Horta


Zum zweiten Jahr in Folge verbringe ich Teils meiner Ferien am Strand, irgendwo in den Kykladen.

Das Essen hier macht mir auch sehr viel Freude, denn haufenweise  einfaches grünes Zeug auf meinem Teller kann mich sehr glücklich machen. Es vergeht kaum ein Tag, ohne dass ich Horta, eine Wildpflanzenmischung, esse, und gestern habe ich es zum ersten Mal gekocht. Gefunden hatten wir die Pflanze im Supermarkt, und wenn jemand sie erkennen sollte, würde ich gerne wissen, was das genau ist. Ich vermute, dass es sich um ein Unkraut handeln könnte, der in meinem Garten in Düsseldorf wächst, aber ich kann es jetzt schlecht vergleichen.

Horta

Grüne Wildpflanzen, aber als Ersatz passen auch Radieschenblätter, Spinat oder MangoldZitronensaft Olivenöl SalzPfeffer

Die Wildpflanzen sehr gründlich waschen, im Essigwasser, und von die nicht mehr frischen Blättern und dicksten "Strunk" entfernen. Im Salzwasser ca. 20 Minuten kochen. Mit Zitronensaft, Olivenöl, Salz und Pfeffer abschmecken und lauwarm oder kalt servieren.



Spargel mit Erdnusssauce

Spargel esse ich bevorzugt mit Vinaigrette, oder seit wenigen Jahren gegrillt mit Käse und Ei, nur nicht so gerne mit zerlassenem Butter oder Sauce Hollandaise. Beim Blättern des Geschmacksthesaurus habe ich neben viele Kombinationen auch eine Variante mit Erdnussdressing gefunden, die ich testen musste. Fazit: Es war gut, wird aber o.g. Lieblingsvarianten nicht ersetzen.



Erdnussdressing für Spargeln:
3 EL Sonnenblumenöl
3 EL Zitronensaft
2 EL helle Sojasauce
1 Prise Zucker
Salz, Pfeffer
Erdnussbutter (im Original: 100g ungesalzene Erdnüsse)
bei mir noch: Petersilie

Alle Zutaten vermischen und auf den warmen Spargeln verteilen.

Was man noch wissen kann:
Andere vorgeschlagene Kombinationen aus dem Buch sind z.B. Spargel und Anis, Spargel und Mandel sowie Spargel und Minze (und es gibt mehr).

Brathähnchen mit Clementinen und Pastis

Die vielen, die das neue Buch von Yotam Ottolenghi und Sami Tamimi besitzen, ahnen vielleicht schon, dass es sich bei dem Rezept um das Brathähnchen mit Clementinen & Arak handelt. Die Südfranzösin hat aber stets Pastis bei sich zu Hause (und trinkt es sehr selten, weil das Wetter seit ewig nicht passend ist). Gemacht habe ich es mit einer Biopoularde, wobei ich den Brustknochenteil dafür nicht benutzt habe. Als Beilage gab es Reis aus dem Reiskocher. Es ist ein sehr einfaches Rezept. Wenn man das Hähnchen schon beim Metzger schneiden läßt dürfte das Schwierigste die Clementinen und den Fenchel zu schneiden.

Ich poste es noch gerade rechtzeitig für das Garten-Koch-Event des Gaertner-Blogs: Garten-Koch-Event Februar: 

Garten-Koch-Event Februar: Clementine 
[28.02.2013]

Brathähnchen mit Clementinen & Pastis (aus Jerusalem: Das Kochbuch)

Für 4 Pers.
10cl Pastis (oder Arak, Ouzo)
4 EL Olivenöl
3 EL frisch gepresster Orangensaft
3 EL Zitronensaft
2 EL körniger Senf
3 EL brauner Zucker
2 mittelgroße Fenchelknollen (500g)
1 Poularde (im Buch Freilandhähnchen, ca. 1,3kg ), in Stücke (im Buch 8 Stücke) zerteilt
4 Bio Clementinen (400g)
1 EL Thymianblätter
2 1/2 TL Fenchelsamen, leicht zerstoßen
gehackte glatte Petersilie zum Bestreuen
Salz und Schwarzer Pfeffer

