Es hat ein bisschen gedauert, aber gestern Abend habe ich das DFssgF-Paket rausgeschickt....DFssgF abgeschickt
Joue de boeuf confite à la fève tonka
So was mag für den in Frankreich lebenden Leser eine gute und simple Idee sein, aber an einem Freitag Nachmittag entscheiden, dass sie am nächsten Abend Rinderbacken auf dem Tisch haben wird kann in Deutschland nur eine ahnungslose Optimistin... oder ein Glückspilz! Für die Düsseldorfer: Ich war bei Schlösser am Carlsplatz (aber Oststrasse wäre gleich gewesen), und da hat man mir ca. 1kg für den nächsten Tag versprochen, den Überschuss zu einer anderen Bestellung. Es wurden am Ende 1,2kg, vom Metzger pariert.
Joue de boeuf dragée à la fève tonka (nach diesem Rezept)
Kochzeit: 30 Minuten + 2h30 + 1h30 + Sauce reduzieren
1,8 kg de Rinderbacken, vom Metzger pariert
5 cl Olivenöl
50 cl weisser Rum
1 Flasche Rotwein, ziemlich stark in Tannine (ich hatte ein Côtes du Rhône)
30 cl Balsamessig
4 Tonkabohnen
Salz, Pfeffer aus der Mühle
Den Rum erhitzen und über die Backen gießen. Die Tonkabohnen dazu geben, und 30 Minuten lang auf niedriger Stufe kochen lassen. Es duftet schnell stark nach Tonka.
Den Backofen auf 160°C vorheizen. Die Backen abtropfen und den Bräter leeren. Die Tonkabohnen zur Seite lassen. Den Wein in den Bräter geben, die Backen und die Tonkabohnen hinzufügen. Bedeckt 2h30 im Backofen schmoren lassen.
Vor dem Servieren die „kandierten“ Backen und die Tonkabohnen entnehmen, und die Kochflüssigkeit reduzieren lassen. Mit Sellerie (oder Kartoffelpüree) servieren.
Was man noch wissen sollte:
Ich mag Tonkabohne, wenn es nur leicht präsent ist. Bei der Zubereitung, die ich gewählt habe, hat es sehr schnell sehr stark danach gerochen, so dass ich eine der zwei Bohnen, die ich benutzt hatte, nach zehn Minuten wieder entfernt habe. Beim nächsten Mal versuche ich mit Vanille: davon habe ich nie zuviel.
Wie man sieht, habe ich keine richtige „Cocotte“, und dadurch geht mehr Flüssigkeit beim Schmoren verloren. Obwohl ich bei dem Rezept zwei Drittel der Zutaten benutzt hatte, habe ich die ganze Weinflasche benutzt, und musste am Ende die Sauce nicht noch reduzieren. Das Fleisch war jedoch sehr zart und überhaupt nicht trocken.
Im Originalrezept wird das Fleisch von einem Knollensellerie begleitet, die mit in Salz und Selim-Pfeffer Kruste gebacken worden war. (Selim-Pfeffer wird in Deutschland anscheinend auch Mohrenpfeffer genannt.) Ich habe eine einfache „Ecrasée de pommes de terres“ gemacht: 1kg mehlige Kartoffel gekocht, gepellt, mit Salz, Butter, Olivenöl und Petersilie mit Hilfe einer einfachen Gabel gedrückt und vermengt.
Die Kochzeit ist lang, aber es ist kein schwieriges Rezept. Da Rinderbacken außerdem günstig ist, sollte man nicht zögern, und mit der Lieblingsgewürz nachmachen.
Macarons in Düsseldorf
Scholle Véronique
Vertretbarer Fisch ist aber eine zunehmend schwierigere Sache. Ich versuche mich auf dem laufenden zu halten, mit dem Ergebnis, dass ich kaum noch Fisch esse. „Sole Véronique“ ist das bekannteste „à la Véronique“ Rezept, also Seezunge. Aber Seezunge wollte ich nicht: Mit ihr werden anscheinend ganze Meeresböden leergeräumt, was bei seinem hohen Preis sich dazu gut rentiert. Und genau wegen des Preises ermutigt man beim kleinsten Kauf die Fischer weiter so zu machen, wie sie es schon tun. Also, um es kurz zu machen, nach langer Überlegung und Überprüfung der Einkaufsmöglichkeiten, habe ich mich - ohne mit der Wahl wirklich zufrieden zu sein - für die viel banalere... und ebenso bedrohte Scholle, denn einmal sollte Fisch Véronique auf dem Tisch.
Ich habe das Rezept von Rick Stein bei der BBC benutzt. Mit den "Fleurons" aus Blätterteig sieht es schön altmodisch aus.
Scholle Véronique
Für 4 Pers.
