Roastbeef, Wurzelgemüse und Momiji Oroshi

Ich habe am Samstag ein schönes kleines Stück Roastbeef gekauft, wollte es aber nicht ganz einfach zubereiten. Na ja, auch nicht zu kompliziert, aber da ich vor Monaten gelesen hatte, dass die Engländer früher ihr Roastbeef immer mit einer richtigen Kruste gerostet hatten, die unter anderem aus Ei und Brotkrümeln bestand, habe ich mich auf die Suche nach einem modernen Rezept gemacht, denn ich habe kein offenes Feuer mit Drehspieß. Es wurde nicht einfach, aber ich habe in einer BBC Good Food Zeitschrift etwas annähernd gefunden, und habe es adaptiert. Dazu habe ich diverse Gemüse serviert, und Momiji Oroshi anstatt Meerrettich oder Senf.
Daikon Oroshi kennen wahrscheinlich diejenigen unter euch, die schon Tempura in einem japanischen Restaurant gegessen haben. Es ist geriebener, fast pürierter weißen Rettich, mit einer speziellen Reibe, die meistens aus Keramik besteht. Es wird in letzter Minute gerieben, da ansonsten zu viel Wasser verloren geht. Persönlich finde ich in Olivenöl gebratene Tempura von grünen Spargel mit Daikon Oroshi einer der leckerste Gerichten die es überhaupt gibt. Mir wurde aber vor kurzem eine Tube Momiji Oroshi geschenkt, eine Abwandlung von Daikon Oroshi. Momiji ist der Ahorn, aber in diesem Fall wird es wegen der Farbe so genannt: Dem Rettich (Daikon) wird roter Chili zugesetzt, daher die stärkere Schärfe und die schöne rötliche Farbe. Interessant finde ich auch, wie aus einer banalen Umpackung der Japaner einen fast eleganten Tubenständer macht. Wer Chili und Rettich zu Hause hat, kann es auch machen: Man benötigt wirklich nur diesen beiden Zutaten.


Roastbeef, Wurzelgemüse und Momiji Oroshi

Für 2 Personen:
500g Roastbeef
1 mittelgroße Zwiebel
1 5cm breite Scheibe Baguette
1 Eigelb
Salz, Pfeffer

4 Kartoffeln
½ schwarzen Rettich
1 große Pastinaken
Salz

Momiji Oroshi
Oder weißer Rettich und Chili



Die Kartoffeln schälen und würfeln. In heißem gesalzenem Wasser kochen. Nach fünf Minuten Würfel von den geschälten schwarzen Rettich und Pastinaken hinzufügen. Noch zehn Minuten kochen lassen.

Den Backofen auf 210°C vorheizen.

In der Zwischenzeit, die Zwiebel schälen und grob schneiden. Das Brot mit den Händen grob zerkleinern. In die Küchenmaschine oder den Mixerglas beide Zutaten hinfügen, zusammen mit Pfeffer und das Eigelb. Zerkleinern, bis eine gelbe, dickflüssige Crème entsteht. Zur Seite stellen.

Den Roastbeef salzen. In heißem Öl auf allen Seiten braun braten. Die Zwiebel-Brot-Crème auf allen Seiten bis auf die untere verteilen. Das inzwischen abgetropfte Gemüse um das Fleisch herum verteilen, und salzen. Bei Bedarf erneut etwas Öl hinzufügen. In den heißen Backofen für 25-30 Minuten schieben.

Den Roastbeef aus dem Blech rausnehmen, und schneiden. Das Gemüse in den Bratsaft mischen - es ist nicht sehr viel, aber gibt extra Geschmack. Anrichten, mit einem guten Tupfer Momiji Oroshi. Sofort servieren.



Was ich anders machen würde:
Das Gericht hat mir gut geschmeckt, und die Kruste sieht schön aus, würde aber vermutlich besser auf einem grösseren Stück Fleisch passen, weil sie dann länger im Backofen bleiben würde, bis sie völlig knusprig ist.
Mit Rinderfett statt Öl hätte es an Geschmack gewonnen. Mir ist aber nicht klar, ob man so was beim Metzger kaufen kann. Muss ich beim nächsten Mal versuchen.

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