Pastis, Olivenöl, Orangen und Zitronensaft, Senf, Zucker, 2 1/2 Teelöffel Salz und 1 1/2 Teelöffel Pfeffer in einer Schüssel mit dem Schneebesen verrühren.
Die Fenchelknollen der Länge nach halbieren, die Hälften jeweils in 4 Spalten schneiden und mit den Hähnchenteilen , den Clementinen, dem Thymian und den Fenchelsamen in die MArinade geben. Die Zutaten vorsichtig vermischen und das Ganze einige Stunden oder über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen. (Wenn es schnell gehen muss, kann man auf das Marinieren verzichten.)
Den Backofen auf 220"C vorheizen. Di eHähnchen mit der Hautseite nach oben mitsamt der Marinade in einer ofenfesten Form verteilen und 35-45 Minuten im Backofen braten, bis sie schön braun und durchgegart sind. Die Form aus dem Ofen nehmen. Die Hähnchen stücke mit Fenchel und Clementinenscheiben auf einer Servierplatte anrichten, abdecken und warm stellen. Die Garflüssigkeit aus der Form in einen kleinen Topf gießen, aufkochen und bei geringer Hitze um ein Drittel reduzieren, Zum Schluss sollten noch etwa 80ml Sauce im Topf sein. Das Hähnchen mit der heißen Sauce überziehen, mit gehackter Petersilie bestreuen und servieren.

Sorry für das Bild! Deutlich Bessere gibt es in dem Buch. ;-)

 


Tarte aux pommes, oder etwas anderer Mürbeteig

Ein frohes Chinesisches Neues Jahr wünsche ich allen noch treu gebliebenen Lesern. ;-) Ich bin nicht ganz verschwunden, und inschallah, wie die Atheistin mit Gott im Blogname sagt, werde ich noch ab und an posten.

Diese Tarte habe ich im Januar gemacht, weil ich unter anderem einen Mürbeteig aus dem Buch "Nature, sain, simple et bon" von Alain Ducasse testen wollte. In diesem Buch sind einfache Rezepte von von dem Michelin Sterne Rekordhalter von einer Ernährungswissenschafterin überarbeitet und kommentiert. Da habe ich ein Mürbeteig gefunde, das mit ganz wenig Butter gemacht wird. Ob es schmeckt? Ja, nicht buttrig, aber besser als vieles, was man fertig kaufen kann. Und es hält sich sehr gut: Ich muss es zwar noch probieren, aber ich gehe davpn aus, dass es für eine Quiche ideal wäre, denn es ist durch die Verwendung von Eier ziemlich wasserdicht.
 

Pâte brisée (aus "Nature, sain, simple et bon" von Alain Ducasse und Paule Neyrat)

Für 600g Teig (2 Tartes bei mir)
35g Butter
400g Weizenmehl Typ 405
100g Kartoffelmehl
5g Salz
5g Zucker
2 Eier
10cl Wasser (oder Weisswein für herzhafte Tartes)

Die Butter mit einem Gabel zerdrücken.
Beide Mehlesorte durch einen Sieb passieren und mit dem Salz und Zucker mischen. Die Butter in die Mitte geben, und mit den Fingern mischen. Die Eier und nach und nach das Wasser dazugeben und einarbeiten. Ich mache das zuerst mit einem Gabel, und dann weiter mit den Fingern. Sobald der Teig die richtige Konsistenz hat, zu einem Kugel formen. 


Kühl stellen. (Ich habe die Hälfte eingefroren.)


Tarte aux pommes

Die gebutterte Form mit dem Teig auslegen. Drei grosse Jonagold Äpfel dünn schneiden und verteilen. Drei EL Zucker und einige Flöckchen Butter verteilen, und für 45 Minuten bei 180°C backen. Zehn Minuten vor dem Ende habe ich ein bisschen Calvados (50ml?) auf die Tarte gegeben, um den Geschmack zu intensivieren.


Ergebnis: Nichts, was man Sünde nennen kann, dennoch eine sehr apfelige Apfeltarte, die sich übrigens auch dank dem Teig sehr gut transportieren lässt.

