Clafoutis

Ein Clafoutis ist ein Kuchen aus der französischen Region Limousin, der ursprünglich aus den lokalen Kirschen, klein und schwarz, vorbereitet wurde. Es ist ein einfacher Kuchen, der von Bauern gebacken wurde.
Mittlerweile gibt es hunderte von Clafoutis-Rezepte, mit allen möglichen Zutaten. Ein bisschen wie bei Muffins. Streng genommen sollten aber diese Varianten Flognarde heissen.
Für mich ist der Clafoutis besonders mit dem French Open und ab und an die Fussball-WM verbunden: Da Kirschen in der selben Zeit reif werden, hatten wir in meiner Familie nicht selten fast täglich ein Clafoutis auf der Couch-Tisch, dem wir uns bedienten, während wir diese Sport-Events im Fernsehen guckten.

Also – fast – pünktlich zu der WM, gibt es das Rezept:


Clafoutis

200 g. Mehl
4 Eier
1/2 Liter Milch
1 Prise Salz
2 EL Öl
150 g. Zucker
400 g. Kirschen (ich habe 600g. benutzt)
1 Deziliter Rhum oder Branntwein (Eau de Vie)
Butter für die Form und für die Oberfläche des Kuchens

Vorab etwas wichtiges: Manche haben den Clafoutis verbessern wollen, indem sie entkernte Kirschen benutzen. Das sollte man unbedingt vermeiden, denn der Saft verteilt sich in den Kuchen, und man hat nicht mehr den Kontrast zwischen den einfachen Teig und die saftigen Kirschen. Außerdem lassen sich die Kerne, die gebacken wurden, vermutlich genauso gut verwenden wie rohe Kerne.

In einen Schüssel das Mehl geben. Die Eier, den Salz, die Hälfte des Milchs, das Öl hinzufügen. Mit einem Holzlöffel verarbeiten. Die restliche Milch, ein Drittel des Zuckers und den Alkohol (Rhum oder Branntwein) hinzufügen, mischen, und für eine Stunde ruhen lassen.
Ein Blech mit hohen Rändern oder eine Kuchenform buttern. Die gewaschenen Kirschen verteilen, den Teig darüber verteilen. Einige Butterflocken darüber verteilen, und in den warmen Ofen (210°C) für 30 bis 35 Minuten backen.
Nach dem Backen mit der restlichen Zucker bestäuben.
Rezept frei übersetzt von « Le Limousin Gourmand » von Jean-Pierre Poulain, wie in fr.rec.cuisine von Ian Hoare gepostet, ein passionierter Verteidiger des echten Clafoutis.

Was mir aufgefallen ist und was man wissen sollte:
Die Menge an Rhum oder Branntwein habe ich drei Mal überprüfen müssen – es schien mir viel - dennoch habe ich sie nicht reduziert, denn ich habe eine Eau de Vie aus der Kirschen und der Pflaumen meiner Eltern, die sehr gut schmeckt. Wenn Kinder den Kuchen essen, wird es ohne Alkohol gemacht, aber mit schmeckt es ganz gut. Ich habe offensichtlich eine Schwäche für alkoholisierte Kirschkuchen...
Der Teig hat große Ähnlichkeiten mit dem Crêpe-Teig, und ist entsprechend nicht gerade leicht: Man kann also ruhig die Menge an Kirschen erhöhen, und dafür eine größere Form nehmen.
Ehrlich gesagt kann man die Butter oben weg lassen, und mehr von der Zucker in den Teig hinzufügen, besonders wenn der Kuchen unkompliziert vor dem Fernseher gegessen werden soll.

Kommentare:

Michael hat gesagt…

Wow, der Kuchen sieht aber lecker aus! :-)

Clairechen hat gesagt…

Ooulalala le beau clafoutis!!! J'en prendrai bien une part, tiens!!