Tarte Tatin

Die letzte Tatin, die ich vorbereitet hatte, bestand aus Margarinenblätterteig und unterschiedliche Obstsorten. Da ich wegen des minderwertigen Blätterteig leicht frustriert worden war, habe ich mich vorgenommen, bald wieder eine „richtige“ zu machen. Leider musste ich bei Münstermann feststellen, meine bisher einzige Quelle für Butterblätterteig in Düsseldorf, dass sie auf einmal nur Margarinenblätterteig anbieten. Horror! Was wird aus mir! Wie soll ich denn je wieder eine Galette des Rois backen? (Und nein, ich habe nicht vor mein Blätterteig zu machen. Ich finde sogar, dass es zu den Pflichten eines Delikatessengeschäfts zählen sollte, Fertigbutterblätterteig anzubieten. Vielleicht sollte ich ein Lobby bilden, Abgeordnete zum Tatin essen einladen, und am nächsten Tag gäbe es schon einen Gesetzentwurf ganz nach meinem Wunsch. Ich bin doch schließlich in Deutschland.)


Äpfeln und Butter hatte ich also schon, aber es stand außer Frage, dass ich wieder Billigfettteig benutzen wurde. Da fiel mir ein, dass ich in der Tiefkühltruhe Phylloteig hatte. Und so habe ich eine andere, aber leckere und leichtere Version der Tatin gebacken.


Tarte Tatin

Für 4-8 je nach Appetit:
1,5 kg Äpfeln (Ich habe rheinische Topaz benutzt. Sie sind säuerlich und halten sich gut beim backen)
200g Zucker
130g Butter

6 Blätter Phylloteig
50g zerlassene Butter

Optional: Brandy clotted cream


Mit dem Zucker Karamell in einer geschlossenen, runden Kuchenform (ca. 25-28cm Durchmesser) vorbereiten. Sobald es braun ist, vom Herd nehmen, und die Butter hinzugeben (130g).
Backofen bei 180°C vorheizen.
Die Äpfel schälen, entkernen, vierteln, und mit der runden Seite nach unten in die Form geben. Die restlichen Stücke drüber positionieren, so dass keine leeren Stellen entstehen. Die Menge mag ursprünglich nach viel aussehen, aber das Volumen wird beim backen kleiner.
50 bis 60 Minuten in dem Backofen backen.
Die Form herausnehmen. Mit einem Blatt Phyllo bedecken. Mit einem Pinsel mit der zerlassen Butter bestreichen. Dabei den Teig um den Rand herum leicht drücken. Je nach Blattgröße die Ecken entfernen. Mit den anderen fünf Blättern wiederholen. Sobald fertig ca. 30 Minuten backen.

Fünfzehn Minuten vor dem Servieren in den warmen Ofen wieder schieben. Anschließend auf einen Kuchenplatte stürzen, und sofort servieren.


Was mir aufgefallen ist:

Diese Version ist leichter als mit dem Butterblätterteig, und bleibt vorerst knusprig. Nach einer Weile kleben die Blätter zusammen, aber sie halten problemlos das Obst. So werde ich es wieder machen.
Brandy clotted cream ist derzeit leichter zu finden, denn es passt gut zu den Christmas Pudding, und auch zu den Tatin!
Ich fürchte, dass Phylloteig kein Ersatz für den Teig einer Galette ist…

Kommentare:

Spülkönig hat gesagt…

Ja gründe auf jeden Fall eine Blätterteig Lobby. Ich trete dieser dann auch auf jeden Fall bei :)
Hab das Wochenende mal probiert Blätterteig zu machen. Das Ergebnis kannst du dir die nächsten Tage mal auf unserer Seite angucken. Habs noch nicht online gestellt.
Aber vorneweg: Es war ja noch echt aufwendiger als ich dachte und am Ende (ich hab es wohl etwas zu schnell gemacht, man braucht dafür sehr viel Zeit)war es eher ein Mürbeteig. Nun ja - deswegen trete ich auch deiner Lobby bei. Guten Blätterteig braucht schließlich jeder!
liebe grüße

Juju hat gesagt…

Salut, für einen Tarte Tatin bereite ich immer einen Teig aus zerlassener Butter, Mehl und einer Prise Salz zu, den ich dann ganz dünn ausrolle. Aber ich werde auch mal Deine Variante mit Blätterteig ausprobieren. Amicalement, juju

Dolce hat gesagt…

Salut, ich habe Butter-Blätterteig im Bio-Supermarkt Basic in München in der Tiefkühltheke gesehen, den müsste es eigentlich auch in der Filiale in Düsseldorf geben:
http://www.basicbio.de/basicbio/1_maerkte/duesseldorf.html
Bonne chance!
Liebe Grüße aus München, Claudia

Véronique hat gesagt…

Claudia, danke für den Tipp: Genau die Sorte habe ich gegen Ende Dezember entdeckt ( http://wiegottindeutschland.blogspot.com/2006/12/butterbltterteig-die-rettung.htm ). Auf anderen Blogs habe ich gelesen, dass Alnatura ein ähnliches Produkt führt. Auf jeden Fall war ich nicht die einzige, die danach gesucht hat.

Dolce hat gesagt…

Liebe Véronique, den Post vom 20. Januar hatte ich leider nicht gelesen. Aber egal, Du bist jetzt auf jeden Fall mit Butter-Blätterteig versorgt! Und ich weiß auch, wie ich ihn bekomme...
Liebe Grüße, Claudia