Œuf Cocotte à la Truffe

Wenn ich zum Silvester nicht selber koche, versuche ich in den ersten Wochen im Januar ein verspätetes Silvesteressen vorzubereiten. Das war in diesem Jahr am letzten Wochenende, und als warme Vorspeise habe ich etwas Klassisches gekocht, sogar Urfranzösisches.
Ich hatte seit einer Ewigkeit eine kleine Dose (15g) von Brisures de Truffe, oder Trüffelbruch, In der Vergangenheit habe ich ein solches Produkt in einem Salat-Dressing erfolgreich eingesetzt, aber in diesem Jahr – das kommt bei mir nicht häufiger vor – hatte ich Lust auf etwas anderes.
Es ist bekannt, dass Trüffeln gut zu Eiern passen. Am besten schließt man der Trüffel einige Tage lang mit frischen Eiern in einem Konservenglas, und macht aus den Eiern eine Omelette. Nur, dafür braucht man frische Trüffel, und nicht etwas aus der Dose. Ich wollte auch nichts kochen, in dem der Trüffelgeschmack verloren geht. Und auf einmal ist mir eingefallen, dass ich Ramequins habe, die nur darauf warten, mal ganz klassisch benutzt zu werden, und nicht nur als Abfallcontainer für die Haut der Clementinen, die ich vor dem Fernseher, oder schlimmer, am Computer, esse.

Damit nichts den Trüffelgeschmack verdeckt, habe ich nach Rezepte von Oeuf Cocotte gesucht: Es sind Eier, die meistens in Ramequins gebrochen werden, und im Wasserbad gekocht werden. Es gibt viele Varianten. In dem sehr traditionellen Buch, „Modern French Culinary Art“ by Henri-Paul Pellaprat, Ausgabe 1966, das ich aufgeschlagen habe, habe ich gleich fünf gefunden, davon eine mit Trüffel, die aber zu viel Zutaten beinhaltete. Ich habe nach dem Prinzip gearbeitet, aber selber mein Rezept gebastelt.

Ich wollte, dass sich der Trüffelgeschmack vor dem Kochen ein bisschen entfaltet, und habe die Dose einige Stunden vor dem Essen aufgemacht, und den Inhalt mit 150g Crème Fraîche vermischt, mit Folie gedeckt und in den Kühlschrank gelassen.

Zum Begleiten der Ramequins habe ich auch Mini-Röllchen, gebacken, aus dem Rest Blätterteig, den ich für die Galette benutzt hatte, und mit Steinpilz-Trüffel-Kastanien Pesto aus dem Markt auf Carlsplatz in Düsseldorf gefüllt. Ein bisschen Pesto wurde auch am Tisch gereicht, und konnte nach Lust und Laune zu den Eiern hinzugefügt werden. Und es ist gut angekommen!



Oeuf Cocotte à la Truffe

4 Portionen

4 sehr frische, gute Eier
150 g Crème Fraîche
15g Trüffelbruch
Salz, Pfeffer
Ein bisschen Butter für die Ramequins

Einige Stunden vorher Trüffel und Crème Fraîche zusammen rühren und kalt stellen.
Vier Ramequins leicht mit Butter einfetten.
Ab jetzt muss alles in der letzten Minute gemacht werde:
Wasser kochen.
In der Zwischenzeit, eine dicke Löffel Trüffel-Crème Fraîche in jeden Ramequin geben. Ein Ei hinzugeben, einfach darauf brechen. Nach Lust und Laune salzen und pfeffern.
Die Ramequins in eine Gratinform stellen. Mit dem heißem Wasser die Form so füllen, dass es bis zur Hälfte der Ramequins geht. Zunächst auf dem Kochfeld für 2-3 Minuten auf niedrige Stufe kochen, das Wasser darf nicht kochen.
Danach in den vorheizten Ofen (325°F, also 162,777778°C) hinein schieben, und laut Rezept 3 bis 4 Minuten backen… Sofort servieren.


Was mir aufgefallen ist:
Mein Ofen war wärmer eingestellt, bei ca. 200°C, und es hat trotzdem knapp unter 10 Minuten gedauert, bis das Eiweiß fest wurde. Am besten vor dem Ofen bleiben, und kontrollieren! Das Eigelb muss noch völlig flüssig sein.
Ich bin allgemein keine Freundin von zu viel Salz, und habe lieber Salz und Pfeffer, wenn nicht Gewürzmischungen, auf dem Tisch. Bei mir hat es kein Pfeffer auf diese Eier gegeben, Trüffel und Pesto waren schmackhaft genug.
Ich sollte nach und nach meine Ikea-Teller durch etwas Schöneres ersetzen…

Die Oeufs Cocotte kann man nach dem gleichen Prinzip auch mit klein geschnittenen Schinken, oder Fleischreste, Kräuter (Schnittlauch), Gewürze (Curry-Pulver), Käse, Gemüse (Spinat), Pilze, usw… vorbereiten. Die Kombinationen sind endlos.

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