Bûche au Tiramisu

Haben alle Weihnachten gut überstanden und sind für Silvester bereit? Ich hoffe es.
Wie manche es vielleicht wissen, gehört in Frankreich zu Weihnachten, aber auch zu Silvester die "Bûche", der (Holz-)Stamm. Die bekanntesten Konditoren haben jedes Jahr neue Kollektionen, die häufig traumhaft aussehen.
In den letzten Jahren habe ich, wenn keine gekaufte vorhanden war, den Maronen Tiramisu von Bolli's Kitchen als Bûche gebacken. Dieses Jahr habe ich in Elle à table eine Bûche au Tiramisu entdeckt - es gibt bestimmt keine französiche Kochzeitschrift ohne Bûche-Rezept in Dezember in Frankreich - und diese habe ich nachgebacken.
Weil ein pratizierenden Muslim in der Runde war, habe ich die Gelatine durch Agar-Agar (mit ein wenig Sahne aufgekocht, und sofort in das schaumige Crème untergerührt), und den Marsala durch Zucker ersetzt. Ein weiteres Problem war, dass Mascarpone ausverkauft war: Ich habe 400g griechischer Jogurt genommen und weniger als eine Stunde lang abtropfen lassen: Geblieben sind ein bisschen mehr als die benötigten 250g Frischkäse.
Der Kuchen hat auch so sehr gut geschmeckt, aber ich übersetze das Rezept, wie sie in der Zeitschrift war. Diese Bûche wird am Vortag vorbereitet.


Bûche au Tiramisu (von Christophe Felder, aus Elle à table Nr 85)

Für (gut) 8 Portionen

Biscuit
4 Eier
110g Zucker
110g Mehl (405)
1 kleine Tasse Espresso

Sirup
4 Tassen Espresso
1 Teelöffel löslicher Kaffee
2 EL Marsala-Wein

Crème
250g Mascarpone
3 Eigelb
100g Puderzucker
25cl Schlagsahne, sehr kalt
2 Blätter Gelatine

Für die Deko
Kakao, und optional, Goldblätter, Schokotafel

Die Bûche wir am Vortag vorbereitet.

Eiweiss von Eigelb trennen, und anfangen, zu schlagen. Wenn Sie schon ein bisschen schaumig sind, unter ständigem Schlagen die hälfte des Zuckers hinzugeben, und eine Minute weiterrühren. Dann den Rest des Zuckers geben, und schlagen, bis das Eiweiss sehr steif ist.
Eigelb dazu geben und so wenig wie möglich rühren. Das Mehl durch ein Sieb über die Mischung geben, in einem Zug mischen, und anschließend den Café mit einem Spachtel darunter mischen.
Den Backofen auf 220°C vorheizen.
Den Teig auf ein mit Backpapier belegtem Backblech gleichmässig verteilen. Es sollte ungefähr 1 cm dick sein.
7 bis 8 backen, und nach dem herausnehmen das Biscuit sofort auf einem Gitter legen, und mit einem feuchten Tuch oder ein feuchtes Blatt Backpapier bedecken.

Den Marsala mit den Espresso und den löslichen Kaffee mischen.

Die Eigelbe mit dem Puderzucker zusammen schlagen. Den Mascarpone dazu geben, und 2-3 Minuten weiter mit den Besen schlagen.


Die Schlagsahne sehr steif schlagen.
Die Gelatine-Blätter 5 Minuten im kalten Wasser einweichen. Abtropfen und im Wasserbad oder 5-6 Sekunden in der Mikrowelle schmelzen lassen. Mit 2 EL geschlagene Sahne rühren. Die Hälfte der Ei-Mascarpone Mischung dazu geben, und mischen. Die andere Hälfte geben und mischen. Die geschlagene Sahne mit einem Spachtel darunter rühren.

Das Biscuit mit dem Sirup bestreichen, und die Hälfte der Crème darauf verteilen. Das Biscuit auf einer Arbeitsfläche mit Backpapier legen, und rollen. 15 Minuten kühlen lassen. Mit der restlichen Crème bedecken. Nach Geschmack Holzrippen auf der Crème zeichnen, und Übernacht kühlen lassen.

Vor dem Servieren mit Kakao - und nach Inspiration mehr - dekorieren.


Einen Guten Rutsch ins Jahr 2013 wünsche ich allen Leser!

Info für die Düsseldorfer oder Kölner unter Euch:
Zu spät für dieses Jahr, aber bei Törtchen Törtchen konnte man in diesem Jahr Bûches vorbestellen, und bei Pure Freude habe ich eine in der Vitrine gesehen.

Colcannon

Nachdem ich im Juni Schwarzkohl entdeckt hatte, und allgemein einiges über den in den USA hochgepriesenen Kale gelernt hatte, hatte ich sehr gehofft, während des Urlaubs, den ich in September in Irland verbracht habe, Colcannon zu essen, denn eine Version wird mit Kale vorbereitet. Leider bin ich in zwei Wochen nicht einmal Colcannon begegnet. Also blieb nur übrig, den zu Hause zu machen. Mittlerweile gibt es in dem Biosupermarkt meiner Wahl neben Schwarzkohl auch Grünkohl (curly kale) in ganzen Blätter: Ich kannte ihn bisher nur kleingeschnitten in Riesenplastiktüten, und das ist, wenn ich richtig verstanden habe, auch was in Colcannon benutzt wird. Mit zwei Kale-Sorten, anscheinend stets verfügbar, sind wir jetzt in Düsseldorf praktisch so gut versorgt wie eine hippe amerikanische Nachbarschaft.
stilecht wird die Butter vorher geschmolzen...