Für die Garnitur:
250g Blätterteig
ein bisschen Mehl
ein geschlagenes Ei
Für den Fisch:
8 x 75g Schollenfilet
600ml gute Hühnerbrühe (hausgemacht)
85ml Wermut, trocken (Noilly Prat bei mir)
300ml Crème double
Ein Spritzer Zitronensaft
25-30 grüne, kernlose Trauben, am besten Muscat, halbiert
Salz
Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Den Backofen auf 200°C vorheizen.
Der Blätterteig ausrollen und in 7,5cm Kreise schneiden. Bei jedem Kreis aus einer Seite ein Stück entfernen, um eine Mondsichel-Form zu kreieren.
20 Minuten kalt stellen.
Mit dem geschlagenen Ei bepinseln, und mit einem scharfen Messer Rautenmuster zeichnen.
20 Minuten im Backofen backen, anschließend warm halten.
Die Temperatur auf 180°C herunter stellen.
Die Fischfilets auf beide Seiten leicht salzen und pfeffern, und nebeneinander in eine gebutterte Form stellen. (Bei der Seezunge steht, dass man die Filets einmal falten soll; bei der Scholle habe ich das nicht gemacht.)
Das Hühnerbouillon darauf gießen, und 20 Minuten backen.
Den Fisch vom Form nehmen, und bedeckt warm halten.
Die Kochflüssigkeit in einen Topf geben, den Wermut hinzufügen, und kochen lassen, bis sechs Löffel Flüssigkeit übrig bleiben. (Es braucht seine Zeit!)
Die Crème double und den Zitronensaft dazu geben, und ein bisschen köcheln lassen, bis die Sauce etwas dickflüssiger ist. Die Trauben zu der Sauce geben und langsam erwärmen lassen.
Fisch, Blätterteig und Sauce auf die Teller einrichten und sofort servieren.
Was man noch wissen kann:
Da ich überhaupt keine Vorstellung davon hatte, was man denn als Wein zu Fisch in Wermutsauce mit Trauben servieren sollte, habe ich einen Weinhändler gefragt: Vorgeschlagen wurde ein Vermentino di Sardegna (diese Traube heißt in Frankreich Rolle). Der Wein hatte etwas leicht spritziges, was mir gut gefallen hat, aber, da die Sauce am Ende nicht ganz so kräftig wurde, wie ich es vermutet hatte (gut war sie aber!), hätte ein weniger intensiver Wein vermutlich auch gepasst.
Poires Belle Hélène
Aber der Anblick reichte nicht, echte „Birne Hélène“ sollten auf meinem Tisch. Birnen aus der Dose wollte ich nicht, und nach Überprüfung von vier Rezepte, habe ich mich für das einfachste entschieden, aus dem Larousse des desserts
Blick durch mein Küchenfenster, zwar mitten in der Stadt aber mit viel Himmelblick :-).
Das Vanille-Eis habe ich gekauft (ja, die Gewinnersorte). Dessert-Schokolade ist in Deutschland nicht wirklich bekannt, dafür gibt es in Frankreich in jedem Supermarkt unterschiedliche Ausführungen (Beispiele hier), und ich kann mit der lokalen Auswahl mittlerweile sehr gut leben. Williams-Birnen kamen dazu, und so konnte ich folgendes Rezept nachkochen:
Poire Hélène (nach dem Larousse des Desserts)
Für 6 Pers.:
1 Liter Vanilleeis (meiner Meinung nach nur ein paar Löffel pro Person)
250g Zucker (bei mir 180 weiss, 70g Tate & Lyle Light Brown Sugar)
50cl Wasser
6 schöne Williams-Birnen
6cl Wasser
125g dunkle Schokolade (ich habe 30g pro Birne benutzt)
60g Crème Double
Optional: Kandierte Veilchen
Wasser und Zucker zum kochen bringen, um den Sirup zu vorbereiten.
Die Birnen schälen, und dabei den Schweif belassen. 20 bis 30 Minuten in dem Sirup kochen.
Wenn die Birnen „zart“ sind, vorsichtig abtropfen lassen und kühl stellen.
Kurz vor dem Servieren 6cl Wasser zum kochen bringen, auf die gebrochene Schokolade geben, am besten über ein Wasserbad, und mit der Crème Double zu eine Sauce mischen.
Das Vanille-Eis in Schälchen verteilen, die gekühlten Birnen darauf hinstellen, und mit der heißen Sauce begießen.
Sofort servieren.
Was man noch wissen kann:
Wer Schokolade mit Birnen mag, kann diese Konfitüre in größeren Mengen vorbereiten.
Nachgekochtes nachgekocht: Kürbissuppe mit Kartoffeln, Apfel und Ingwer
Gratins de fruits
Was man noch wissen kann:
Man darf ruhig die Gratins mehr gratinieren als diese. Irgendwie habe ich welche fotografiert, die am wenigstens gebräunt sind.






