Flamiche aux poireaux

Am Samstag dachte ich schon, der Frühling wäre schon da. Nach so viele Jahren hier sollte ich besser wissen, aber ich bin optimistisch angelegt. Spätestens heute wurde ich von dem Wetter bitter enttäuscht, und habe aus diesem Grund Lust auf einem Wintergericht aus meiner Kindheit gehabt. Es ist ein Klassiker aus Nordfrankreich, den meine Mutter (viel weiter im Süden) immer einige Male abends jedem Winter vorbereitet hat. Es ist leicht zu machen, man braucht keine exotischen Zutaten dafür, und es ist sehr lecker. Es gehört zu den Gerichte, die man ohne Rezept kochen kann.


Flamiche aux Poireaux

Für 4 Personen

1 Lauch
30cl Milch
1 Ei
1 großer Esslöffel Mehl
1 Esslöffel Butter
Muskatnuss

200g Mehl
100 Butter (am besten bei Zimmertemperatur)
Etwas Wasser
Salz

Backofen auf 175°C vorheizen.
Butter in grobe Stücke teilen, und zusammen mit dem Mehl und eine Prise Salz in eine Schüssel geben. Mit einer Gabel die Butter zerdrücken, und durchmischen, bis man außer einigen Flocken Butter nur noch eine Art grobe Sand erkennt. Ein bisschen lauwarmes Wasser hinzufügen. Mit der Gabel Wasser und Mehl-Butter Mischung durchmischen. Dann müssen die Hände die Arbeit direkt übernehmen: Wasser hinzufügen, und den Teig kneten, aber nur bis er einheitlich elastisch ist. Wenn er klebrig wird, weil zu viel Wasser hinzugefügt wurde, ein bisschen Mehl reinkneten. Kalt stellen.
Porree putzen (weich gewordene grüne Blätter abschneiden), und in zwei schneiden, damit die Blätter getrennt werden können, sollte noch Erde zwischen zu sehen sein. In ca. 8mm breite Stücke schneiden, und kurz im Salzwasser blanchieren (ca. 1-2 Minuten). Sofort in einem Sieb geben, und abtropfen lassen.
Teig ausrollen, und in eine gebutterte Tortenform (25cm Durchmesser) legen. Mit der Gabel den Boden pieksen. In den Backofen schieben, für 10 Minuten.
In der Zwischenzeit ein Löffel Butter und eine gut gehäufte Löffel Mehl in einen Topf geben, erhitzen, und mit einem Holzlöffel rühren, bis eine Mehlschwitze entsteht. 30cl Milch hinzugeben, salzen, Muskatnuss darauf reiben, und rühren, bis der Bechamel dickflüssig ist. Die inzwischen abgetropfte Porree zu der Bechamel hinzugeben, ein Ei hinzufügen, und sofort rühren, damit das Ei nicht vorzeitig kocht und Klumpen bildet. Auf dem Teigboden verteilen, und wieder für ca. 10 Minuten backen, bis Teig und Mischung leicht goldfarben werden.


Was mir aufgefallen ist:
Es ist wirklich leicht zu machen, und dauert gar nicht lange, besonders wenn man nicht zwischendurch fotografiert.
Noch ein Salat dazu, und schon hat man den Abendessen.
Man kann den Teig problemlos einfrieren. In diesem Fall sollte man den aus der Tiefkühltruhe rausnehmen, und in den Kühlschrank stellen, morgens bevor man arbeiten geht, und abends dauert die Vorbereitung noch weniger Zeit. Wie auf dem Bild zu sehen, benutze ich bei einem solchen Kuchen nicht unbedingt den Nudelholz, um den Teig zu rollen. Ich dehne ihn zwischen meinen Händen, wie ein ungeschickter Pizzabäcker. Ich mag den rustikalen Effekt.
Es lässt sich auch Kalt essen.


Last Minute!

Nachdem ich gestern einen Kartoffel-Porree-Gratin gegessen habe, bei dem der Koch es nicht für notwendig gehalten hatte, den Porree zu blanchieren, weil er Gemüse KNACKIG mag, möchte ich hier darauf aufmerksam machen, dass Porree kein knackiges Gemüse ist! Möhren sind knackig, Zwiebeln auch, aber nicht Porree. Bitte die 1-2 Minuten blanchieren nicht überspringen!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Pour une fois, faudra travailler l'esthetique !

Véronique hat gesagt…

Tu veux dire développer un peu ton sens de l'esthétique? ;-)

ostwestwind hat gesagt…

Da mein Schwiegervater und ich gegen Ende Februar Geburtstag haben, wissen wir, dass zu diesen Zeiten zumindest hier im Norden noch viel Schnee fallen kann. Nix also mit Frühling, wir haben hier lausige 0 °C

zorra hat gesagt…

Mmmh, sieht lecker aus. Ich habe auch noch Lauch im Kühlschrank. Könnte ich also bald mal nachbacken.