Toskanische Soupe au Pistou

Mit einem Paket bunte Bohnen, Linsen und Getreide hat es angefangen, die ich im Kaufhaus während einer „italienischen Wochen“-Aktion erworben habe. Zunächst hat das Paket ganz brav in einer Ecke gewartet, bis mir aufgefallen ist, dass ich den Inhalt zu einer veränderten Soupe au Pistou verarbeiten könnte, einer meiner Lieblingsgerichte: In Deutschland wird sich hoffentlich niemanden abschrecken lassen, dass ich ein italienisches mit einem französischen Rezept zusammenfusioniere. Ein Besuch am Markt später, wo ich das Gemüse und frisches Basilikum gekauft habe, und ich war (fast) bereit, die Suppe zu kochen. Nur fast bereit war ich, weil Hülsenfrüchte, die trocken sind, zuerst eingeweicht werden müssen.In dem Moment fiel mir auch auf, dass sie gut in dem Hülsenfrüchte-Blogevent passen würde, das (oder den) Rosa ins Leben gerufen hat. Vegan ist es nicht, aber ohne Käse, und vielleicht mit ein bisschen Hefe oder Marmite, wird es bestimmt auch schmecken.


Toskanische Soupe au Pistou

400g Hülsenfrüchte-/Getreidemischung (Bohnen, gebrochene Erbsen, Linsen, grüne Sojabohnen, Dinkel, Gerste)
½ Porree
2 Möhren
1 Zwiebel
½ roter Paprika
1/8 Sellerieknolle
100g Stangenbohnen
½ Zucchini
Salz

Für den Pistou, Pro Person:
5 Basilikumblätter
1 Knoblauchzeh
15g Parmesan
1-2 EL Olivenöl


Die Suppenmischung am Vortag nach Einleitung mit lauwarmen, gesalzenen Wasser bedecken. Am nächsten Tag hatte sich das Volumen bei mir verdoppelt.

Ungefähr 2,5 Stunden vor dem Essen, das Gemüse putzen, und zerkleinern (Möhren, Sellerie, Paprika, Zucchini und Zwiebel werden gewürfelt; Porree in Streifen geschnitten, Stangenbohnen in ca. 2cm lange Stücke). Die Hülsenfrüchte-/Getreidemischung in einem Sieb umfüllen, spülen, und in einen großen Topf zusammen mit dem Gemüse, Wasser (ca. 2-3 Fingerbreit mehr als die Zutaten und Salz geben. Zum kochen bringen und für mindestens zwei Stunden kochen lassen. Ab und zu den sehr grauen Schaum entfernen.

Ein halbe Stunde vordem Essen werden die Knoblauchzehen grob geschnitten, die Basilikumblätter in Streifen geschnitten, und je nach Möglichkeiten in einem Mörser püriert. Dann wird den geriebenen Käse hinzugefügt, und die Mischung wird mit Hilfe des Öls zu eine Sauce verarbeitet, die eine ähnliche Konsistenz wie Mayonnaise hat.

Die Suppe in Suppenschalen servieren, und die Sauce separat anbieten: Es ist viel intensiver in Geschmack als Fertigpesto aus dem Glas, und die Menge, die in die Suppe kommt, sollte man lieber den Gast überlassen. Die Sauce darf außerdem nicht kochen!




Gut zu wissen:
Wer kein Mörser hat, kann ein Handmixer benutzen. Und wer kleine Mengen verarbeitet braucht nur die Basilikumblätter und den Knoblauch in einem Glas geben, und mit der Küchenschere schneiden, bis es klein genug ist. Es ist umweltfreundlicher und leichter zu putzen.
Je nachdem, ob die Suppe als Vor- Hauptspeise oder ganzes Essen angeboten wird, sollte die Menge bis 10 Personen glücklich machen können.
In Frankreich wird der Pistou häufig mit Gruyère zubereitet. Comté geht auch.
In der französischen Soupe au Pistou, wie ich sie kenne, gibt es keine Getreide und keine Linsen, nur Bohnen (meistens frische „Haricots Coco“), und gegen Ende der Zubereitung werden Nudeln, „Coquillettes“, hinzugefügt.
Die „Soupe au Pistou“ essen wir in meiner Familie im Sommer, Abends, meistens draußen vor dem Haus, und Jahre Erfahrungen ändern eine Tatsache nicht: Jedes Mal verbrennen wir uns die Zunge dabei. Also nicht vergessen: In dem Pistou gibt es Käse und Öl, die heiß bleibende Eindrücke hinterlassen können… Bei uns ist diese Suppe das Abendessen, danach kommt vielleicht noch Obst, oder eine „Tarte aux Abricots“.

Kommentare:

vatel hat gesagt…

Wer kein Moerser hat soll gleich um die Ecke Essen gehen....
http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%B6rser_%28Werkzeug%29

rosa hat gesagt…

Mhmm.... klingt super!
Huh, ich hab gerade frisches Petersilienpesto gemacht, ich glaub, ich werde das in den nächsten Tagen mal in einer Suppe versenken. Für irgendwas muss das kalte Wetter ja gut sein!

Wie ist das mit den unterschiedlichen Garzeiten von den Hülsenfrüchten? Soll man die Suppe einfach so lange kochen, bis auch die letzte Bohne weich ist, der Rest also vermutlich schon ziemlich matschig?

Véronique hat gesagt…

Rosa, es ist jetzt doch warm geworden, dennoch essen wir die Suppe nur im Sommer... Die Hülsenfrüchte waren nicht matschig!
Vatel: Ohne Mörser wird man erfinderisch.