spezialität aus der Ardèche - gab es auf der anderen Käseseite.
Als Brot habe ich eine Bauernbaguette genommen. Baguettes könne in Deutschland sehr enttäuschend sein: Bei diesem Rezept darf es kein zu weiches Brot, ohne Struktur sein.

Vin d'Orange - Andere Version

Nachdem ich eine erste Version des Orangenweins gepostet habe, habe ich das Rezept der Version bekommen, die ich auch derzeit zu Hause habe.

Vin d'Orange

Schale von unbehandelten Orangen
Eau de Vie (ca. 1l)
1 kg Zucker
5l Roséwein


Ein Glas mit 1 Liter Fassung mit Orangenschale füllen. Mit der Eau-de-Vie komplettieren, und für mindestens 40 Tage ziehen lassen.
Die Flüssigkeit entnehmen, in einem grossen Schüssel mit der Zucker und dem Wein mischen, bis die Zucker sich gelöst hat, und die Flaschen füllen.

Was man wissen sollte:
Anscheinend ist 40 Tage eine Art magische Zahl, da es in unterschiedlichen Likörrezepte in Frankreich auftaucht.
Die Kusine, die mir das Rezept gegeben hat, benutzt nicht ganz 1kg Zucker: Am besten während der Herstellung schmecken, was einem am besten gefällt.
Mit Weisswein kann man das Rezept auch machen, jedoch ist die Farbe mit Roséwein viel schöner, wie dem Foto zu entnehmen ist.
Man kann in der 40 Tagen Ziehzeit Flaschen dekorieren...

Vin d’orange

...oder Orangenwein. In den ersten Wochen dieses Blogs habe ich einen Rezept gemacht, in dem ich Orangenwein benutzt habe. Orangenwein habe ich nie gekauft, da mehrere Mitglieder meiner Familie ihn selbst machen, so dass ich immer eine Flasche zu Hause habe.
Vor wenigen Wochen muss Orangenwein in einem deutschen Media – vermutlich im Fernsehen – besprochen worden sein, da innerhalb von wenigen Stunden 50 Internet-Surfer durch diesen Begriff zu meinem Blog gelangen sind. Wahrscheinlich wurden sie enttäuscht, da ich weder eine Bezugsquelle noch ein Rezept dafür hatte. Wo es zu kaufen ist, besonders in Deutschland, weiss ich immer noch nicht, aber ein Rezept habe ich jetzt, aus einem Kochbuch aus der Provence:

Vin d’Orange

1 unbehandelte Orange, in Stücke, mit der Haut
¼ einer unbehandelten Zitrone
¼ l Branntwein
250g Zucker
1l trockener Weisswein

Alle Zutaten vermischen, und 40 Tage lang im Dunkeln stehen lassen. Filtern, und in Flaschen umfüllen.

Dieser Wein, zusammen mit Pfirsichwein (aus Pfirsichblättern), Quittenwasser oder Walnusswein gehört zu den Getränken, die man in Südostfrankreich immer noch zu Hause vorbereitet.

Clafoutis

Ein Clafoutis ist ein Kuchen aus der französischen Region Limousin, der ursprünglich aus den lokalen Kirschen, klein und schwarz, vorbereitet wurde. Es ist ein einfacher Kuchen, der von Bauern gebacken wurde.
Mittlerweile gibt es hunderte von Clafoutis-Rezepte, mit allen möglichen Zutaten. Ein bisschen wie bei Muffins. Streng genommen sollten aber diese Varianten Flognarde heissen.
Für mich ist der Clafoutis besonders mit dem French Open und ab und an die Fussball-WM verbunden: Da Kirschen in der selben Zeit reif werden, hatten wir in meiner Familie nicht selten fast täglich ein Clafoutis auf der Couch-Tisch, dem wir uns bedienten, während wir diese Sport-Events im Fernsehen guckten.

Also – fast – pünktlich zu der WM, gibt es das Rezept:


Clafoutis

200 g. Mehl
4 Eier
1/2 Liter Milch
1 Prise Salz
2 EL Öl
150 g. Zucker
400 g. Kirschen (ich habe 600g. benutzt)
1 Deziliter Rhum oder Branntwein (Eau de Vie)
Butter für die Form und für die Oberfläche des Kuchens

Vorab etwas wichtiges: Manche haben den Clafoutis verbessern wollen, indem sie entkernte Kirschen benutzen. Das sollte man unbedingt vermeiden, denn der Saft verteilt sich in den Kuchen, und man hat nicht mehr den Kontrast zwischen den einfachen Teig und die saftigen Kirschen. Außerdem lassen sich die Kerne, die gebacken wurden, vermutlich genauso gut verwenden wie rohe Kerne.

In einen Schüssel das Mehl geben. Die Eier, den Salz, die Hälfte des Milchs, das Öl hinzufügen. Mit einem Holzlöffel verarbeiten. Die restliche Milch, ein Drittel des Zuckers und den Alkohol (Rhum oder Branntwein) hinzufügen, mischen, und für eine Stunde ruhen lassen.
Ein Blech mit hohen Rändern oder eine Kuchenform buttern. Die gewaschenen Kirschen verteilen, den Teig darüber verteilen. Einige Butterflocken darüber verteilen, und in den warmen Ofen (210°C) für 30 bis 35 Minuten backen.
Nach dem Backen mit der restlichen Zucker bestäuben.
Rezept frei übersetzt von « Le Limousin Gourmand » von Jean-Pierre Poulain, wie in fr.rec.cuisine von Ian Hoare gepostet, ein passionierter Verteidiger des echten Clafoutis.