Colcannon (nach diesem Rezept

Für ca. 4 Personen
350g Grünkohl
500g mehlige Kartoffeln
2 Frühlingzwiebeln mit Grün
150ml Milch
Muskatnuss
Salz
Pfeffer
100g Butter

Die festen Stiele vom Grünkohl entfernen, und die Blätter in Salzwasser blanchieren. Gut abtropfen und fein hacken.
roh
In der Zwischenzeit, die Kartoffeln kochen. Die Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden, und 7 Minuten in der Milch köcheln lassen.
Die Kartoffeln abtropfen, würzen und stampfen. Dann die Frühlingszwiebel und die Milch darunter rühren. Bei Bedarf mehr Milch dazu geben. Anschliessend den Grünkohl dazu geben und rühren. Mit Mustkatnuss abschmecken.
blanchiert
Die Mischung vorsichtig wieder erhitzen, anrichten, "einen kleinen Vulkan"* machen, und mit geschmolzene Butter füllen. Sofort essen.

Was man noch wissen kann:
Im Original waren 450 g Grünkohl und 450 g Kartoffeln vorgegeben. Ein anderes Rezept sieht 250 g Grünkohl auf 1 kg Kartoffeln. Eins zu eins scheint mir zu viel! Es ist ansonsten Geschmacksache, und man sollte versuchen, zarte Blätter zu nehmen.
Mehr über "Kale" und vor allem den Versuch, den in Paris einzuführen findet man in der Herbstausgabe der Online-Zeitschrift sisterMAG.
* Die Franzosen meiner Generation machen Vulkane in ihrem Kartoffelpüree. Der Grund ist hier zu finden:

Knollensellerie, Rohschinken und Thymiansuppe

Ich esse im Winter praktisch jeden Abend Gemüsesuppe, wie ich schon einige Male beschrieben habe, aber manchmal nehme ich ein Rezept, und mache etwas anderes. Diese Suppe habe ich in der Good Food Zeitschrift von October 2012 gefunden, und einer der Gründe, warum ich es gemacht habe, ist dass man sie einfrieren kann. (Ich versuche immer mehr, ein bisschen selbstgemachter Vorrat zu haben.) Im Rezept habe ich die Pancetta - auf die Schnelle nicht gefunden - durch spanischen Schinken ersetzt, statt frischer Hühnerbrühe habe ich etwas von Ariake benutzt (in Frankreich gekauft) und das einzige, was mir in dem Rezept gestört hat, ist das kein Gewicht für die Sellerie-Knolle vorgegeben wurde. Meine war offensichtlich größer als im Original, so dass ich nachwürzen musste, aber dadurch habe ich mehr einfrieren können.


Knollensellerie, Rohschinken und Thymiansuppe (leicht abgeändert nach Celeriac, pancetta & thyme soup)

Für 4-8 je nach Knollengröße
Olivenöl
100g Rohschinken
Butter
1 große Zwiebel, grob gehackt
1 Lorbeerblatt
1 großer Bündel Thymian
1 Knollensellerie, geschält und gewürfelt
850ml Hühnerbrühe
100g Crème Fraîche


Ein bisschen Öl in einem Topf erhitzen. Den Schinken auf beide Seiten anbraten, bis er knusprig ist. Zur Seite stellen.
Ein Stückchen Butter im selben Topf schmelzen lassen, Zwiebel, Lorbeer und Thymianstiele hinzugeben und 10 Minuten kochen, bis der Zwiebel gerade anfängt, Farbe anzunehmen. Die Selleriestücke geben und zwei weitere Minuten kochen.

Die Brühe darüber giessen, und 10 Minuten köcheln lassen, bis der Sellerie weicher wird. Die Crème Fraiche dazu geben und zum kochen bringen. Lorbeer und Thymian herausfischen, und die Suppe pürieren, bis es sämig ist. Die Hälfte der Thymianblätter darunter mischen, und mit dem Schinken, weitere Thymianblätter und ein bisschen Olivenöl servieren.