Apfel-Rotkohl mit Ahorn und Ingwer


Am letzten Freitag bin ich auf dem Weg nach Hause einem Rotkohl begegnet, der mir so gut gefallen hat, dass ich ihn nach Hause nehmen musste, auch wenn über zwei Kilogramm vom diesem Gemüse mein Bedarf leicht übersteigt. Aber was soll’s. Es ist spottbillig, gerade ist es der Saison dafür, und ich finde, dass es eines der schönsten Gemüse ist, die es gibt, neben dem Romanesco-Kohl.

Ich habe in den ersten Tagen mehrmals Salate mit Rotkohlstreifen gemacht, gemischt wahlweise mit roter Beete, Chicoree und Champignons, mit diversen Versionen der Vinaigrette. Und dann habe ich Lust auf etwas Warmes gehabt. Ich habe zuerst meine Kochbücher aufgeschlagen, in der Hoffnung, dass ich darunter etwas Exotisches finden würde. Im vegetarischen Kochbuch war nichts der Rede Wert, bei Madhur Jaffrey überhaupt nichts – Indien ist groß, ich hatte gehofft, dass in einer Ecke Kohl angebaut wird – in meinen französischen Kochbücher habe für mich bekannte Rezepte gefunden, mit Rotwein, oder mit Maronen, mit Wachholder und immer wieder Apfelrotkohl.

Ich mag Apfelrotkohl, nur, ich hatte keine Lust auf den Apfelrotkohl, den man zu jeden Gänsebraten bekommt. Nach ein bisschen Googeln bin ich auf diese Seite gelandet, die eine interessante alternative anbietet, die ich leicht geändert habe.



Geschmorter Rotkohl mit Ahorn und Ingwer

Für 6-8 als Beilage

2 EL Entenfett
1 mittelgrosse Zwiebel, in Streifen geschnitten
1 Apfel (Granny Smith), geschält und entkernt, in Scheiben geschnitten
1 TL gehackter Ingwer
800g Rotkohl, in größeren, aber mundgerechte Stücke geschnitten
6 cl Reisessig
2 EL Ahornsirup

Man muss für dieses Rezept ein Topf nehmen, der zugedeckt in den Ofen gehen kann. Wenn man dies oder das nicht besitzt, dann geht auch eine Gratinform, die man in dem Ofen mit Folie deckt. Ich benutze einen Topf von Téfal, mit abnehmbarem Griff.
Ofen auf 150°C vorheizen.
Zuerst die Zwiebel in das Fett geben, bis es weicher wird. Dann Apfel und Ingwer dazu geben, sowie Salz und Pfeffer. Rühren. Kohl hinzufügen, und einige Minuten lang unter häufigem Rühren erhitzen, bis die Rotkohlstücke leicht feucht glänzen. Dann die Flüssigkeiten hinzufügen, rühren, und zum Kochen bringen. Zudecken, und in den Backofen schieben. Eine Stunde lang schmoren, aber alle 20 Minuten die Zutaten neu mischen.

Was mir aufgefallen ist:
Der Ahorngeschmack geht ein bisschen verloren. Beim nächsten Mal werde ich mehr Ahornsirup und weniger Essig benutzen. Aber durch den Ingwer war es würzig.
Das Rühren in dem Ofen ist wichtig, da ansonsten nur die unteren Stücke den Geschmack des Essigs aufnehmen.
Ich habe den Kohl in größeren Stücken geschnitten, da er dadurch knackiger bleibt.
Entenfett habe ich in einem verschraubten Glas im Kühlschrank: Wenn ich Entenconfit aus einer Konserve vorbereite, dann hebe ich so das Fett auf.
Hat jemand ein leckeres Rezept, wo der Rotkohl am Ende richtig blau aussieht? Ich fände es interessant, aber ich finde nichts in diese Richtung!

Kommentare:

ostwestwind hat gesagt…

Damit der Rotkohl blau aussieht, darfst du keinesfalls Säure verwenden, das Gericht muss basisch sein. Leider habe ich kein Rezept, denn bei uns heißt das Rotkohl und der muss halt rot sein :-)

zorra hat gesagt…

Das ist ein richtiger Valentinstag-Rotkohl, mit dem Herz in der Mitte. ;-)

Ich kann dir nur meinem Rotkohl-Salat empfehlen, das Rezept findest du im Kochtopf.

Foodfreak hat gesagt…

Den Molly Stevens Rotkohl hab ich auch schon gekocht...

http://blog.lebensunfaehig.org/foodfreak/archives/188-Rotkohl,-fast-klassisch.html

Ich mag aber lieber den ganz roten Limettenrotkohl:

http://blog.lebensunfaehig.org/foodfreak/archives/225-Limetten-Rotkohl.html

Und nach einem Rezept von Hilaire Walden wartet noch eingelegter Rotkohl im Glas auf Verkostung, aber auch der ist eher rot, so muß das hiersein, wie Ostwestwind richtig schreibt!

Cascabel hat gesagt…

*gg* ich habe den auch erst kürzlich gemacht ;-)

Véronique hat gesagt…

Danke Ulrike: Dass die Farbe mit dem pH zu tun hat, wusste ich schon, aber was mich wundert, ist dass immer säuerlich gekocht wird.

Zorra, ja, klar, Du hast mein Valentinsbeitrag richtig erkannt :-).

Foodfreak und Cascabel: In Frankreich sagt man "Les grands esprits se rencontrent", so was wie "Grosse Geister denken gleich." :-) Ich habe das Rezept beim Googeln von "Red cabbage maple" gesucht. Ich kannte Molly Stevens nicht, an Schmoren denke ich selten, aber es wird sich ändern.

ostwestwind hat gesagt…

Und welche Meinung hast du zu Obst?