Was mir aufgefallen ist und was man wissen sollte:
Die Menge an Rhum oder Branntwein habe ich drei Mal überprüfen müssen – es schien mir viel - dennoch habe ich sie nicht reduziert, denn ich habe eine Eau de Vie aus der Kirschen und der Pflaumen meiner Eltern, die sehr gut schmeckt. Wenn Kinder den Kuchen essen, wird es ohne Alkohol gemacht, aber mit schmeckt es ganz gut. Ich habe offensichtlich eine Schwäche für alkoholisierte Kirschkuchen...
Der Teig hat große Ähnlichkeiten mit dem Crêpe-Teig, und ist entsprechend nicht gerade leicht: Man kann also ruhig die Menge an Kirschen erhöhen, und dafür eine größere Form nehmen.
Ehrlich gesagt kann man die Butter oben weg lassen, und mehr von der Zucker in den Teig hinzufügen, besonders wenn der Kuchen unkompliziert vor dem Fernseher gegessen werden soll.

Toskanische Soupe au Pistou

Mit einem Paket bunte Bohnen, Linsen und Getreide hat es angefangen, die ich im Kaufhaus während einer „italienischen Wochen“-Aktion erworben habe. Zunächst hat das Paket ganz brav in einer Ecke gewartet, bis mir aufgefallen ist, dass ich den Inhalt zu einer veränderten Soupe au Pistou verarbeiten könnte, einer meiner Lieblingsgerichte: In Deutschland wird sich hoffentlich niemanden abschrecken lassen, dass ich ein italienisches mit einem französischen Rezept zusammenfusioniere. Ein Besuch am Markt später, wo ich das Gemüse und frisches Basilikum gekauft habe, und ich war (fast) bereit, die Suppe zu kochen. Nur fast bereit war ich, weil Hülsenfrüchte, die trocken sind, zuerst eingeweicht werden müssen.In dem Moment fiel mir auch auf, dass sie gut in dem Hülsenfrüchte-Blogevent passen würde, das (oder den) Rosa ins Leben gerufen hat. Vegan ist es nicht, aber ohne Käse, und vielleicht mit ein bisschen Hefe oder Marmite, wird es bestimmt auch schmecken.


Toskanische Soupe au Pistou

400g Hülsenfrüchte-/Getreidemischung (Bohnen, gebrochene Erbsen, Linsen, grüne Sojabohnen, Dinkel, Gerste)
½ Porree
2 Möhren
1 Zwiebel
½ roter Paprika
1/8 Sellerieknolle
100g Stangenbohnen
½ Zucchini
Salz

Für den Pistou, Pro Person:
5 Basilikumblätter
1 Knoblauchzeh
15g Parmesan
1-2 EL Olivenöl


Die Suppenmischung am Vortag nach Einleitung mit lauwarmen, gesalzenen Wasser bedecken. Am nächsten Tag hatte sich das Volumen bei mir verdoppelt.

Ungefähr 2,5 Stunden vor dem Essen, das Gemüse putzen, und zerkleinern (Möhren, Sellerie, Paprika, Zucchini und Zwiebel werden gewürfelt; Porree in Streifen geschnitten, Stangenbohnen in ca. 2cm lange Stücke). Die Hülsenfrüchte-/Getreidemischung in einem Sieb umfüllen, spülen, und in einen großen Topf zusammen mit dem Gemüse, Wasser (ca. 2-3 Fingerbreit mehr als die Zutaten und Salz geben. Zum kochen bringen und für mindestens zwei Stunden kochen lassen. Ab und zu den sehr grauen Schaum entfernen.

Ein halbe Stunde vordem Essen werden die Knoblauchzehen grob geschnitten, die Basilikumblätter in Streifen geschnitten, und je nach Möglichkeiten in einem Mörser püriert. Dann wird den geriebenen Käse hinzugefügt, und die Mischung wird mit Hilfe des Öls zu eine Sauce verarbeitet, die eine ähnliche Konsistenz wie Mayonnaise hat.

Die Suppe in Suppenschalen servieren, und die Sauce separat anbieten: Es ist viel intensiver in Geschmack als Fertigpesto aus dem Glas, und die Menge, die in die Suppe kommt, sollte man lieber den Gast überlassen. Die Sauce darf außerdem nicht kochen!




Gut zu wissen:
Wer kein Mörser hat, kann ein Handmixer benutzen. Und wer kleine Mengen verarbeitet braucht nur die Basilikumblätter und den Knoblauch in einem Glas geben, und mit der Küchenschere schneiden, bis es klein genug ist. Es ist umweltfreundlicher und leichter zu putzen.
Je nachdem, ob die Suppe als Vor- Hauptspeise oder ganzes Essen angeboten wird, sollte die Menge bis 10 Personen glücklich machen können.
In Frankreich wird der Pistou häufig mit Gruyère zubereitet. Comté geht auch.
In der französischen Soupe au Pistou, wie ich sie kenne, gibt es keine Getreide und keine Linsen, nur Bohnen (meistens frische „Haricots Coco“), und gegen Ende der Zubereitung werden Nudeln, „Coquillettes“, hinzugefügt.
Die „Soupe au Pistou“ essen wir in meiner Familie im Sommer, Abends, meistens draußen vor dem Haus, und Jahre Erfahrungen ändern eine Tatsache nicht: Jedes Mal verbrennen wir uns die Zunge dabei. Also nicht vergessen: In dem Pistou gibt es Käse und Öl, die heiß bleibende Eindrücke hinterlassen können… Bei uns ist diese Suppe das Abendessen, danach kommt vielleicht noch Obst, oder eine „Tarte aux Abricots“.